Stellenanzeige richtig lesen:

Passe ich zum Unternehmen? Tipps

Eine kurze Anleitung

Wie lese ich die Stellenanzeige richtig


Passt die Stellenanzeige?

„Massenbewerbungen raushauen“ nach dem Gießkannenprinzip war bisher Ihre Strategie? Nun, Sie sollten diese Methode überdenken, denn nicht immer bringt viel auch viel. Häufig gehen dabei Individualität und „Passgenauigkeit“ zwischen der Stellenanzeige und Ihrer Bewerbung verloren. Das Resultat: Zeit vertan, Geld verschwendet und ständiger Absagenfrust! Sie sollten auf keinen Fall zu den Bewerbern gehören, die fix ihre Standartbewerbung aus der Schublade ziehen und nur die Unternehmensanschrift überschreiben, wenn Sie sich wieder bewerben wollen. "Bewerbung light" funktioniert eben nicht. 


       Extra-Tipp

Nehmen Sie sich viel Zeit, um die in Frage kommenden Stellenanzeigen sorgfältig zu studieren. Überprüfen Sie genau, ob Sie tatsächlich die geforderten Qualifikationen mitbringen. Nur so sind Sie in der Lage, eine aussagekräftige Bewerbung zu formulieren, die überzeugt und bei potetziellen Arbeitgebern gute Chancen hat. Viele Bewerberinnen oder Bewerber scheitern, weil Sie sich auf die falschen Stellenangebote bewerben
(über- oder unterqualifiziert)!


Text gezielt auf das Stellenangebot optimieren

Es ist mit viel Arbeit verbunden, den Lebenslauf und das Anschreiben beim Bewerbungsschreiben für alle Stellenanzeigen gesondert zu optimieren. Aber schließlich werden bei jedem Job andere Kriterien gefordert und genau da müssen Sie anknüpfen. Die Mühe lohnt sich schnell, denn die Erfolgsquote einer individuellen Bewerbung ist um ein Vielfaches höher. Hierzu ist es hilfreich, den grundlegenden Aufbau und inhaltlichen Kontext einer Stellenanzeige nachzuvollziehen. Weisen Sie Ihre Jobeignung nach, indem Sie gezielt auf die Anforderungen im Stellenangebot eingehen. Passende Anschreiben, die auf alle Angebote gleichermaßen zugeschnitten sind, gibt es nicht.


Einleitung, Hauptteil, Schluss? - Form versus Inhalt bei Anzeigen

Grundsätzlich sind alle Stellenanzeigen nach einem einheitlichen Schema aufgebaut. Kennt man eines, kennt man alle. Sie sind mehr oder minder kompakt und gliedern sich in etwa fünf inhaltliche Teile.


Das Unternehmen: Wer steckt dahinter?

Informationen über das Unternehmen: "Wir sind ein mittelständischer Handwerksbetrieb und bieten unseren Kunden im Bereich Heizung/Sanitär handwerkliche Qualität und zuverlässigen Service". Aufgrund dieser Angaben steht Ihnen die Entscheidung bevor: "Passe ich zu dem Unternehmen und würde ich dort gerne arbeiten?"


Die Aufgaben in der Stellenanzeige: Was ist Programm?

Der zweite Teil einer Stellenanzeige behandelt die Beschreibung der zu besetzenden Stelle. Hier können Sie bereits erfahren, welche Erwartungen an Sie als Bewerber gestellt werden. "Der Aufgabenbereich umfasst Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an Heizungs- und sanitärtechnischen Versorgungseinrichtungen bei unseren Kunden".  Einiges davon sollte sich auf jedem Fall in Ihrem Lebenslauf wiederfinden.

 

Die Kenntnisse in der Stellenanzeige: Was muss man draufhaben?

Doch entscheidend ist der dritte Teil. Denn hier werden alle fachlichen und persönlichen Anforderungen aufgeführt, die ein potenzieller Bewerber für die offene Stelle mitbringen muss. Unterscheiden Sie daher sehr genau zwischen Anforderungen, die zwingend gefordert werden und Qualifikationen, die das Profil idealerweise aufweisen sollte. "Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung in einem technischen Beruf, verfügen über mindestens ein Jahr Berufserfahrung, Reisebereitschaft wünschenswert."


