Bewerbungsfoto 2017: Achten Sie auf jedes Detail

9 Beispiele mit nützlichen Verbesserungsvorschlägen

Bewerbungsfoto Beispiele

Setzen Sie ruhig auf Ihr schönstes Lächeln

Bilder wecken automatisch Emotionen beim Betrachter. Tatsächlich können visuelle Reize sehr viel schneller aufgenommen werden, als jeder Text. Und Bilder bleiben garantiert viel nachhaltiger in Erinnerung. Ein Foto erscheint sofort glaubhaft, weil es vermeintlich die Wirklichkeit abbildet. Das baut Vertrauen auf und ist gut für Ihren Bewerbungserfolg.

Ein Bewerbungsfoto transportiert nicht nur Sympathiewerte, nein, es verrät viele persönliche Details über die Person dahinter. Allein schon Ihr Kleidungstil sagt jede Menge über Sie, Ihre Persönlichkeit und Ihren sozialen Status aus. Haltung, Mimik und Körpersprache sprechen Bände, ob Sie das wollen oder nicht. Machen wir uns nichts vor: natürlich wird daraus abgeleitet, wir Sie sich künftig etwaigen Kunden präsentieren, Sie zur restlichen Belegschaft passen oder den Zeitgeist treffen.

In Deutschland gehört das Bewerbungsfoto nicht zu den Pflichtbestandteilen in der Bewerbungsmappe. Trotzdem hat eine Bewerbung aus genannten Gründen ohne Foto wesentlich schlechtere Chancen.

Diese Tatsache ist den meisten Bewerbern durchaus bewusst. Tatsächlich werden nur wenige Bewerbungen ohne Foto versendet. Nach wie vor fällt ein fehlendes Bewerbungsfoto in deutschen Chefetagen negativ auf und gibt Anlass für wilde Spekulationen.

Anhand der folgenden 9 Beispielfotos erklären wir Ihnen, auf welche Details Sie bei Ihrem Bewerbungsfoto unbedingt achten sollten.


Bewerbungsfoto Beispiel 1:

bewerbungsfoto mann                     


Hartmut L. bewirbt
sich als
Abteilungsleiter für
Elektrowaren …










Richtig gemacht:

Die Kleiderwahl ist bei diesem Bewerbungsfoto grundsätzlich sehr gut. Die Farben wurden relativ neutral gewählt, die Krawatte ist perfekt gebunden und setzt neben einem ansprechenden Kontrast auch einen kleinen Farbakzent. Der Blick in die Kamera ist offen und auf Augenhöhe.

Das geht noch besser:

Etwas anstrengend für die Augen des Betrachters ist der weiße Hintergrund zum weißen Hemd. Außerdem lässt der extrem helle Hintergrund den Bewerber etwas blass aussehen. Der gewählte Bildausschnitt ist für ein Bewerbungsfoto ungeeignet. Denn hier gilt: Weniger ist mehr! Auf einem Bewerbungsfoto sollte ausschließlich der Kopf-und Schulterbereich abgebildet sein. Alles was darüber hinausgeht, ist fehl am Platze. Die lässigste aller Posen, Hände in den Hosentaschen, wirkt eher überheblich und gibt dem Foto eine unterschwellige Message mit: „Mir macht so schnell keiner etwas vor. Auch kein Chef.“ Da sich Hartmut auf eine Führungsposition bewirbt, wäre es angemessen, wenn er auf dem Foto auch ein Sakko zur Hose tragen würde.

 

Bewerbungsfoto Beispiel 2:

Bewerbungsfoto Frau
                             Sybille M. bewirbt sich auf
                             eine Stellenanzeige als
                            
Reiseverkehrskauffrau …



Richtig gemacht:

Ganz schön ist der direkte, offene Blick der Bewerberin in die Kamera und das freundliche  Lächeln. Das Makeup ist zurückhaltend und die Hautfarbe wirkt gepflegt und frisch.


Das geht noch besser:

Die Wahl der Bluse in der Signalfarbe Grellrot ist nicht besonders geeignet für ein perfektes Bewerbungsfoto. Außerdem hat Sybille es versäumt, die Bluse vorm Abdrücken des Auslösers glatt zu ziehen und den Kragen zu richten. Deshalb sieht das Oberteil nun etwas zerknittert und ungepflegt aus. Die Frisur könnte  ordentlicher sein, ist aber noch im Toleranzbereich. Ganz schlimm ist die völlig verkrampfte Körperhaltung der Bewerberin. Durch die eingefallene Schulterhaltung wirkt der Kopf wie auf den Rumpf gepfropft und es geht jede souveräne  Ausstrahlung verloren. Die weiße Jalousie im Hintergrund ist nicht ganz optimal, aber immer noch besser als eine Raufasertapete.

