Hobbys im Lebenslauf:

Private Interessen in der Bewerbung


Hobbys im Lebenslauf


Salsa tanzen, Fernostreisen, Orchideen züchten, Geocaching oder Dirt-Bike fahren – wie viel Privates soll Ihr künftiger Arbeitgeber über Sie wissen?

Auch wenn beim Bewerbungsschreiben die beruflichen Erfolge im Fokus stehen, ein Blick auf den Menschen dahinter kann für Arbeitgeber ein weiteres Kriterium sein. Der Blick auf die Hobbys zeigt auf, wie die Bewerberin oder der Bewerber tickt.

Vielen ist es nicht bewusst, die Freizeitaktivitäten lassen jede Menge Rückschlüsse auf die Person hinter dem Bewerbungsfoto zu. Deshalb ist es wichtig, bei den Hobbys die richtigen Signale zu setzen - und nicht die falschen! Es ist auf jeden Fall Vorsicht geboten beim Umgang mit den privaten Informationen. Verpassen Sie sich auf keinen Fall das Image, das Sie cool finden, sondern eines, das beruflich am meisten für Sie tut.

 


Die Top -10 der angegebenen Freizeitbeschäftigungen


        Lesen

        Reisen

        Musik hören

        Fahrrad fahren

        Wandern

        Joggen


        Fitnessstudio


        Fußball spielen

        Schwimmen

        Kochen

 

Hobbys im Lebenslauf Persönlichkeitsbild

Hobbys im Lebenslauf: Imagepflege in der Bewerbung

Das Wichtigste in einer Bewerbung sind Ihre Qualifikationen und Erfolgsfaktoren. Doch der Arbeitgeber wünscht sich ein komplettes Persönlichkeitsbild, um seine Entscheidung zu treffen.

Wer es schafft, neben seinem Werdegang ein exaktes Persönlichkeitsbild von sich zu zeichnen, liegt mit Sicherheit im Bewerbungsstapel oben – mit Aussicht auf maximale Jobchancen. Streichen Sie Ihre Hobbys nicht ersatzlos aus Ihrem Lebenslauf. Überlegen Sie stattdessen, ob das, was Sie von sich preisgeben, Ihnen beruflich eher schadet oder nützt. Betreiben Sie in Ihrer Bewerbung Imagepflege.

Je stimmiger die vielen kleinen Details einer Bewerbung sind, desto klarer wird der Blick auf den Jobaspiranten. Das hilft bei der Abgrenzung zu Mitbewerbern.




Hobbys im Lebenslauf Abgrenzung Mitbewerber


Sind Dinge, die jeder macht, ein Hobby?

Musik hören, ins Kino gehen, Bücher lesen und Spazierengehen sind sinnvolle und angenehme Freizeitbeschäftigungen. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Aber sind sie geeignet, um eine professionelle Bewerbung zu puschen?

Wohl kaum. Solche Aufzählungen führen schnell dazu, sich einen Stempel als Langweiler aufzudrücken. Noch peinlicher ist die Aufzählung von banalen Beschäftigungen wie Fernsehen, Computer spielen und Freunde treffen. Wer sich auf diese Art als Couchpotato outet, verpasst sich direkt ein Negativimage. In diesem Falle ist es besser, die Rubrik „Hobby“ bleibt im Lebenslauf leer.

 

So verpassen Sie sich ein Langweiler-Image


        Spazieren gehen

        Musik hören

        Chillen


        mit Freunden treffen


        Essen gehen

        Fernsehen


        Computerspiele


        Bücher lesen

        Nachrichten posten

        Ausgehen



Darstellung der Hobbys im Lebenslauf

Garantiert falsch ist es, als Hobby den allgemeinen Oberbegriff hinzuschreiben: Schwimmen, Reiten. Wer das tut, verschenkt die Möglichkeit, Aufmerksamkeit und Neugier zu wecken, und wirkt nicht sonderlich glaubhaft.

Je konkreter Sie sich ausdrücken, desto besser ist der Leser in der Lage, sich mit Ihnen zu identifizieren. Schreiben Sie keine Romane, aber geben Sie einen Einblick, in welche Richtung Ihr Hobby geht und auf welchem Niveau Sie sind. Auf diese Weise sammeln Sie Pluspunkte ein.