STellenanzeige Auswahl



Pflichtanforderungen müssen unbedingt auf K.-O.-Kriterien überprüft werden, dagegen bietet sich bei den wünschenswerten Eigenschaften ein inhaltlicher Spielraum. Das bedeutet im Klartext, dass eine Bewerbung keine Chance auf Erfolg hat, wenn Sie die geforderten Pflichtanforderungen nicht vorweisen kann.

Bei den wünschenswerten Qualifikationen dagegen bleibt Ihnen ein Spielraum, den Sie überlegt nutzen sollten. Hier können Sie durchaus auch mit eigenen persönlichen Vorzügen punkten, die Ihrer Ansicht nach gut zum Stellenprofil passen.


Die Vorteile in der Stellenanzeige: Was wird geboten?

Im Teil vier werden zumeist weiterführende Informationen geliefert. Hier wird auf die internen Besonderheiten eines Unternehmens Bezug genommen. Bietet der Arbeitgeber neben dem Job noch einen interessanten Mehrwert für den Bewerber? Gibt es die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung? Ist ein Jahresbonus möglich? Gibt es Aufstiegschancen? Welche Planungen stehen künftig an?

 

Der Kontakt in der Stellenanzeige: Wer ist zuständig?

Im fünften Teil sind alle wichtigen Kontaktdaten und die Ansprechpersonen aufgelistet, um das Bewerbungsschreiben direkt an die richtige Stelle zu leiten. Auch in welcher Form die Bewerbung abzugeben ist, wird hier mitgeteilt. E-Mail- oder Papierbewerbung? Mit oder ohne Gehaltsvorstellungen?
Werfen Sie also eine Stellenanzeige nach dem Absenden der Bewerbung nicht unbedingt weg. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Kurzzeitgedächtnis. Notieren Sie sich zumindest die wichtigsten Fakten, denn es ist durchaus möglich, dass Sie auch nach Wochen erst ein Feedback auf Ihre Bewerbung erhalten.
 

Stellenanzeigen: Ordnung ist das halbe Leben?

Auch wer aktuell auf der Suche nach einer passenden Stelle ist, hat Besseres zu tun, als haufenweise Bewerbungen zu schreiben. Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit, durch aufmerksames Lesen der Stellenanzeigen nicht nur das Anschreiben und den Lebenslauf zu optimieren. Eignen Sie sich eine Routine an, um schnell die Erfolgsaussichten einer Bewerbung beurteilen zu können. Sie sollten sich nur auf Stellenanzeigen bewerben, wenn Sie die dafür notwendigen Kenntnisse mitbringen.

Und verlieren Sie bloß nicht den Überblick, sondern halten Sie Ihr Ordnungssystem auf dem Laufenden. Sammeln Sie interessante Stellenanzeigen, gerne auch mit handschriftlichen Notizen vervollständigt. Vielleicht zahlt es sich aus, wenn Sie bei Bedarf alles schnell greifbar haben. Einen guten Job zu bekommen ist kein Zufall!



Häufige Fragen: FAQ zum Thema "Wie lese ich eine Stellenanzeige?"

Welche Bestandteile muss eine Stellenanzeige aufweisen?
Direkt in der Überschrift steht der Job-Titel, idealerweise in der üblichen Berufsbezeichnung. Es wird dargelegt, ob es sich um eine Vollzeit- oder Teilzeitstelle handelt und an welchem Standort sich der Arbeitsplatz befindet. Die angedachte Position in der Hierarchie des Unternehmens zur genauen Einordnung ist ein wichtiges Kriterium (Führungs- oder Personalverantwortung?). Das gilt auch für die Dauer der Beschäftigung. Handelt es ich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis? Zu welchem Termin soll die Einstellung erfolgen? Welche Muss-Voraussetzungen müssen erfüllt werden (Ausbildung, Studium, Berufserfahrungen, Fach- und Sprachkenntnisse)? Welche Zusatzqualifikationen sind erwünscht (z.B. Soft Skills)? Die meisten Stellenanzeigen enthalten auch Leistungsversprechen, wie Weiterbildungsangebote, Karriereaussichten, Zusatzleistungen. Am Ende des Stellenangebots gibt es die Details zum Bewerbungsprozess. Wie soll die Bewerbung aussehen und wo eingereicht werden? Die Kontaktdaten des Verantwortlichen werden genannt, damit Rückfragen zur Stelle möglich sind und ein Ansprechpartner für die Bewerbung vorliegt.

