Hobbys im Lebenslauf:

polieren Sie Ihre Interessen richtig auf!


Hobbys im Lebenslauf
© Rdnzl/Fotolia

Salsa tanzen, Fernostreisen, Orchideen züchten, Geocaching oder Dirt Bike fahren – wie viel Privates soll Ihr künftiger Arbeitgeber über Sie wissen?

Auch wenn beim Bewerbungsschreiben natürlich die beruflichen Erfolge im Fokus stehen, ein Blick auf den Menschen dahinter kann für Arbeitgeber ein weiteres Kriterium sein. Der Blick auf die Hobbys zeigt auf, wie die Bewerberin oder der Bewerber sonst so tickt.

Vielen ist es nicht so bewusst, aber tatsächlich lassen die Freizeitaktivitäten jede Menge Rückschlüsse auf die Person hinter dem Bewerbungsfoto zu. Deshalb ist es wichtig, bei den Hobbys auch die richtigen Signale zu setzen- und nicht die falschen! Es ist auf jeden Fall Vorsicht geboten beim Umgang mit den privaten Informationen. Verpassen Sie sich auf keinen Fall das Image, was Sie selbst richtig cool finden, sondern eines, das beruflich am meisten für Sie tut.



Die Top -10 der angegebenen Freizeitbeschäftigungen


        Lesen

        Reisen

        Musik hören

        Fahrrad fahren

        Wandern

        Joggen


        Fitnessstudio


        Fußball spielen

        Schwimmen

        Kochen

 

Hobbys im Lebenslauf Persönlichkeitsbild
© Sepy/Fotolia

Imagepflege in der Bewerbung

Das Wichtigste in einer Bewerbung sind natürlich immer noch Ihre Qualifikationen und Erfolgsfaktoren. Doch der Arbeitgeber möchte möglichst ein komplettes Persönlichkeitsbild erhalten, um seine Entscheidung zu treffen.

Wer es schafft, neben seinem Werdegang ein exaktes Persönlichkeitsbild von sich zu zeichnen, liegt mit Sicherheit im Bewerbungsstapel ganz oben – mit Aussicht auf maximale Jobchancen. Schon deshalb sollten Sie die Hobbys nicht ersatzlos aus Ihrem Lebenslauf streichen. Überlegen Sie stattdessen, ob das, was Sie von sich preisgeben, Ihnen beruflich eher schadet oder nützt. Sie müssen ohne Frage in Ihrer Bewerbung Imagepflege betreiben.

Je stimmiger die vielen kleinen Details einer Bewerbung sind, desto klarer wird der Blick auf den Jobaspiranten. Das hilft bei der Abgrenzung zu Mitbewerbern und kann auch schon mal das Zünglein an der Waage sein.



Hobbys im Lebenslauf Abgrenzung Mitbewerber

© Pixelwolf2/Fotolia


Sind Dinge, die jeder macht, ein Hobby?

Musik hören, ins Kino gehen, Bücher lesen und Spazierengehen sind durchaus sinnvolle und angenehme Freizeitbeschäftigungen. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Aber sind sie auch geeignet, um eine professionelle Bewerbung zu puschen?

Wohl kaum. Solche Aufzählungen führen schnell dazu, sich selbst einen Stempel als Langweiler aufzudrücken. Das ist sicher nicht gewollt. Noch peinlicher ist die Aufzählung von banalen Beschäftigungen wie fernsehen, Computer spielen und Freunde treffen. Wer sich auf diese Art als Couchpotato outet, verpasst sich direkt ein Negativimage. In diesem Falle ist es besser, die Rubrik „Hobby“ bleibt im Lebenslauf leer.

 

So verpassen Sie sich ein Langweiler-Image


        Spazieren gehen

        Musik hören

        Chillen


        mit Freunden treffen


        Essen gehen

        Fernsehen


        Computerspiele


        Bücher lesen

        Nachrichten posten

        Ausgehen




Hobbys im Lebenslauf Negativimage
© Andrey Popov/Fotolia

Darstellung der Hobbys im Lebenslauf

Garantiert falsch ist es, als Hobby einfach nur den allgemeinen Oberbegriff hinzuschreiben: Schwimmen, Reiten. Wer das tut, verschenkt nicht nur die Möglichkeit, Aufmerksamkeit und Neugier zu wecken, sondern wirkt auch nicht sonderlich glaubhaft.

Je konkreter Sie sich ausdrücken, desto besser kann der Leser sich mit Ihnen identifizieren. Natürlich sollen Sie keine Romane schreiben, aber doch einen Einblick geben, in welche Richtung Ihr Hobby geht und auf welchem Niveau Sie sind. Nur so sammeln Sie Pluspunkte ein.