 
Bewerbungsfoto Beispiel 3:

Bewerbungsfoto mit Uhr
                          Dr. Thomas W. bewirbt sich
                          initiativ als
Ingenieur für
                         
Maschinenbau
bei einem
                          Marktführer für Druckmaschinen ...
                            


Richtig gemacht:

Der Bewerber hat ein sehr gepflegtes, sympathisches Äußeres.


Das geht noch besser:

Hände haben auf einem Bewerbungsfoto nichts zu suchen, da sie vom Gesicht ablenken. Auch die Uhr ist zu dominant. Ein freundliches Lächeln hätte der Grundstimmung auf dem Bewerbungsfoto gut getan und Sympathie erzeugt. Für eine Bewerbung als Ingenieur fehlen auf jeden Fall Sakko und Krawatte. Ein einfaches Hemd ist zu salopp. Auch sitzt das Hemd zu schlecht.

 

Bewerbungsfoto Beispiel 4:

                            Jessica R. möchte gerne als
                           
Kinderkrankenschwester
                           
arbeiten und bewirbt sich auf
                            eine ausgeschriebene Stelle ...

Bewerbungsfoto Beispiel
Richtig gemacht:

Der Bildausschnitt des Fotos zeigt den Kopf- und Schulterbereich und entspricht den Vorgaben für ein vorteilhaftes Bewerbungsfoto. Der offene und direkte Blick strahlt Selbstbewusstsein aus. Ganz wichtig bei langen Haaren: Zumindest auf einer Seite sollten Sie hinter die Schulter liegen. Das ist hier erfüllt. Der Blazer unterstreicht einen seriösen Eindruck.


Das geht noch besser:

Schwarze Haare, schwarzer Blazer, schwarzes T-Shirt und schwarzer Hintergrund lässt eine traurige, wenn nicht sogar düstere Stimmung aufkommen und erdrückt jede Leichtigkeit im Bild. Ganz sicher wäre etwas Farbe auf dem Bewerbungsfoto von Vorteil. Durch Puder hätte der leichte Hautglanz ganz einfach vermieden werden können. Die Haare wirken leider recht kaputt und ungepflegt. Zur Not einfach hochstecken oder zusammenbinden.

 

 
Bewerbungsfoto Beispiel 5:

Bewerbungsfoto mit Kravatte 
Volker G. ist Kfz-Mechatroniker
und hat gerade erfolgreich
seine Meisterprüfung
absolviert. Nun bewirbt er sich
auf eine Stellenanzeige.
Er möchte einen deutlichen
Gehaltssprung machen …








Richtig gemacht:

Die Kleiderwahl ist bei diesem Bewerbungsfoto grundsätzlich sehr gut. Die Farben wurden relativ neutral gewählt, die Krawatte ist perfekt gebunden und setzt neben einem ansprechenden Kontrast auch einen kleinen Farbakzent. Der Blick in die Kamera ist offen und auf Augenhöhe.


Das geht noch besser:

Leider ist die Körperhaltung im Bereich der Schultern etwas in Schieflage geraten. Dadurch sitzt die Krawatte schlecht und der Hemdkragen wirkt ungleich. Etwas weniger Glanz im Gesicht wäre vorteilhafter. Tipp: Mit "Blottingpaper" einfach abtupfen. Gibts in der Drogerie.

 

Bewerbungsfoto Beispiel 6:

Bewerbungsfoto Kleidung 














Carina P. ist aus
familiären Gründen
in eine andere Stadt gezogen
und sucht eine neue Arbeitsstelle
als Sekretärin der Geschäftsleitung.
Sie bewirbt sich bei den Stadtwerken …



Richtig gemacht:

Frisur und Gesichtsausdruck sind perfekt. Auch die Kleiderwahl ist sehr gut.


Das geht noch besser:

Leider handelt es sich bei dem Foto um einen Urlaubsschnappschuss. Auch wenn der Hintergrund eine leichte Unschärfe aufweist, für ein perfektes Bewerbungsfoto ist er ungeeignet. Der Bildausschnitt wurde zu groß gewählt – besser ist es, sich auf den Kopf-Schulterbereich zu beschränken. Damit wären dann auch die nächsten drei Fehler nicht passiert: Der rote Nagellack ist viel zu auffällig. Außerdem schafft die Verschränkung der Arme eine gewisse Distanz zum Betrachter. Und das ist keinesfalls gewollt! Der Blazer liegt nicht optimal am Körper. Das sieht irgendwie komisch aus.