Was sind Muss-Kriterien im Stellenangebot?

Wer mit seiner Bewerbung erfolgreich sein möchte, sollte die Muss-Anforderungen im Stellenangebot überwiegend erfüllen. Die Muss-Anforderungen sind ausschließlich an den verwendeten Formulierungen zu erkennen: Wenn in der Anzeige steht „Wir erwarten …“, dann ist klar, das Kriterium ist kaum verhandelbar. Gleiches gilt für die Formulierungen „…sind erforderlich“ oder „wir setzen voraus“ oder „ … Sie sollten erfüllen“ oder „vorausgesetzt wird ..“. Häufig machen Bewerber den Fehler und bewerben sich auf Stellenangebote, ohne ausreichende Muss-Kriterien zu erfüllen. Das hat zur Folge, dass die Bewerbungen zu einem hohen Prozentsatz ins Leere laufen können.

Was sind Kann-Kriterien im Stellenangebot?
Im Unterschied zu Muss-Kriterien sind Kann-Kriterien im Stellenangebot zwar wünschenswert aber keine zwingende Voraussetzung. Das heißt, wer ein Kann-Kriterium mitbringt, hat Vorteile gegenüber den Mitbewerbern – aber es geht auch ohne. Nicht ganz einfach für Ungeübte ist es, aus einem Stellenangebot herauszulesen, was ein Muss- oder Kann-Kriterium ist. Kann-Kriterien sind wesentlich weicher formuliert und grenzen sich so ab. Wenn Worte verwendet werden, wie „hilfreich“, „idealerweise“ oder „wünschenswert“, dann handelt es sich auf jeden Fall um Kann-Kriterien, die optional sind. Es ist damit zu rechnen, dass Mitbewerber, die auch viele Kann-Kriterien erfüllen, bevorzugt eingestellt werden.

Wie lese ich die Aufgabenbeschreibung im Stellenangebot?
Versuchen Sie beim Lesen der Aufgabenbeschreibung eine möglichst große Schnittmenge zwischen dem Text des Stellenangebots und Ihrer beruflichen Vita herauszuarbeiten. Gelingt das, haben Sie gute Chancen, die Anforderungen zu erfüllen, wenn Sie Ihre bisherigen Berufserfahrungen einbringen können. Sind alle Aufgaben komplett neu für Sie, wird es schwer und es liegt eine anstrengende Einarbeitungszeit vor Ihnen, falls Sie den Job überhaupt bekommen. Wenn Sie langfristig planen, machen Sie sich klar, inwieweit sich die Aufgabenbeschreibung in der Stellenbeschreibung mit Ihren beruflichen Ambitionen deckt.

Wie lese ich das Anforderungsprofil einer Stellenanzeige?
Am besten nehmen Sie sich einen Zettel und notieren alle in der Anzeige aufgezählten Anforderungen, die Sie erfüllen können. Das Ergebnis stellen Sie den Anforderungen, die Sie nicht erfüllen, gegenüber. So sehen Sie auf den ersten Blick, wie Ihre wahren Chancen auf die Stelle tatsächlich sind. Teilen Sie danach die Anforderungen in Muss- oder Kann-Kriterien ein. Die Musskriterien sollten mindestens zu 80% oder 90% erfüllt sein. Wenn Sie weniger als 50% der Anforderungen erfüllen, lohnt eine Bewerbung wahrscheinlich nicht.

Wie beurteile ich Aussagen zur Berufserfahrung in einer Stellenanzeige?
Der Hinweis auf erwünschte Berufserfahrungen im Stellenangebot ist ein nützliches Indiz für Bewerber, um die eigene Qualifikation einordnen zu können. Wenn die Jobbeschreibung 3 bis 4 Jahre Berufserfahrung voraussetzt, sind die Anforderungen für einen Berufsanfänger nicht geeignet. „Alte Hasen“ mit Berufserfahrungen über 10 bis 15 Jahren können sich bewerben, sind aber unter Umständen überqualifiziert und müssen ggf. Gehaltseinbußen hinnehmen. Nicht jedes Unternehmen ist an überqualifizierten Arbeitnehmern interessiert, da es dann mit der betriebsinternen Hierarchie kompliziert werden kann.


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Sabine Ratermann