Lebenslauf und Führerschein:

Was muss ich beachten?


Führerschein Lebenslauf

© Tero Vesalainen/123rf.com

Dass ein LKW-Fahrer oder ein Gabelstapler-Fahrer in der Bewerbung seine Fahrerlaubnis einbringt, ist klar. Aber was ist mit der Sekretärin? Oder mit dem Azubi? Macht es Sinn, den Führerschein grundsätzlich im Lebenslauf aufzuführen? Oder kommt das am Ende sogar lächerlich daher?

Hat nicht heute quasi jeder einen Führerschein und es ist völlig überflüssig, etwas so Grundsätzliches aufzuzählen? Nein! Werfen Sie bitte diesbezüglich alle Zweifel über Bord und geben Sie Ihrem künftigen Arbeitgeber auch hinsichtlich Ihrer Mobilität die entsprechenden Informationen – und zwar ganz gleich, als was Sie sich bewerben.

Eine Fahrerlaubnis und einen PKW zu besitzen, bedeutet Mobilität. Mobilität bringt glasklare Vorteile für einen Arbeitgeber mit, die auch im gewöhnlichen Arbeitsalltag Pluspunkte darstellen können:

 

Beispiele für Pluspunkte


Die Sekretärin fährt morgens auf dem Weg zur Arbeit eben schnell
        bei der Post vorbei und leert das Postschließfach.
           
Der Lohnbuchhalter fährt zum Jahreswechsel regelmäßig mit
         seinem
privaten PKW zum Jahreswechselseminar, um die
         Rechtsänderungen
zu erlernen.

Der Azubi ist an kurzen Schultagen durch sein Auto schnell am 
         Arbeitsplatz, und steht der Firma ohne Zeitverlust zur Verfügung.

Die Gesundheits- und Krankenpflegerin hat am Wochenende und  
         nachts gelegentlich Rufbereitschaft und ist mit dem eigenen PKW 
         schnell und unabhängig von den öffentlichen Fahrplänen im Einsatz.

Der Maler- und Lackierer fährt kurz mit seinem privaten Fahrzeug zum
         Baumarkt, um Farbe zu holen, da der Firmensprinter in der
         Werkstatt steht.


Aus all diesen Gründen ist es nicht zu unterschätzen, wenn ein Arbeitgeber auch mit einem Auge auf solche Details, wie das Vorhandensein eines Pkws und eines Führerscheins, schielt. Dass die fachlichen und persönlichen Qualifikationen trotzdem im Vordergrund bleiben, steht dem nicht entgegen. Sollten beispielweise zwei Bewerberinnen oder Bewerber in der Endauswahl stehen und die Details gegeneinander abgewogen werden, kann das Kriterium Führerschein und Pkw auch in Ausnahmefällen zum Matchwinner werden.

Ein Nachteil ist es jedenfalls nicht, wenn in Ihrer Bewerbung erwähnt wird, dass Führerschein und Pkw zu Ihren persönlichen Basics gehören.


Nur Führerschein – oder auch den privaten Pkw erwähnen?

Was ist in Sachen Führerschein nun die beste Strategie, wenn es um Ihre Bewerbung geht? Jeder, der eine Fahrerlaubnis für ein Auto besitzt, sollte das in den Lebenslauf hineinschreiben. Die richtige Stelle in den Bewerbungsvorlagen ist am Ende des Lebenslaufs direkt in die Rubrik "Persönliche Kompetenzen", wo auch die Computer- und Fremdsprachen-Kenntnisse stehen.

 

BEISPIEL 1:    Arbeitnehmer ohne Fahrtätigkeit



BEISPIEL 2:    Vertriebsmitarbeiter mit Reisebereitschaft

Führerschein im Lebenslauf mit Reisebereitschaft


BEISPIEL 3:    Arbeitnehmer mit speziellen Führerscheinen

Führerschein im Lebenslauf LKW-Fahrer


BEISPIEL 4:    Arbeitnehmer mit Personenbeförderungsschein

Führerschein im Lebenslauf Taxifahrer


BEISPIEL 5:    Arbeitnehmer Fahrtätigkeit mit Gefahrengutklassen

Führerschein im Lebenslauf Gefahrengut
 

Keine Angst: Nur weil Sie in der Bewerbung darauf hinweisen, dass Sie einen fahrtüchtigen Pkw besitzen, bedeutet nicht, dass Sie sich dadurch bereit erklären, viele betriebliche Fahrten zu übernehmen.

Den Pkw erwähnen, ist völlig okay. Der Ausdruck „Pkw vorhanden“ sollte aber so stehen bleiben und nicht ausführlicher dargestellt werden. Die Marke und genaue Typenbezeichnung Ihres Pkws hat in der Bewerbung rein gar nichts verloren!


Berufskraftfahrer müssen mehr beachten

An die Berufsgruppe der Berufskraftfahrer, wie etwa Busfahrer, Lkw-Fahrer, Taxifahrer etc., wird auch in der Bewerbung besondere Anforderungen gestellt. Für diese Berufsgruppe ist es unerlässlich, dass die Fahrlizenzen auch in Kopie der Bewerbung beigefügt werden.

Nicht selten werden zur Ausübung des Kraftfahrerberufs auch spezielle Zusatzqualifikationen verlangt. Personenbeförderungsschein, Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, Gabelstaplerschein, Gefahrgutführerschein oder die Fahrerkarte sollten immer gut lesbar, eventuell vergrößert, in Kopie Ihrer Bewerbung als Anlage beigefügt werden. Da viele der Bescheinigungen nur eine Gültigkeitsdauer von fünf Jahren haben und dann aufgefrischt werden müssen, achten Sie unbedingt auf die aktuelle Gültigkeit!

