Bewerbung für Azubis

Klein anfangen und ganz groß herauskommen


Bewerbung für Azubis
 

Wann bewirbst du dich am besten?

Wenn du Dich als Schüler als sogenannter „Saisonarbeiter“ gut durchgewurstelt hast, solltest Du deine Taktik beim Bewerben ändern. Denn die guten Ausbildungsstellen werden in der Regel bereits 8 bis 10 Monate vor Schuljahresende vergeben. Vor allem für die begehrten Ausbildungsplätze in großen Unternehmen und im Öffentlichen Dienst musst Du rechtzeitig am Start sein. Sobald das letzte Versetzungszeugnis ausgeteilt wurde, solltest Du mit den Bewerbungsvorlagen und der  Bewerbungsphase beginnen.


Was ist eine Bewerbung?

Auf den Punkt gebracht ist Deine Bewerbung nichts anderes als Deine Werbung in eigener Sache. Du bittest um einen Ausbildungsplatz und teilst mit, warum gerade Du so besonders geeignet bist und welche persönlichen Stärken und Qualifikationen Du mitbringst. Je mehr Vorzüge du in die Waagschale werfen kannst, desto besser sind Deine Chancen im Wettbewerb um eine Ausbildungsstelle.


Die äußere Form der Bewerbung

Allerdings gibt es besondere Vorgaben, wie eine Bewerbung auszusehen hat.
Eine handschriftliche Bewerbung ist nicht drin. Zum Glück hat jeder PC ein Schreibprogramm – nutze es!! Verwende immer DinA4-Papier, die Rückseiten der Blätter bleiben frei. Verwende für alle Bestandteile einen einheitlichen Standartschrifttyp, wie Arial oder Times New Roman. Es empfiehlt sich auch ein Rechtschreibprogramm oder die Eltern zum Korrekturlesen drüber laufen zulassen. Denn Rechtschreib- oder Grammatikfehler schmälern die Erfolgschancen enorm, vor allem, wenn Du Dich im kaufmännischen Bereich bewerben willst. Deine Bewerbung ist Dein Aushängeschild und sollte deshalb ohne Flecke und Eselohren in den Umschlag wandern.


Die Bestandteile der Bewerbung

Eine Bewerbung macht nur Sinn, wenn sie vollständig ist! Die folgenden Bestandteile sollte Deine Bewerbung daher enthalten:

Der Lebenslauf
Das Deckblatt
Das Anschreiben
Das Bewerbungsfoto (kommt aufs Deckblatt)

Das Abschlusszeugnis oder das letzte Versetzungszeugnis
Falls vorhanden Praktika-Zeugnisse (wer ein oder mehrere Praktika gemacht hat, ist klar im Vorteil)
Falls vorhanden Teilnahmebescheinigungen von Kursen (z.B. Computerkurs Volkshochschule)
 

Bewerbung Auszubildende Anleitung

Der Lebenslauf


Zuerst die gute Nachricht. Als Schüler ist Dein Lebenslauf noch nicht so lang, das heißt, die Arbeit hält sich hier in Grenzen.

Der Lebenslauf enthält zwei Spalten. In der ersten Spalte stehen die Daten, von wann bis wann du etwas gemacht hast. In der zweiten Spalte steht, was Du genau gemacht hast.


Am Anfang des Lebenslaufs stehen Deine persönlichen Daten:

Vorname, Nachname, Adresse, Kontaktdaten wie E-Mailadresse und Telefonnummern, Dein Geburtsdatum und der Geburtsort. Wenn Du deine Handynummer angeben willst, solltest Du darauf achten, dass Du dich künftig ordentlich mit Deinem vollständigen Namen meldest und nicht einfach nur ein „Jahhhh“ in den Hörer brüllst.


Schulbildung:

Trage hier Deine Grundschule und weiterführende Schule ein und welchen Schulabschluss Du hast oder anstrebst. Lieblingsfächer:
Welche Fächer hast Du am liebsten gemacht und Deine Noten sind richtig gut? Zähle kurz auf, mit welchen Fachgebieten du punkten kannst. Im Idealfall passen die Fächer, die Du hier nennst, auch gut zu Deinem gewählten Ausbildungsberuf. Wenn Du in Fächern wie Mathe oder Fremdsprachen sehr gute Noten hast, kannst Du hier den Trumpf ausspielen.


