Was ist eine Kurzbewerbung?

Besonderheiten und Tipps zum Inhalt

Lesen Sie alle wesentlichen Fakten zur kleinen Schwester der Bewerbung

 


    Was unterscheidet eine „Kurzbewerbung“ von
         einer „ausführlichen Bewerbung“?



Ausführliche Bewerbung               Kurzbewerbung

  Deckblatt mit Bewerbungsfoto          Deckblatt optional

  Vollständiger Lebenslauf                  Lebenslauf mit den wichtigsten
                                                                     beruflichen Stationen,
                                                                     (ca. zwei Seiten) mit Foto

  Anschreiben (nur eine Seite)            Anschreiben (nur eine Seite)

  Abschlusszeugnisse                          entfällt

       (Schule, Studium)

 
Arbeitszeugnisse, Referenzen            entfällt

  Ggf. Arbeitsproben
                                      entfällt

  Bewerbungsmappe aus Pappe,         entfällt      

       Plastik      

  Nicht knicken, großen                        Nicht knicken, großen 
       Umschlag verwenden                            Umschlag verwenden
 


Fazit: Eine Kurzbewerbung besteht aus einem einseitigen Anschreiben und einem ca. zweiseitigen Lebenslauf. Ein gut gestaltetes Deckblatt ist optional und kann die Kurzbewerbung optisch aufwerten. Alle anderen Anlagen fallen zunächst ersatzlos weg, sollten aber vollständig vorliegen, denn häufig werden sie auf Wunsch kurzfristig nachgereicht.
 

Ausdrücklich eine Kurzbewerbung

Johanna ist Leiterin für Einkauf/Textil in einem kleinen Modehaus. Ihr Nachbar, der nette Herr Seeberg, klingelt gestern am späten Nachmittag an ihrer Haustür. Er arbeitet für ein großes deutschlandweit operierendes Modekaufhaus und erzählt, dass sein Arbeitgeber die Position des Einkaufsleiters neu besetzt. Falls Johanna Interesse hat, solle sie ihm in den nächsten Tagen eine Kurzbewerbung mitgeben.

 

 

 


Was ist eigentlich eine Kurzbewerbung?

Das ist ein tolles Jobangebot und die Chance auf einen richtigen Karrieresprung. So eine Möglichkeit darf sie sich nicht entgehen lassen.  Aber was, um alles in der Welt, ist eine Kurzbewerbung? Ein Anruf bei ihrem Bruder Georg bringt Klarheit.

 „Eine Kurzbewerbung“, erklärt Georg, „besteht in der Regel aus dem Bewerbungsschreiben und deinem tabellarischen Lebenslauf. Eventuell fügst du ein Deckblatt bei. Wenn du kein Deckblatt machen möchtest, muss dein Bewerbungsfoto oben auf dem Lebenslauf enthalten sein.

Die sonstigen Anlagen, wie Zeugnisse, Arbeitszeugnisse oder Referenzen werden im Unterschied zur „ausführlichen“ Bewerbung nicht mitgeschickt. Wer einen umfangreichen Lebenslauf hat, beschränkt sich auf die aktuellsten Tätigkeitsmerkmale der letzten zehn Jahre. Belanglose Studentenjobs oder Praktika entfallen“.


Warum verlangen manche Unternehmen Kurzbewerbungen?

 „Aber warum“, fragt Johanna, „verlangt Herr Seeberg von mir nur eine Kurzbewerbung. Ist es nicht sinnvoller, wenn ich gleich meine vollständige Bewerbung mit allen meinen guten Zeugnissen einreiche?“

 „Nein, auf keinen Fall“, meint Georg, „der Vorteil einer Kurzbewerbung ist, dass zwar alles Wesentliche darin enthalten ist und der Zeitaufwand für den Personalchef überschaubar bleibt“. Georg weiß, wovon er spricht, er hat schon oft nach einem anstrengenden Arbeitstag Überstunden gemacht, um stapelweise Bewerbungen durchzuarbeiten.

