Das Bewerbungsschreiben

Die 24 häufigsten Fehler im Anschreiben


Bewerbungsschreiben Anschreiben in der Bewerbung
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Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben zu verfassen, gehört ohne Zweifel zur Königsdisziplin im Bewerbungsprozess. Hier ist nicht nur Ausdrucksfähigkeit und Strategie gefragt, sondern es kommt auch auf ganz viele kleine Details an. Nur wenn in der Summe alles passt, kann das Anschreiben auf ganzer Linie überzeugen.

Ganz wichtig – alles muss auf eine Seite passen! Kein Personaler möchte langatmige Romane lesen. Beweisen Sie, dass Sie einen Blick dafür haben, was dem Leser wichtig ist. Auf den Punkt formulierte Daten und Fakten erhöhen den Informationsgehalt, und somit die Durchschlagkraft Ihrer Bewerbung. Vermeiden Sie lange Schachtelsätze und konzentrieren Sie sich nur auf das Wesentliche. So erhalten Sie professionelle Bewerbungsunterlagen.

Tipp: Arbeiten Sie sukzessive daran, eine möglichst große Schnittmenge
        zwischen Ihrer Person und dem Stellenangebot herzustellen.
        Auf diese Weise wird anschaulich, warum gerade Sie für die
        angebotene Stelle besonders geeignet sind.


Verweisen Sie auf Ihre bisher erworbenen Kompetenzen und Erfolge. Legen Sie dar, warum es Ihr großer Wunsch ist, gerade dort zu arbeiten. Bitten Sie freundlich, aber nicht unterwürfig, um eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Weisen Sie auf den frühestmöglichen Eintrittstermin hin. Ihre Gehaltsvorstellungen erwähnen Sie nur, wenn im Stellenangebot ausdrücklich danach gefragt wird.

Vermeiden Sie im Anschreiben zu langatmige Passagen, zu allgemeine Formulierungen und ausgelutschte Floskeln, wie „hiermit bewerbe ich mich...“ oder „Sie suchen einen neuen Mitarbeiter – hier bin ich.“ Starten Sie Ihr Bewerbungsschreiben gleich im ersten Satz mit informativen Daten und Fakten zu Ihrer Person.

Diese 24 häufigsten Fehler können Sie ganz einfach vermeiden!

 

  Brief mit 24 Fehlern

  Bewerbung Anschreiben mit Fehlern Bewerbung Anschreiben falsch drucken
  Brief mit Korrekturen

  Bewerbung Anschreiben richtig Bewerbung Anschreiben richtig drucken

 

zu 1. - Die Absenderadresse

Nur die Adresse im Absender? Das ist eindeutig zu wenig! Schließlich bezwecken Sie mit dem Bewerbungsanschreiben, dass Sie eine Rückmeldung erhalten. Dies geschieht in der Regel durch einen Anruf oder eine E-Mail. Zu den Mindestangaben der Kontaktdaten gehören deshalb immer die Telefonnummer und E-Mailadresse. Wer mag, kann auch seine Mobilnummer noch angeben.


zu 2. - Der Unternehmensname

Was die korrekte Schreibweise angeht, sind Chefs oder Personaler immer sehr pingelig und verzeihen keine Fehler im Unternehmensnamen. Daher lohnt es sich, besser zwei- oder dreimal hinzuschauen, ob der Firmenname in der Adresse akkurat geschrieben ist. Vor allem bei Gesellschaftsnamen ist da schnell der Wurm drin. Natürlich stellt kein Unternehmen einen neuen Mitarbeiter ein, wenn er nicht in der Lage ist, den Firmennamen ohne Fehl und Tadel schreiben.

Achten Sie also auf korrekte Groß-/Kleinschreibung und auf die richtige und vollständige Firmenbezeichnung. Im besten Fall schauen Sie kurz auf der Firmenwebsite nach. Die im Beispiel verwendete Ziffer im Firmennamen (Strut6h Betriebstechnik GmbH) ist ein fahrlässiger Tippfehler, dort hat sich versehentlich eine Zahl mit eingeschmuggelt. Das hinterlässt im Anschreiben einen oberflächlichen Eindruck von Ihnen. Dabei wollen Sie doch eigentlich mit Ihrer Bewerbung glänzen. Ein konzentriertes Korrekturlesen hätte hier Abhilfe geschaffen. Noch besser ist, wenn eine zweite Person Ihrer Wahl mit drüber schaut.

zu 3. - Die Anschrift des Unternehmens

In die Anschrift gehört auch der Name des Personalverantwortlichen - in diesem Beispiel „Herr Degelow“. Das erhöht die Chancen, dass Ihr Bewerbungsschreiben schnell in die richtigen Hände gelangt. Außerdem macht es sich gut, wenn Sie sich bereits nach dem richtigen Ansprechpartner erkundigt haben.

Machen Sie jetzt bloß nicht den guten Eindruck durch veraltete Gepflogenheiten wieder kaputt! Die Floskel „zu Händen" (z.Hd.) oder (z.Hd) ist heute nicht mehr zeitgemäß.“ Herrn (und nicht Herr) Degelow“ wäre die richtige Variante.  

Auweia! Der Klassiker an Peinlichkeit! In der direkten Anrede (Sehr geehrter Herr …) steht leider nicht Herr Degelow sondern Frau Gieselmann! Einer von beiden Namen ist wohl noch ein Überbleibsel aus einer anderen Bewerbung und wurde nicht überschrieben. Schlampig gearbeitet, kann man da nur sagen. Das ist durchaus menschlich, aber in einem Bewerbungsschreiben fatal!!! Sie glauben nicht, wie häufig das vorkommt!