Interessen:

Hast Du besondere Kenntnisse in Sprachen oder EDV,  kannst Du damit im Lebenslauf  glänzen. Die meisten Chefs interessieren sich, wenn auch nur am Rande, sogar für Deine Hobbys. Wenn Du also ein guter Sportler oder Musiker bist oder andere Freizeitaktivitäten hast, kannst Du das mit einbringen. Dass Du im Laufe deines Lebens etwas mit gutem Erfolg gelernt hast, zeigt zumindest, dass Du über Durchhaltevermögen verfügst. Das ist eine gute Voraussetzung, um auch eine Ausbildung abzuschließen. Risikosportarten, wie etwa Boxen, würde ich an Deiner Stelle lieber weglassen, das könnte abschrecken. Sprachkenntnisse oder Computerwissen findet dagegen jeder Arbeitgeber gut. Aber bitte übertreibe es nicht: Ein oder zwei Sätze über Deine Hobbys sind ausreichend!


Erste Berufserfahrung:

Hast Du bereits während der Schulzeit das ein oder andere Praktikum oder einen Ferienjob absolviert? Engagement neben der Schule und erste Berufserfahrungen sind in einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz unbezahlbar. Selbst eine schlechte Note in einem Hauptfach kannst Du so etwas wettmachen. Die Praktika-Beurteilungen sollten daher auch der Bewerbung beigefügt werden.

Wichtig: Hier darfst Du auf keinen Fall flunkern, bitte erfinde keine Jobs, die Du nicht tatsächlich gemacht hast.

Datum, Unterschrift:

Ein Lebenslauf ist ein wichtiges Dokument. Um zu beweisen, dass die Angaben, die Du hier machst, wahr sind, wird der Lebenslauf unterschrieben. Du kannst die Unterschrift mit Kuli machen, aber so richtig edel sieht es mit schwarzer Tinte aus. Deine Unterschrift sollte übrigens gut lesbar sein, eine Krickelkrakel-Unterschrift ist uncool. Wer die Bewerbung per E-Mail versendet, kann auch mit der Tastatur seinen Namen darunter setzten.

Das Deckblatt und Bewerbungsfoto


Das Bewerbungsfoto

Jetzt heißt es Gesicht zeigen, denn das Deckblatt ist der Platz für Dein Bewerbungsfoto. Auch wenn´s schneller geht, ein Selfie sollte es nicht sein. Um ein vernünftiges Bewerbungsfoto vom Fotografen kommst Du nicht herum. Kleiner Tipp: Schau vorher in den Spiegel, ob Du noch einen Umweg zum Friseur machen must. Vor allem sollte das Bewerbungsfoto relativ aktuell sein.

Vorlage Bewerbung Azubi

 

Die Kontaktdaten

Als Überschrift des Deckblatts schreibst Du: Bewerbung um eine Ausbildung als Bürokaufmann/frau. Hier muss die genaue Berufsbezeichnung stehen. Außerdem gehören auf das Deckblatt auch Dein Name, Anschrift und alle Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Apropos E-Mail-Adresse: Es macht einen vernünftigen Eindruck, wenn deine E-Mail-Adresse auch deinen Vor- und Zunamen enthält. Das „sweetgirl1994“ kannst du unmöglich verwenden, ohne Dich zu blamieren.


Das Anschreiben


Der Inhalt

Hier kommst Du zu Wort! Aber über was genau sollst du da schreiben? Was könnte einen Chef interessieren? Faustregel: Alles Wichtige muss rein, aber kurz und bündig. Kein Geschwafel. Alles muss auf eine Seite passen, denn lange Anschreiben werden nicht gelesen, wenn viele Bewerbungen eingehen!

 

Anschreiben Bewerbung Azubi

Zuerst einmal ist ein Anschreiben ein ganz normaler Brief. Das heißt, oben muss Dein Absender rein, dann kommt die Adresse der Firma bei der du Dich bewirbst.


Das Datum

Vergiss nicht rechtsbündig Dein Wohnort und das heutige Datum einzufügen: „Offenbach, 15.03.2016“.

Azubi Bewerbung schreiben

Bei einem Geschäftsbrief ist es üblich, noch über der Anrede eine oder zwei Zeilen zu schreiben, aus der sofort ersichtlich ist, um was es in dem Schreiben geht. Diese Zeilen nennt man Betreff.


Der Betreff

Der Betreff für Deine Bewerbung könnte lauten: „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Fotograf/in“. In der zweiten Zeile könnte stehen: „Ihre Anzeige in der Offenbach Post vom 10.03.2016“.