„Wenn eine Kurzbewerbung verlangt wird, halte du dich an die Vorgaben. Schließlich hat sich der Personalverantwortliche etwas gedacht, wenn er eine Kurzbewerbung haben anfordert. Wenn keine Bewerbungsform vorgegeben wird, ist es besser, eine Standardbewerbung mit allem Pipapo zu übergeben.“

„Ach“, grübelt Johanna, „dann muss ich mir nicht die Arbeit machen, alle Zeugnisse und Arbeitszeugnisse herauszusuchen und zu kopieren. Das ist praktisch“.

 „Da machst du dir jetzt falsche Hoffnungen. Denn eine Kurzbewerbung gilt in der Regel nur als Appetithäppchen, das Lust auf mehr machen soll und ersetzt nicht die richtige Bewerbung. Idealerweise bereitest du gleich beides vor. Sollte die ausführliche Bewerbung angefordert werden, kannst du sofort reagieren“, Georg grinst seine Schwester an, „und glänzen. Eines ist gewiss: Wer prompt auf Nachfragen reagiert, macht auf Personalchefs einen guten Eindruck.“

Johanna lächelt zurück. „So richtig klar ist mir noch nicht, in welchen Fällen ist eine Kurzbewerbung sinnvoll und in welchen nicht“?

 


In welchen Fällen ist eine Kurzbewerbung sinnvoll?



    Wenn der Arbeitgeber ausdrücklich eine Kurzbewerbung
         verlangt.

    Eignet sich, um gezielt Wunschunternehmen anzusprechen
        
(ähnlich wie Initiativbewerbung).

    Eignet sich als allgemeine Bewerbung für Job- und
          Karrieremessen.

    Eignet sich für Studenten- oder Aushilfsjobs.

    Eignet sich zur Bewerbung auf Chiffre-Anzeigen.


Fazit: Eine Kurzbewerbung wird nur überlegt eingesetzt.
In der Regel ist eine vollständige Standardbewerbung sinnvoller.

 

Kurzbewerbung - Nur gezielt einsetzen

Georg zuckt mit den Schultern. „Das lässt sich nicht konkret sagen. Ich sehe es so: Für Aushilfs- und Studentenjobs ist eine Kurzbewerbung ausreichend. Auch Leute, die auf Job-, Fach- und Branchenmessen gehen, um sich persönlich vorzustellen, können bei Bedarf eine Kurzbewerbung aus der Tasche ziehen. Diese Bewerbungen sind eher allgemeiner Art und nicht individuell auf eine spezielle Stelle zugeschnitten. Da macht eine Kurzbewerbung eher Sinn. Und natürlich, wie gesagt, wenn nur eine Kurzbewerbung verlangt wird.“

Johanna ist immer noch nicht ganz im Bilde. „Sind das Anschreiben und der Lebenslauf einer Kurzbewerbung im Unterschied zu einer „normalen“ Bewerbung identisch, oder gibt’s auch hier entscheidende Unterschiede?“

 

Georg denkt kurz nach. „Also beim Anschreiben gibt’s zwei Möglichkeiten: Wenn Dir die genauen Einzelheiten zum Jobangebot bekannt sind, zum Beispiel durch eine Stellenanzeige, sollte auch das Anschreiben bei einer Kurzbewerbung passgenau auf die Stelle abgestimmt werden. Das heißt, du legst im Anschreiben dar, warum gerade du perfekt für diesen Job geeignet bist. Das ist bei einer 'normalen' Bewerbung genauso.

Wenn dir die Jobeinzelheiten nicht bekannt sind, wie in deinem Fall, kannst du nur allgemein schreiben. Am besten hebst du in der Kurzbewerbung deine besonderen Qualifikationen hervor. Und der Satz ‘Auf Wunsch reiche ich gerne alle Zeugnisse und Referenzen nach‘, würde ich auch mit reinschreiben.


 




Für den Bewerber                           Für das Unternehmen

   Zeitersparnis beim                             Zeitersparnis bei der Sichtung
       Bewerbungsschreiben,                           der Bewerber
       da weniger aufwendig
       (Inhalt und Design)                           Kostenersparnis durch geringere
                                                                       Personalkosten für Sichtung
   Kostenersparnis                        
        (weniger Papier, Porto)                      

   Mehrfach verwendbar, da allgemeiner
        gehalten

  
Es müssen nicht gleich alle Fakten auf
       den Tisch gelegt werden (pokern)

  
Kann vorbereitet werden, und bei
       Bedarf direkt aus der Tasche gezogen
       werden (ideal für Messen, Jobbörsen)

   Kann als Türöffner dienen, wenn keine
        konkrete
Stellenanzeige vorliegt.