 

 

         Beispiele falsch/richtig

falsch: Lesen
richtig: Kriminalliteratur in englischer Sprache

falsch: Reisen
richtig: Städtereisen in Europa

falsch: Tennis spielen
richtig: Tennis spielen, aktives Mitglied im TCR seit 2018, erste Mannschaft

falsch: Sänger
richtig: Mitglied im Männerchor „Friends of Music“ als Solist, seit 2015

falsch: Kochen
richtig: Kochen, insbesondere asiatische Küche



Jackpot: Hobbys, die einen Bezug zum Beruf herstellen

Optimal ist, wenn Ihre Hobbys etwas für Ihr Image tun und unterstreichen, dass Sie sich in Ihrer Freizeit mit berufsnahen Themen beschäftigen. Das kommt doppelt gut beim künftigen Arbeitgeber an.

Berufsfremde Hobbys bringen in einer Bewerbung Vorteile, wenn die eigenen Skills hervorgehoben werden. Jemand, der Erfolge bei seinen Hobbys nachweist, dem wird unterstellt, dass er beruflich über entscheidende Erfolgsfaktoren verfügt.


 


         So präsentieren Sie Ihre Stärken optimal

Koch – schreibt in seiner Freizeit erfolgreich einen Rezeptblog
Vorteil: nach Dienstschluss beschäftigt sich der Koch mit
berufsrelevanten Themen

Frisörin – frisiert und schminkt in ihrer Freizeit die Schauspieler
einer Laien-Theatergruppe
Vorteil: Es wird klar, ihr Beruf ist ihr eine Herzensangelegenheit

Ingenieur – Hilft ehrenamtlich beim Technischen Hilfswerk
Vorteil: Er bringt sein dort erworbenes Wissen beruflich

Projektmanager – leitet einen erfolgreichen Männerchor
Vorteil: Er verfügt über Führungsqualitäten und
Organisationstalent, das sind gern gesehene
Eigenschaften bei Vorgesetzten

Gärtner – Züchtet neue Rosensorten und hat schon Preise gewonnen
Vorteil: Setzt erfolgreich sein Fachwissen und seine Leidenschaft ein

 

Hobbys im Lebenslauf: Bonuspunkte durch ein Ehrenamt

Freiwilliges oder soziales Engagement peppt Ihren Lebenslauf deutlich auf. Eine Bewerberin oder ein Bewerber, die Zeit aufwenden, um eine sinnvolle Aufgabe für die Allgemeinheit zu übernehmen, werden automatisch jede Menge positive Eigenschaften unterstellt. Das kommt gut an – unter der Voraussetzung, dass der Rest in der Bewerbung stimmt.

Darunter fallen Freizeitbeschäftigungen, wie der Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr, beim THW oder in der Nachbarschaftshilfe. Hilfsbereitschaft und soziale Verantwortung zu übernehmen sind Stärken, die am Arbeitsplatz von Nutzen sind. Tue Gutes und rede darüber!

Vor allem in Bewerbungen ist der Hinweis auf ein Ehrenamt gern gesehen. Das Ass „Ehrenamt“ bitte aus dem Ärmel ziehen!  



Hobbys im Lebenslauf Imagepflege 

Sport als Hobby im Lebenslauf: Fit für den Job

Sportliche Menschen kommen grundsätzlich gut an. Man unterstellt ihnen automatisch mehr Leistungsfähigkeit, Disziplin und Fitness. Wer sportbegeistert ist und sich regelmäßig und aktiv bewegt, kann das ebenfalls in der Bewerbung kundtun. Teamfähigkeit und körperliche Fitness sind Kriterien, die Arbeitgebern gut gefallen. Speziell bei sitzenden Bürotätigkeiten wird ein Ausgleichssport als positiv empfunden. Schließlich ist bekannt, dass Bewegung Krankheiten vorbeugt!

Allein die passive Mitgliedschaft im Turnverein oder drei Schwimmbadbesuche im Sommer reichen für die Kategorie „Hobby“ nicht aus. Eine Regelmäßigkeit und Leistungsfähigkeit beim Sport sollte da sein, wenn sich ein Bewerber im Lebenslauf dazu bekennt. Wer als Kind ein paar Jahre im Sportverein war, aber seitdem nicht mehr aktiv ist, muss vorsichtig sein, wenn er sich damit brüstet. Aktualität ist wichtig.


Hobbys im Vorstellungsgespräch: Mithalten beim Fachsimpeln

Das Hobby dient als sogenannter Eisbrecher im Vorstellungsgespräch. Hier ist es unerlässlich, dass ein Jogger seine Rundenzeiten kennt, weiß, welche Laufschuhmarke er bevorzugt und warum. Wer aus Imagegründen geschummelt hat, fliegt spätestens jetzt auf, vor allem, wenn er einem kompetenten Gesprächspartner gegenübersitzt.