Die Anrede

Danach geht der eigentliche Brief los. „Sehr geehrte Damen und Herren“, das klingt auf den ersten Blick super seriös. Aber Irrtum, das kannst Du besser machen. Richtig gut kommt es nämlich an, wenn Du den passenden Ansprechpartner für die Ausbildungsplätze direkt ansprichst: „Sehr geehrte Frau Pausch“ wäre die Top-Anrede. Wo bekommst Du den Namen her? Wenn er nicht schon in der Stellenanzeige steht, bleibt Dir nur die Möglichkeit, in der Firmenzentrale anzurufen und nachzufragen.


Die Berufswahl

Wenn Deine Anrede steht, geht’s weiter im Text. Jetzt kannst du sagen, dass du Dich für eine Ausbildungsstelle bewirbst. Warum ist Deine Wahl auf diesen Beruf gefallen? Vielleicht, weil Du Dich für technische Dinge interessiert oder Du den Beruf für besonders abwechslungsreich hältst? Du hast gerne mit anderen Menschen Kontakt oder arbeitest gerne im Team? Wenn Deine Begründung gut ankommt, hast Du schon ein Eisen im Feuer.


Warum Du?

Jetzt musst Du noch darlegen, warum gerade Du für den Job geeignet bist. Eigenwerbung ist schön und gut, der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Eine Aufzählung lauter guter Eigenschaften hilft hier nicht weiter, viel mehr musst Du begründen, warum Du diese guten Eigenschaften besitzt. Vielleicht hast Du ja in dem Beruf bereits gejobbt und deshalb schon Vorkenntnisse? Oder Du hast unter Umständen Freude an naturwissenschaftlichen Fächern und arbeitetest deshalb gerne im medizinischen Bereich?


Persönliche Stärken

Auch über deine persönlichen Stärken kannst Du ein paar Worte verlieren. Du bist kreativ und hast ein gutes Farbgefühl (Mediengestalter/in)? Du bist kommunikationsstark und wortgewandt (ideal für Verkäufer/in)? Oder dir liegt eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise (brauchen nicht nur technische Zeichner/in)?


Warum dort?

Warum möchtest Du eigentlich unbedingt als Azubi für diese Firma arbeiten? Hier hilft dir eine kleine Internet-Recherche, um Argumente zu sammeln. Das ist etwas mühsam, macht die Bewerbung aber individuell. Denn Bewerber, die Massenbewerbungen raushauen, und jeweils nur die Unternehmensadresse ändern, haben gegen deine Bewerbung dann keine guten Karten. „Ihr Unternehmen ist Marktführer für Industrieanlagen im Solarbereich und bietet daher für mich einen modernen, abwechslungsreichen Arbeitsplatz mit Zukunftsperspektiven“ klingt wesentlich fundierter.


Aktuell?

Und nicht vergessen: Es interessiert auch, was Du zurzeit gerade machst:

„Aktuell besuche ich die 12. Klasse des Leibniz Gymnasiums in Offenbach/Main und stehe ab Mai 2016 nach Ablegen der Abiturs Prüfung zur Verfügung.“

Der Schluss

Fast geschafft. Jetzt noch ein guter Schlusssatz und dann solltest Du das ganze Werk mindestens dreimal Korrekturlesen!
 
Das Bewerbungsanschreiben endet immer mit der Bitte um ein Vorstellungsgespräch:

„Sehr gerne würde ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch wahrnehmen, um mich Ihnen persönlich vorzustellen.“ (Beachte: Die direkte Anrede (Ihnen) wird üblicherweise Großgeschrieben, das nennt man Höflichkeitsform).

Der Schlussgruß

Dann noch den Schlussgruß anfügen „Mit freundlichen Grüßen“ ist hier die übliche Redewendung. Deine handschriftliche Unterschrift mit ausgeschriebenem Vornamen macht das Anschreiben komplett.

Die Zeugnisse


Ganz egal, wie sie ausfallen, die Zeugnisse müssen dazu, damit die Bewerbung vollständig ist. Natürlich nicht die ganze Sammlung. Das letzte Versetzungszeugnis oder Abschlusszeugnis ist Pflichtbestandteil. Wenn das Halbjahreszeugnis einen deutlichen Aufwärtstrend zeigt, dann kannst du das auch noch dazulegen. Hast du auch gute Arbeitszeugnisse oder Beurteilungen von Praktika oder Ferienjobs – her damit! Oder hast du irgendwelche Kurse gemacht, die du für die Ausbildung verwenden kannst (z.B. MS Office oder PowerPoint, Business Englisch) – das wäre super! Das kann nicht jeder Bewerber um einen Ausbildungsplatz vorweisen. Aber bitte nicht die Originale wegschicken – Kopien sind ausreichend.