    Nachteile einer Kurzbewerbung -
         Diese Nachteile müssen Sie in Kauf nehmen:



Für den Bewerber                            Für das Unternehmen

   Durch die Kürze, begrenzte                Es liegen weniger Details
      Darstellungsmöglichkeiten der                über den Bewerber vor 
      eigenen Fähigkeiten  
                                                                 Es liegen keinerlei Referenzen  
   Doppelte Arbeit, da häufig                    über den Bewerber vor
       noch die ausführliche Bewerbung
       nachgereicht wird                                                           
                                                           
   Eine ausführliche Standardbewerbung                
       bietet größere Erfolgschancen                      

 


Kurzbewerbung - Was ist sonst noch zu beachten?

 „Würdest du an meiner Stelle das Bewerbungsfoto auf ein Deckblatt oder besser oben auf den Lebenslauf machen?“, fragt Johanna, sie ist sich in diesem Punkt unschlüssig.

„Das kannst du machen, wie du magst“, sagt Georg, „beides ist okay. Hauptsache ist, dass dein Foto dabei ist. Das erhöht die Chancen und den Wiedererkennungswert.“

„Und welche Tipps hast du noch für den Lebenslauf einer Kurzbewerbung“, will Johanna wissen?

„Im Grunde ist es ein normaler tabellarischer Lebenslauf, den du bei einer Kurzbewerbung versendest. Du schreibst den Lebenslauf auf jeden Fall antichronologisch, das heißt, du fängst gleich oben mit deiner aktuellen Stelle an und gehst rückwärts vor. Mach bloß nicht den Fehler und fange mit der Grundschule an, die hat im Lebenslauf nichts verloren“, witzelt Georg. auf jeden Fall kannst du noch ein, zwei Hobbys in den Lebenslauf reinschreiben.

„Das ist mir auch klar“, lacht Johanna.

 „Du würdest dich wundern, wie viele Bewerber das immer falsch machen“, Georg verzieht vielsagend sein Gesicht. „Aber da du gute Noten hast und bei einer Kurzbewerbung keine Zeugnisse beigefügt werden, würde ich an deiner Stelle im Lebenslauf die Abschlussnoten in Klammern mit aufführen. Das erhöht den Informationswert und poliert deine Bewerbung noch auf.“

 


Diese Angaben dürfen in einer Kurzbewerbung nicht fehlen


    Alle wichtigen beruflichen Stationen mit Tätigkeits-
         beschreibungen; bei langen Lebensläufen mind. die
         letzten zehn Jahre berücksichtigen.

   
Angaben zur Ausbildung oder Studium

    Besondere Qualifikationen und Zusatzkenntnisse in
         IT und Fremdsprachen

    Bewerbungsfoto

    Im Anschreiben soll ein Unternehmensbezug
         hergestellt werden: Argumente, warum der Bewerber
         optimal zur Stelle passt.


Fazit: Eine Kurzbewerbung kann zur Herausforderung werden.
Zwar kurz, bündig, überzeugend und trotzdem sollte alles
Wesentliche enthalten sein.




„Sehr gute Idee“, findet Johanna, „Ich setze mich nach dem Abendessen gleich an den Rechner, und fange mit meiner Kurzbewerbung an.“

Bereits zwei Tage später klingelt Johanna bei Herrn Seeberg und überreicht ihm den Umschlag mit Ihrer Kurzbewerbung. „Das ging aber flott“, staunt Herr Seeberg und nimmt den Umschlag in Empfang.

Schon am nächsten Tag klingelt Johannas Mobiltelefon. Der Personalchef des Modekaufhauses ist persönlich dran und lädt Johanna zum Vorstellungsgespräch ein. „So schnell kann es gehen“, freut sich Johanna und schreibt sofort eine SMS an ihren Bruder Georg.