Stellen Sie sich bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch auf konkrete Rückfragen zum Hobby ein. Es wird richtig unangenehm, wenn beim angegebenen Hobby „Englische Literatur“ der letzte Buchtitel nicht ohne angestrengtes Gestammel über die Lippen kommt.

Oder es stellt sich beim Hobby „Reiten“ heraus, dass Sie das letzte Mal vor fünf Jahren auf dem Pferd gesessen haben. Solche Dialoge sind ein schlechter Einstieg in die angestrebte berufliche Zukunft. Ehrlichkeit im Lebenslauf zahlt sich auch beim Hobby aus.

Achtung: Legen Sie beim Fachsimpeln über Ihr Hobby keinesfalls mehr Leidenschaft an den Tag legen, als über den angestrebten Job. Hier gilt es, die Prioritäten geschickt und richtig zu setzen, sonst schießen Sie als Bewerberin oder Bewerber mit Anlauf ein Eigentor.



Hobbys im Lebenslauf als Eisbrecher im Vorstellungsgespräch

 

 

Riskante Hobbys im Lebenslauf: Vorsicht beim Wow-Faktor

Freeclimbing, Fallschirmspringen und Kickboxen sind spektakuläre Hobbys, mit denen Sie als Bewerber Aufmerksamkeit, Anerkennung und Respekt einheimsen. Aber ist es ratsam, mit extremen Hobbys im Lebenslauf aufzuwarten?

Gerade bei Extremsportarten besteht ein gewisses Verletzungsrisiko, das bei Arbeitgebern nicht gerne gesehen wird. Verletzungsbedingte Arbeitsausfälle sind das Letzte, worauf sich Arbeitgeber bewußt einlassen.

Ein Textileinzelhandelsverkäufer mit dem Hobby „Boxen“ ist nicht die Idealbesetzung - mit angeschlagener Nase oder einem Veilchen am Auge lassen sich die Kunden eher abschrecken als beraten. In diesem Beispiel ist es sinnvoller, das Hobby nicht mit aufzuführen.

Bei der Auswahl der Hobbys für den Lebenslauf hilft es, den Blickwinkel zu wechseln und zur Abwechslung durch eine Chefbrille zu gucken! Welches Image bringt Sie beruflich weiter? Ihr persönliches Image, wie Sie sich gerne sehen, kann davon abweichen. Konkret: Eine geschickte Auswahl der Hobbys im Lebenslauf ist sinnvoll.


Hobbys im Lebenslauf helfen ein positives Persönlichkeitsbild zu erreichen

 

Zeitintensive Hobbys im Lebenslauf können abschrecken

Zeitintensiven Hobbys stehen manche Arbeitgeber skeptisch gegenüber. Kein Arbeitgeber freut sich über erschöpfte oder übermüdete Arbeitskräfte in seinem Unternehmen. Hier gilt es, beim Bewerbung schreiben das richtige Augenmaß zu bewahren. Versuchen Sie es hier mit einem Perspektivwechsel. Versetzen Sie sich in die Lage des Arbeitgebers und entscheiden Sie, wie Ihr Hobby ankommt.


Achtung bei der Schreibweise: Hobbys und nicht Hobbies

Das Thema Hobbys im Lebenslauf ist kein Einfaches. Sie können viel richtig, oder viel falsch machen. Das fängt bei der Schreibweise an. In vielen Lebensläufen steht die falsche Schreibweise des Plurals „Hobbies“. Im Deutschen wird aus der Einzahl Hobby in der Mehrzahl ein „s“ darangehängt. „Hobbys“ ist die korrekte Schreibweise.



Hobbys im Lebenslauf nicht zu allgemien halten


Fazit zu Hobbys im Lebenslauf

Hobbys im Lebenslauf geben Ihrer Bewerbung eine private Note. Ein künftiger Arbeitgeber ist bestrebt, sich ein kompletteres Persönlichkeitsbild von Ihnen machen. Das hilft unter Umständen, sich besser von Mitbewerbern abzugrenzen. Zählen Sie nicht mehr als zwei bis drei Hobbys auf, da Sie Ihren Fokus auf Ihre beruflichen Kompetenzen legen sollten. Ideal ist es, wenn Sie im Hobbybereich Erfolge vorweisen. Das wertet Ihre Arbeitsweise auf. Hobbys, die Ihre berufliche Qualifikation ergänzen, sind erwähnenswert. Formulieren Sie Ihre Hobbys nicht zu allgemein.