Ab geht die Post:

Du musst Dich entscheiden: Versendest du Deine Bewerbung per Post oder per E-Mail?


Papierform

Wenn du Dich für die Papierform entscheidest, dann sollten Deine Unterschriften auf dem Anschreiben und Lebenslauf handschriftlich sein. Und ganz wichtig: Das Bewerbungsfoto auf dem Deckblatt sollte ein aufgeklebter Fotoabzug sein und nicht nur mit ausgedruckt. Das sieht viel hochwertiger aus. Dann sortiere einen Stapel. Ganz oben liegt das Anschreiben. Darunter kommen Deckblatt und Lebenslauf. Dahinter kommen die Zeugnisse. Zuerst die Schulzeugnisse nach Aktualität – das Neueste zuerst. Alle zusätzlichen Beurteilungen kommen ganz hinten.


Bewerbung per Post

Die Blätter werden nicht gelocht oder zusammengeheftet, denn vielleicht möchte der Verantwortliche eine andere Sortierung. Der ganze Stapel wird nun in eine Mappe gelegt und in einen Din A4 Umschlag gesteckt. Auf gar keinen Fall knicken!!! In Schönschrift noch die Firmenadresse (bitte fehlerfrei) und den Absender draufschreiben. Und ganz wichtig: Ausreichend frankieren!


Als Anhang per E-Mail

Allerdings wollen immer mehr Firmen ausdrücklich die Bewerbungen lieber per E-Mail (evtl. vorher telefonisch klären). Dann sparen sie sich das lästige Zurückschicken, wenn ein Bewerber nicht genommen wird.


Bewerbung per E-Mail

Anstatt eines Papierstapels wandelst Du alle Bestandteile Deiner Bewerbung mit einem pdf-Converter in eine einzige pdf-Datei um. Diese Datei wird dann an die E-Mail gehängt. In diesem Fall wird das Bewerbungsfoto digital in das Deckblatt eingefügt und die Unterschriften nur mit der Tastatur geschrieben. …… Falls die Datei zu groß ist, musst Du ein Zip-Ordner daraus machen. Gib der pdf noch einen schönen Namen wie „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“ oder so etwas in der Art. So, jetzt muss noch ein Text her, der in der E-Mail steht.


Der E-Mail-Text

„Sehr geehrte Frau Pausch,
als Anlage erhalten Sie im pdf-Format meine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Bürokaufmann.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Vorname Nachnamen

E-Mails verschicken kann heutzutage jeder. Aber versende trotzdem zur Probe die pdf-Datei einmal an Dich selbst, denn sicher ist sicher.


Abgeschickt … und dann?

Jetzt heißt es erst einmal Daumendrücken und Geduld haben. Wenn Du nach zwei bis drei Wochen nichts mehr hörst, dann kannst Du gerne zum Hörer greifen und telefonisch nachfragen. Um alle laufenden Bewerbungen im Blick zu halten, ist es ratsam, eine Liste mit Absende-Datum, Firma, Name des Ansprechpartners und der Telefonnummer zu führen. So bist du immer im Bilde, wie der Stand der Dinge ist. Wenn du als Schüler viele Anschreiben und Lebensläufe verschickst und das in verschiedenen Ausbildungsberufen, kannst Du sonst schnell die Übersicht verlieren.

Wie geht man mit Absagen um?

Als Azubi eine Absage zu erhalten ist keine Schande. Das musst Du irgendwie wegstecken. Es hilft nur eines: Weitermachen! Wichtig ist, dass du Dich nicht entmutigen lässt. Wenn allerdings immer und immer wieder Absagen kommen, ist es sinnvoll, wenn Du Deine Bewerbung von einem Fachmann mal checken lässt. Vielleicht sind Fehler enthalten sind, die Du selbst nicht erkennst. Eine gute Hilfemöglichkeit ist es, fertig formatierte Bewerbungsvorlagen zu benutzen. Bewerbungsvorlagen haben bereits die richtige Struktur und müssen lediglich noch mit Deinen persönlichen Daten gefüllt werden. Bewerbungsvorlagen kann man im Internet downloaden.

Autorin: Sabine Ratermann

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