 

Bewerbungsfoto Beispiel 7:

                                                     Stefanie B. hat ihr Studium der
                 Betriebswirtschaftslehre gerade
                 abgeschlossen und bewirbt sich nun
                 in einem bekannten Bankhaus …

Bewerbungsfoto Kopf angeschnitten
Richtig gemacht:

Die Kleider- und Frisurfrage für eine Bewerbung bei der Bank wurde von Stefanie sehr gut gelöst. Der Fokus des Bewerbungsfotos liegt so eindeutig auf dem freundlichen Gesicht und der selbstbewussten Körperhaltung. Das dezente Makeup ist angemessen und vermittelt einen sehr gepflegten Eindruck. Den Blick richtet Stefanie offen in die Kamera.


Das geht noch besser:

Der Hintergrund ist zwar neutral, enthält ab durch die aufsteigende Treppe die Message: „Ich möchte steil nach oben“. Mit so indirekten Botschaften sollte man beim ersten Eindruck sehr vorsichtig sein. Außerdem ist der Kopf zu stark angeschnitten. Das ist für ein Bewerbungsfoto nicht geeignet.

 

 
Bewerbungsfoto Beispiel 8:

Bewerbungsfoto mit Hintergrund
                          
Jana S. ist Studentin und
                           möchte sich in den
                           Semesterferien als  
                           Studentische Hilfskraft
                           bewerben …


Richtig gemacht:

Bildausschnitt, Frisur und Makeup sind gut gewählt. Richtig klasse ist der neutrale Hintergrund des Bewerbungsfotos.


Das geht noch besser:

Etwas verkrampft wirkt dagegen die unnatürliche Kopfhaltung der Bewerberin. Zudem wird der Kopf noch schief gehalten. Die Auswahl des Oberteils ist allerdings völlig daneben. Freie Arme und ein großes Dekolleté sind ein Nogo fürs Bewerbungsfoto, auch für Studenten. Die Farbe Lila ist für Bewerbungsfotos nicht die beste Wahl.

 

Bewerbungsfoto Beispiel 9:

Oksana T. möchte sich gerne als
Zahnarzthelferin verändern. Sie
bewirbt sich daher mit einer
E-Mail-Bewerbung

freundliches Bewerbungsfoto












Richtig gemacht:


Das total sympathische Lächeln überzeugt auf voller Linie. Das leichte Makeup unterstreicht die Natürlichkeit der Bewerberin.


Das geht noch besser:

Leider ist der Bildausschnitt falsch gewählt. Der Kopf ist zu präsent und lässt das Bild aufdringlich erscheinen. Das Bewerbungsfoto gibt auch keinerlei Hinweise auf die Kleiderwahl der Bewerberin, ein nicht unerhebliches Kriterium für Personalberater. Schließlich muss die Bewerberin künftig auch durch Ihren Auftritt das Unternehmen nach außen hin repräsentieren. Ein Teil der Kleidung sollte daher auch auf dem Bewerbungsfoto sichtbar sein. Außerdem könnten die Haare etwas sorgfältiger liegen.

 

Grundsätzliche Tipps zum Bewerbungsfoto


Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Bewerbungsfoto nicht älter als zwölf Monate ist. Auf einem perfekten Bewerbungsbild ist lediglich der Kopf- und etwas erweiterte Schulterbereich zu sehen. Ganzkörperbilder sind völlig ungeeignet. Es wird als störend empfunden, wenn Ihre Hände auf dem Foto zu sehen sind, besonders, wenn Sie sich ins Gesicht fassen. Auch bei querformatigen Bewerbungsfotos sollte Ihr Kopf möglichst nicht oder nur minimal angeschnitten sein.

Richten Sie den Blick direkt in die Kamera, so dass ein „Quasiblickkontakt“ mit dem Betrachter zustande kommt. Achten Sie bitte darauf, dass Sie den Kopf möglichst gerade halten. Eine Kopfneigung nach unten suggeriert eine gewisse Schüchternheit, ein nach hinten geneigte Kopfhaltung könnte einen überheblichen Eindruck erwecken. Viel besser kommen eine gerade Kopfhaltung und ein offener Blick an. So wirken Sie selbstbewusst und aufgeschlossen.