 

         Beispiele falsch/richtig

falsch: Lesen
richtig: Kriminalliteratur in englischer Sprache

falsch: Reisen
richtig: Städtereisen in Europa

falsch: Tennis spielen
richtig: Tennis spielen, aktives Mitglied im TCR seit 2014, erste Mannschaft

falsch: Sänger
richtig: Mitglied im Männerchor „Friends of Music“ als Solist, seit 2012

falsch: Kochen
richtig: Kochen, insbesondere asiatische Küche



Jackpot: Hobbys, die einen Bezug zum Beruf herstellen

Optimal ist, wenn Ihre Hobbys nicht nur etwas für Ihr Image tun, sondern auch unterstreichen, dass Sie sich in Ihrer Freizeit mit berufsnahen Themen beschäftigen. Das kommt doppelt gut an.

Aber auch berufsfremde Hobbys können in einer Bewerbung durchaus Vorteile bringen, wenn dadurch die eigenen Skills hervorgehoben werden. Jemand, der Erfolge bei seinen Hobbys nachweisen kann, dem wird automatisch unterstellt, dass er auch beruflich über entscheidende Erfolgsfaktoren verfügt.
 


         So präsentieren Sie Ihre Stärken optimal

Koch – schreibt in seiner Freizeit erfolgreich einen Rezeptblog
Vorteil: auch nach Dienstschluss beschäftigt sich der Koch mit
berufsrelevanten Themen

Frisörin – frisiert und schminkt in ihrer Freizeit die Schauspieler
einer Laien-Theatergruppe
Vorteil: Es wird klar, ihr Beruf ist ihr eine Herzensangelegenheit

Ingenieur – Hilft ehrenamtlich beim Technischen Hilfswerk
Vorteil: Er kann sein dort erworbenes Wissen auch
beruflich einbringen

Projektmanager – leitet einen erfolgreichen Männer-Chor
Vorteil: Er verfügt über Führungsqualitäten und
Organisationstalent, das sind gern gesehene
Eigenschaften bei Vorgesetzten

Gärtner – Züchtet neue Rosensorten und hat dafür schon Preise gewonnen
Vorteil: Setzt erfolgreich sein Fachwissen und seine Leidenschaft ein




alt=
© Stockfoto-Graf/Fotolia

Bonuspunkte durch ein Ehrenamt

Freiwilliges oder soziales Engagement peppt Ihren Lebenslauf deutlich auf. Ein Bewerber, der Zeit aufgewendet, um eine sinnvolle Aufgabe für die Allgemeinheit zu übernehmen, dem werden automatisch jede Menge positive Eigenschaften unterstellt. Das kommt gut an – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Rest in der Bewerbung auch stimmt.

Darunter fallen Freizeitbeschäftigungen, wie der Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr, beim THW oder in der Nachbarschaftshilfe. Hilfsbereitschaft und soziale Verantwortung zu übernehmen sind Stärken, die auch am Arbeitsplatz von Nutzen sind. Tue Gutes und rede darüber!

Vor allem in Bewerbungen ist der Hinweis auf ein Ehrenamt immer gerne gesehen. Das Ass „Ehrenamt“ also bitte immer aus dem Ärmel ziehen!  



alt=
© Iris Art/Fotolia

Sport: Fit für den Job

Sportliche Menschen kommen grundsätzlich gut an. Man unterstellt ihnen automatisch mehr Leistungsfähigkeit, Disziplin und Fitness. Wer also sportbegeistert ist und sich regelmäßig und aktiv bewegt, kann das ebenfalls in der Bewerbung kundtun. Teamfähigkeit und körperliche Fitness sind Kriterien, die Arbeitgebern sehr gut gefallen. Speziell bei sitzenden Bürotätigkeiten wird ein Ausgleichssport als sehr positiv empfunden.

Allein die passive Mitgliedschaft im Turnverein oder drei Schwimmbadbesuche im Sommer reichen für die Kategorie „Hobby“ nicht aus. Eine gewisse Regelmäßigkeit und Leistungsfähigkeit beim Sport sollten schon da sein, wenn sich ein Bewerber im Lebenslauf dazu bekennt. Wer als Kind mal ein paar Jahre im Sportverein war, aber seitdem nicht mehr aktiv ist, muss vorsichtig sein, wenn er sich damit brüstet. Aktualität ist in diesem Zusammenhang wichtig.


alt=
© Gdv.com/Fotolia

Hobbys im Vorstellungsgespräch: Mithalten beim Fachsimpeln

Nicht selten dient das Hobby als sogenannter Eisbrecher im Vorstellungsgespräch. Hier ist es unerlässlich, dass etwa ein Jogger seine Rundenzeiten kennt, weiß, welche Laufschuhmarke er bevorzugt und warum. Wer aus Imagegründen geschummelt hat, fliegt spätestens jetzt auf, vor allem, wenn er plötzlich einem kompetenten Gesprächspartner gegenübersitzt.