Häufige Fragen: FAQ zu Hobbys im Lebenslauf

Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?
Hobbys im Lebenslauf gehören am Ende des Lebenslaufs in die Kategorie „Persönliche Kompetenzen“. Neben den Sprachkenntnissen und den Computer- und Software-Kenntnissen werden hier das Ehrenamt, die Hobbys und die Mobilität aufgezählt. Gut ist, wenn die Hobbys in dieser Kategorie nicht oben stehen, sondern besser weiter unten.

Warum Hobbys im Lebenslauf angeben?

Hobbys im Lebenslauf sind kein MUSS – es lohnt sich, dem Leser oder der Leserin einen kleinen Blick auf die privaten Interessen zu gewähren. Schließlich ist es eine gute Gelegenheit, auf diese Weise den einen oder anderen Pluspunkt einzusammeln, wenn die dargestellten Hobbys gezielt eingesetzt werden. Sportliche Interessen oder ein Ehrenamt sind bei Arbeitgebern gern gesehene Beschäftigungen - fitten und engagierten Menschen wird schnell unterstellt, dass sie diese Eigenschaften beruflich an den Tag legen. Noch besser sind Hobbys, die einen unmittelbaren Bezug zum Beruf aufweisen (z.B. der Koch, der in seiner Freizeit einen Rezeptblog schreibt). Außerdem dient das Hobby im Lebenslauf als Eisbrecher im Vorstellungsgespräch, bevor man zu beruflichen Themen übergeht.

Welche Hobbys eignen sich für den Lebenslauf?
Ideal sind Hobbys, die einen Bezug zum Beruf aufweisen. Auch sportliche Interessen oder ausgefallene Hobbys, z.B. Salsa tanzen oder Slacklinen, tragen zur positiven Imagepflege bei. Freizeitbeschäftigungen wie „Freunde treffen“ oder „Fernsehen“ sind keine Tätigkeiten, die in einen Lebenslauf gehören. So verpassen Sie sich garantiert ein Langweilerimage. Vorsicht ist bei gefährlichen Hobbys geboten – nicht jeder Chef mag es, wenn sich ein Arbeitnehmer in Gefahr bringt. Aktivitäten wie Fallschirmspringen und Kickboxen werden unter Umständen eher skeptisch gesehen.

Welche Hobbys eignen sich nicht für den Lebenslauf?
Beschäftigungen, die jeder macht, sind keine Hobbys, die im Lebenslauf gehören. Dazu gehört zum Beispiel Freunde treffen, Ausgehen, Fernsehen etc... Ebenfalls ungeeignet für den Lebenslauf sind Hobbys, die gefährlich sind und eine Verletzungsgefahr darstellen. Kein Arbeitgeber nimmt gerne Ausfallzeiten in Kauf, wenn sich Arbeitnehmer in der Freizeit verletzen. Hobbys wie Downhill-Biking, Tiefseetauchen oder Motocross tun zwar eine Menge fürs Wow-Image, kommen bei Arbeitgebern nicht gut an.

Was sind häufige Hobbys im Lebenslauf?
Lesen, Städtereisen, Mitglied im Karnevalsverein, Lesen von Kriminalliteratur, Fahrrad fahren, Joggen, Trainieren im Fitnessstudio, Fußball spielen, Gitarre spielen, Schwimmen, Asiatisch Kochen, Singen im Chor, Geocaching, Motorrad fahren, Turniertanzen etc.

Wie werden Hobbys im Lebenslauf dargestellt?
Geschickt ist es, beim Hobby nicht bloß den gängigen Oberbegriff hinzuschreiben (z.B. Lesen). Werden Sie konkreter (z.B. Lesen von englischer Kriminalliteratur). Damit werden Sie glaubhafter und wecken die Neugier des Lesers oder der Leserin. Wenn Sie aktives Mitglied in einem Verein sind, schreiben Sie, seit wann die Mitgliedschaft besteht (z.B. aktives Mitglied im Tennisclub Rotweiß seit 2015). So erhält Ihr Hobby eine wesentlich bessere Aussagekraft.

Wie viele Hobbys darf ich im Lebenslauf angeben?
Ein oder zwei Hobbys im Lebenslauf anzugeben, ist ausreichend. Wenn Sie zu viele Hobbys aufzählen, wird Ihnen am Ende unterstellt, dass Ihre privaten Interessen eine wichtigere Rolle spielen als die beruflichen. Kein Chef ist erpicht darauf, dass seine Arbeitnehmer erschöpft aus dem Wochenende kommen. Gar kein Hobby im Lebenslauf anzugeben, ist nicht gut. Ein Ausgleich zur Arbeit kommt gut an.

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Sabine Ratermann