Ein Bewerbungsfoto ohne gewinnendes Lächeln ist nur die Hälfte Wert. Schließlich möchten Sie, dass auf ersten Blick der Sympathiefunke überspringt. Ein Lächeln mit leicht geöffneten Lippen, das auch einen kleinen Blick auf die oberste Zahnreihe freigibt, wirkt am sympathischsten. Übertriebenes Grinsen oder schelmisches Lächeln dagegen sind auf dem Bewerbungsfoto nicht sehr hilfreich.

Richten Sie den Dresscode nach Ihrem Beruf und nach der angestrebten Position. Grundsätzlich gilt: Kleiden Sie sich eher etwas konservativer und schicker. Bevorzugen Sie lieber gedeckte Farben. Eine gute Passform der Kleidung (nicht zu groß, nicht zu klein) ist Voraussetzung, um einen guten ersten Eindruck zu machen. Knitter- oder Freizeitlook ist für ein Bewerbungsfoto völlig ungeeignet – selbst wenn es gerade der aktuellste Modeschrei ist.

Für Frauen und Männer gleichermaßen ist ein gepflegtes Äußeres Pflicht. Wenn Ihre Haut, stark glänzt, sollten Sie sich unbedingt abpudern. Auch extreme Urlaubsbräune hat auf dem Bewerbungsfoto nichts zu suchen. Natürliche Frische ist die Devise.

Ein sehr wichtiges Bildelement für das Bewerbungsfoto ist der Bildhintergrund. Ist er falsch gewählt, lenkt er vom Bewerber ab und gibt dem Bild eine falsche Botschaft mit. Optimal ist ein neutraler Hintergrund ohne erkennbare Gegenstände.  Helle Hintergründe wirken freundlicher, zu helle Hintergründe machen farblos und blass. Die häufig auf Bewerbungsfotos strapazierte weiße Tapete oder der grüne Busch neben der Gartenterrasse sind für ein Bewerbungsfoto allerdings keine Alternative. Und Urlaubsfotos gehören allenfalls ins Album.
 

Tipps für Männer zum Bewerbungsfoto


Für alle Berufe gilt, mit einem Hemd sind Sie immer besser angezogen, als in einem Shirt. Kurze Ärmel sind für ein Bewerbungsfoto nicht geeignet. Um große Muster auf Hemd oder Krawatte sollten Sie besser einen Bogen machen. Es macht einen guten Eindruck, wenn der Krawattenknoten sorgfältig gebunden wird und mittig ausgerichtet ist. Auch der Hemdkragen sollte einwandfrei liegen.

Eine gute Rasur oder ein gepflegter Bart sind eine Selbstverständlichkeit. Die Haare sollten ordentlich gekämmt sein. Bitte benutzen Sie nicht übertrieben viel Haargel. Natürlichkeit ist besser. Tragen Sie auf dem Bewerbungsbild keinen Schmuck, das wirkt unseriös. Fotos beim Ausüben von Hobbys können dynamisch wirken, sind aber nicht geeignet.


Tipps für Frauen zum Bewerbungsfoto


Zu einem gepflegten Auftreten gehört ein angemessenes Makeup. Leider wird gerade auf Bewerbungsbildern regelmäßig völlig überschminkt. Ein Abendmakeup hat auf einem Bewerbungsfoto nichts zu suchen. Auch auffälliger Schmuck oder ein Schal gehören keinesfalls zu den sinnvollen Accessoires.

Gerade bei Frauen ist die Wahl der Garderobe ein Statement. Ein seriöser Kleidungsstil ist zu empfehlen. Im Freizeitlook sollten Sie besser nicht aufs Bewerbungsbild. Schreiende Farben oder wilde Muster erschweren einen guten Eindruck. Gleiches gilt für ein tiefes Dekolleté und freie Schultern. Knitterlook ist ebenfalls nicht geeignet. Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung eine gute Passform hat und sitzt.

Ein ordentlicher Haarschnitt ist unerlässlich. Ungepflegte Haare und herausgewachsene Farbansätze sind ein echter Chancenkiller für Ihre Bewerbung. Frauen mit langen Haaren sollten die Haare besser hinter die Schultern legen und ihr Gesicht uneingeschränkt zeigen. Es ist durchaus vorteilhaft, wenn Sie die Haare hochstecken oder zusammenbinden. Studien haben gezeigt, dass Frauen, die auf dem Bewerbungsfoto weniger weiblich wirken, bessere Chancen haben.

 

Autorin: Sabine Ratermann

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