Schon bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollten Sie sich deshalb auf konkrete Rückfragen zum Hobby einstellen. Es wird richtig unangenehm, wenn beim angegebenen Hobby „Englische Literatur“ der letzte Buchtitel nicht ohne angestrengtes Gestammel über die Lippen kommt.

Oder es stellt sich beim Hobby „Reiten“ heraus, dass Sie das letzte Mal vor fünf Jahren auf dem Pferd gesessen haben. Solche Dialoge sind ein denkbar schlechter Einstieg in die angestrebte berufliche Zukunft. Ehrlichkeit im Lebenslauf zahlt sich auch beim Hobby aus.

Achtung: Keinesfalls dürfen Sie beim Fachsimpeln über Ihr Hobby mehr Leidenschaft an den Tag legen, als über den angestrebten Job. Hier gilt es, die Prioritäten geschickt und richtig zu setzen, sonst schießen Sie als Bewerberin oder Bewerber mit Anlauf ein Eigentor.



alt=
© Trotzolga/Fotolia

 

Riskante Hobbys: Vorsicht beim Wow-Faktor

Freeclimbing, Fallschirmspringen und Kickboxen sind spektakuläre Hobbys, mit denen Sie als Bewerber Aufmerksamkeit, Anerkennung und Respekt einheimsen können. Aber ist es wirklich ratsam, mit extremen Hobbys im Lebenslauf aufzuwarten?

Gerade bei Extremsportarten besteht immer ein gewisses Verletzungsrisiko, das bei Arbeitgebern nicht gerne gesehen wird. Verletzungsbedingte Arbeitsausfälle sind das Letzte, worauf sich Arbeitgeber gerne einlassen möchten.

Ein Textileinzelhandelsverkäufer mit dem Hobby „Boxen“ ist nicht unbedingt die Idealbesetzung, denn mit angeschlagener Nase oder einem Veilchen am Auge lassen sich die Kunden eher abschrecken als beraten. In diesem Beispiel ist es sicher sinnvoller, das Hobby nicht mit aufzuführen.


alt=
© Marina Lohrbach/Fotolia

 

Zeitintensive Hobbys können abschrecken

Auch zeitintensive Hobbys können unter Umständen ein Minuspunkt sein. Es ist nachvollziehbar, dass ein Arbeitgeber keine erschöpften oder übermüdeten Arbeitskräfte in seinem Unternehmen möchte. Hier gilt es, beim Bewerbungsschreiben das richtige Augenmaß zu bewahren. Versuchen Sie es mit einem Perspektivwechsel. Versetzen Sie sich in die Lage des Arbeitgebers und entscheiden Sie, wie Ihr Hobby ankommen könnte.


Achtung bei der Schreibweise: Hobbys und nicht Hobbies

Das Thema Hobbys im Lebenslauf ist also kein Einfaches. Sie können viel richtig, aber auch viel falsch machen. Das fängt schon bei der Schreibweise an. In vielen Lebensläufen steht leider die falsche Schreibweise des Plurals „Hobbies“. Im Deutschen wird aus der Einzahl Hobby in der Mehrzahl einfach ein „s“ drangehängt. „Hobbys“ ist also die korrekte Schreibweise.



alt=

© Billion Photos/Fotolia


Fazit:

Hobbys im Lebenslauf geben Ihrer Bewerbung eine private Note. So kann sich der künftige Arbeitgeber ein kompletteres Persönlichkeitsbild von Ihnen machen. Das hilft unter Umständen, sich besser von Mitbewerbern abzugrenzen. Mehr als zwei bis drei Hobbys sollten Sie nicht aufzählen, da Sie Ihren Fokus auf Ihre beruflichen Kompetenzen legen sollten. Ideal ist es, wenn Sie auch im Hobbybereich Erfolge vorweisen können. Das wertet auch Ihre Arbeitsweise auf. Hobbys, die Ihre berufliche Qualifikation ergänzen, sind besonders erwähnenswert. Formulieren Sie aber Hobbys nicht zu allgemein.


Artikel bewerten:

1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.89 (187 Votes)


Sabine Ratermann