Wenn die Gültigkeit noch einige Zeit andauert, empfiehlt es sich, die Frist im Lebenslauf mit aufzunehmen. Das gilt natürlich nicht, wenn die Frist nicht kurz vor dem Ablauf steht. In diesem Fall die Zeitangaben natürlich besser weglassen! 

Welche Führerscheine können schaden?

Natürlich gehören nur Führerscheine in die Bewerbung, die auch für die Arbeitsstelle eine gewisse Relevanz haben. Ein Motorradführerschein oder ein Bootführerschein gehört in der Regel nicht dazu. Im Gegenteil. Es mag Arbeitgeber sogar negativ beeinflussen, wenn Vorbehalte hinsichtlich Sturz- und Verletzungsgefahr bestehen. Man weiß leider nie, wie ein Bewerbungsleser so tickt.

Deshalb hier besser kein Risiko eingehen und diese Information grundsätzlich weglassen. Überlegen Sie sich ganz genau, welche Angaben Ihnen im Bewerbungsprozess nützen oder schaden. Setzen Sie Ihre Themen geschickt – immer unter der Voraussetzung, dass Sie auch bei der Wahrheit bleiben!


Führerschein nachweisen?

Also den normalen Pkw-Führerschein durch eine beglaubigte Kopie nachzuweisen, wäre völlig übertrieben. Das ist nun wirklich nicht notwendig. Anders sieht es aus, wenn der Führerschein ausdrücklich im Stellenangebot gefordert wird. Hier kann auch eine Kopie beigefügt werden. Beglaubigt muss sie allerdings nicht unbedingt sein, es sei denn, es wird ausdrücklich gefordert. Dann rein damit.

Beispiele für Berufe, die einen Führerschein oder eine
Zusatzqualifikation brauchen:



  LKW-Fahrer
          (LKW-Führerschein und ggf. ADR-Schein für Gefahrgutklassen)

  Busfahrer
          (Busführerschein und Personenbeförderungsschein)

  Krankenwagenfahrer
          (Personenbeförderungsschein)

  Lagerarbeiter
          (z.B. Gabelstaplerführerschein)

  Außendienstmitarbeiter Vertrieb

  Handwerker im Reparaturdienst

  Handelsvertreter

  Polizist



Führerschein im Anschreiben

Im Bewerbungsschreiben geht es zunächst darum, die persönliche Jobeignung darzulegen. Dies gelingt am besten, wenn die Schnittmenge zwischen den Forderungen im Stellenangebot und dem eigenen Leistungsvermögen möglichst groß ist. Ihre Aufgabe ist es, die Schnittmenge auf allen Ebenen herauszuarbeiten und Ihre Motivation entsprechend plausibel darzulegen.

Die Erwähnung Ihres Führerscheines passt hier nur in Ausnahmefällen hinein. So zum Beispiel, wenn das Stellenangebot hauptsächlich auf die Fahrerlaubnis abzielt und die Jobeignung keine große Bandbreite für andere Qualifikationen zulässt. Die bessere Platzierung für Ihre Führerscheininfos ist deshalb im Lebenslauf.

Wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die eine lange Anfahrt zur Arbeitsstätte bedeutet, sollte das besser nicht auch im noch im Anschreiben thematisiert werden. Weisen Sie nicht Ihren künftigen Chef auf etwaige Nachteile hin, die sich ergeben könnten, falls er Sie einstellt. Solche Themen, wie die Anfahrt zur Stelle, besprechen Sie besser beim Vorstellungsgespräch.


Was tun, wenn der Führerschein weg ist?

Dumm gelaufen – kommt aber in den besten Familien vor. Vier Wochen lang ist der Lappen weg, und genau in dieser Zeit stehen Bewerbungen und Vorstellungsgespräche an. Natürlich schreiben Sie davon erst einmal nichts in Ihrer schriftlichen Bewerbung. Warum auch. In diesem Fall macht es Sinn, die Erwähnung von der Fahrerlaubnis und dem Pkw im Lebenslauf einfach wegzulassen.

Auch im Vorstellungsgespräch halten Sie sich bedeckt und hoffen, dass dieser Kelch an Ihnen vorüber geht. Ungefragt müssen Sie darüber, dass aktuell nicht über Ihre Fahrerlaubnis verfügen, keinesfalls Auskunft geben. Wird explizit danach gefragt, würde ich persönlich immer die Wahrheit sagen. Jede falsche Antwort führt am Ende nur in Teufels Küche.

Fazit:

Kommunizieren Sie auf jeden Fall immer Ihre Mobilität im Lebenslauf. Arbeitgeber sehen es als Benefit an, wenn ihre Arbeitnehmer mobil sind – das bringt nur Vorteile. Die Formulierung „Führerschein und Pkw vorhanden“ ist dabei völlig ausreichend. Im Anschreiben braucht man nur dazu Stellung zu beziehen, wenn der Führerschein die Hauptqualifikation darstellt. Marke und Typenbezeichnung des Pkws gehören nicht dazu. Nicht alle Führerscheinarten sind relevant in einer Bewerbung.
Ein Motorradführerschein kann auch als Nachteil angesehen werden.

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Sabine Ratermann