Häufige Fragen: FAQ zur Kurzbewerbung

Wie soll eine Kurzbewerbung aussehen?
Wie es der Name sagt, ist die Kurzbewerbung eine reduzierte Version der klassischen Bewerbung, bei der lediglich einige Bestandteile weggelassen werden. Auch das Design ist nicht so aufwändig gestaltet. Die Kurzbewerbung besteht in der Regel aus einem einseitigen Anschreiben und einem verkürztem Lebenslauf. Wichtige Lebenslaufstationen müssen rein, unwichtige Praktika oder länger zurückliegende Stationen werden stark verkürzt. Manche Kurzbewerbungen verzichten auf das Bewerbungsdeckblatt, allerdings bietet das Deckblatt einen perfekten Rahmen für das Bewerbungsfoto. Wer kein Deckblatt möchte, sollte das Bewerbungsfoto in den Lebenslauf integrieren. Dafür verzichtet die Kurzbewerbung auf alle oder fast alle Anlagen. Interessiert sich ein Unternehmen für die Bewerberin oder den Bewerber, werden die Anlagen, wie Zeugnisse, Arbeitszeugnisse, Belege für Weiterbildungen etc. ausdrücklich nachgefordert. Wem es sinnvoll erscheint, wenigstens das letzte Arbeitszeugnis beizufügen, kann das tun.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzbewerbung und klassischer Bewerbung?
Die Kurzbewerbung besteht aus einem einseitigen Anschreiben und einem Lebenslauf. Je nachdem, welchen Zweck die Kurzbewerbung verfolgt, kann der Lebenslauf auf ca. 2 Seiten reduziert werden, indem länger zurückliegende Stationen nur kurz erwähnt werden. Das Deckblatt ist optional. Anlagen, wie Zeugnisse und Arbeitszeugnisse, entfallen zunächst. Im Anschreiben wird kommuniziert, dass Zeugnisse und Nachweise auf Wunsch nachgereicht werden können.

Was sind die Vorteile einer Kurzbewerbung?
Die Vorteile für eine Bewerberin oder einen Bewerber liegen auf der Hand. Im ersten Schritt ist die Bewerbung weniger arbeitsaufwändig, was Inhalt und Design angeht. Ggf. entstehen weniger Portokosten, da keine Anlagen beigefügt werden. Die Kurzbewerbung kann allgemeiner formuliert werden und ist dadurch vielseitiger oder mehrfach verwendbar. Das gilt zum Beispiel für den Einsatz auf Job- und Karrieremessen. Vorteil: Die Kurzbewerbung kann vorbereitet und bei Bedarf direkt aus der Tasche gezogen werden. Im Rahmen einer Kurzbewerbung müssen nicht alle Fakten von Anfang an auf den Tisch gelegt werden (pokern). Die Kurzbewerbung kann als Türöffner genutzt werden, wenn kein konkretes Stellenangebot vorliegt - ähnlich einer Initiativbewerbung.

Wann schreibe ich eine Kurzbewerbung?
Eine Kurzbewerbung ist nicht immer sinnvoll – nur unter bestimmten Voraussetzungen sollte auf die Kurzbewerbung zurückgegriffen werden. Zum Beispiel muss eine Kurzbewerbung verfasst werden, wenn das Unternehmen dazu auffordert. Das hat oft interne Gründe, meist möchte man bei der Sichtung nicht so ausführliche Unterlagen in die Hand nehmen. Auch bei einer Initiativbewerbung kann überlegt werden, ob mangels einer vorliegenden Stellenausschreibung eine Kurzbewerbung ausreichend ist. Wer auf Job- und Karrieremessen unterwegs ist, ist gut beraten, zur Knüpfung von Erstkontakten einen Stapel Kurzbewerbungen in der Tasche zu haben. Eine Kurzbewerbung ist auch für Studenten- oder Aushilfsjobs angemessen. Für solche oder ähnliche Anlässe eignet sich die kleine Schwester der klassischen Bewerbung. Ansonsten sollte man auf die übliche Bewerbungsform zurückgreifen. Oft wird nach Abgabe der Kurzbewerbung die ausführliche Bewerbung noch angefordert.

Bewerbungshilfe und Bewerbungsservice von peopleatventure.de



Sabine Ratermann