Und noch etwas: Der Name sollte auch richtig geschrieben werden. Ein Herr Mayer ist nicht gleich Herr Meier oder Herr Maier. Wenn Sie nicht sicher sind, wie die korrekte Schreibweise lautet, hilft ein Anruf zur Klärung weiter. Gleichzeitig belegen Sie so, dass Ihnen keine Mühe zu viel ist.

zu 4. - Das aktuelle Datum

Frage: Was kann man beim Datum schon falsch machen? Antwort: Jede Menge!!! Zum Beispiel, wenn es nicht aktuell ist. Wenn Sie eine ältere Vorlage überschreiben, geht das Datum schnell und gerne vergessen! Eine Bewerbung von Vorvorgestern ist leider keinen Pfifferling mehr wert. Bitte achten Sie unbedingt auf Aktualität: Heute!

Und machen Sie auch hier keinen Schönheitsfehler! Das kleine Wörtchen „den“ im Datum ist aus dem letzten Jahrhundert. Lassen Sie das Relikt im Bewerbungsschreiben einfach weg. Denken Sie unbedingt daran, dass das Datum im Anschreiben auch mit dem Datum in Lebenslauf und Deckblatt übereinstimmt.

zu 5. - Der Betreff

Der Betreff ist ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil eines Bewerbungsschreibens. Hier können die Leser mit einem Blick erkennen, um was es im Bewerbungsanschreiben geht, ohne den gesamten Text zu lesen. Ein wichtiges Kriterium für ein Sekretariat, um das Schreiben an die richtige Stelle weiterzuleiten, wenn täglich viele Briefe eingehen. Daher sollten Sie der Firma mit Ihrem Bewerbungsanschreiben diesen Service auch unbedingt bieten. Das Wörtchen "Betreff" (das gilt auch für die Abkürzung "Betr.") ist dabei völlig überflüssig und wird heutzutage nicht mehr verwendet. Wenn im Stellenangebot eine Referenznummer angeben wird, dann gehört diese Nummer auch in die zweite Zeile des Betreffs.


zu 6. - Der Inhalt des Betreffs

Dass es sich bei dem Brief um eine Bewerbung handelt, ist eine nützliche Information für den Leser. Also gehört das Wörtschen "Bewerbung" unbedingt in den Betreff. Aber was, wenn eine Firma gleich mehrere Stellen ausgeschrieben hat? Denken Sie mit und geben dem Sekretariat im Betreff gleich die wesentlichen Angaben in zwei Zeilen: Zeile1: Bewerbung als Elektroniker, Zeile 2:  Ihre Stellenanzeige in der Morgenpost vom 10.05.2019. Man merkt sofort: Da weiß einer, wie der Hase läuft.


zu 7. - Die Anrede

Ein Bewerbungsschreiben sollte immer einen konkreten Adressaten haben. Die allgemeine Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren," ist daher verpönt. Hier in diesem Beispiel läuft es trotzdem falsch. Oben in der Anschrift wird der Brief an Herrn Degelow gerichtet, in der Anrede steht aber "Sehr geehrte Frau Gieselmann,". Tatsächlich müssten aber beide Namen übereinstimmen! Darüber stolpert garantiert jeder Personalverantwortliche, denn da müsste sein Name stehen!


zu 8. - Der Blocksatz

Auf den ersten Blick sieht der Blocksatz in einem Bewerbungsschreiben optisch cool und aufgeräumt aus. Trotzdem sollte besser der Flattersatz (linksbündiger Text) verwendet werden. Begründung: Ein Blocksatz ist viel schlechter lesbar, weil die Lücken zwischen den einzelnen Wörtern beim Blocksatz unterschiedlich groß sind. Viel angenehmer für den Leser ist daher der Text im Flattersatz. Bei Ihrer Bewerbung ist Inhalt und gute Lesbarkeit wichtiger, als die Optik.


zu 9. - Die Höflichkeitsform

Nicht einmal die Rechtschreibreform von 1996 konnte der Höflichkeitsform in Briefen etwas anhaben. Nach wie vor wird die direkte Anrede „Sie“ und „Ihnen“ in allen abwandelten Formen großgeschrieben. Das gilt selbstverständlich auch für Bewerbungsanschreiben. Wenn Sie nicht regelmäßig Geschäftsbriefe verfassen, rutscht das mit der Höflichkeitsform gerne mal durch. Beim Korrekturlesen sollten Sie deshalb Ihr besonderes Augenmerk darauf legen.


Bewerbungsschreiben Inhalt
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zu 10. - Die Ausdrucksweise

Die Ausdrucksweise in einem Bewerbungsschreiben sollte zwar nicht zu geschwollen klingen – wenn Sie allerdings zu sehr ins Umgangssprachliche abrutschen, klingt das Bewerbungsanschreiben schnell drittklassig. Daher müssen Sie Ihre Formulierungen mit Bedacht wählen.

Anstelle des flapsigen Wortes „Job“ verwenden Sie besser „ausgeschriebene Stelle“ oder „Arbeitsplatz“. Das klingt wesentlich seriöser. Das Wörtchen „oft“ kann beispielsweise als „häufig“ dargestellt werden.

Noch etwas: Witzige Ausdrucksweisen haben in einem Bewerbungsschreiben gar nichts zu suchen, sonst machen Sie sich selbst zur Lachnummer.

zu 11. - Selbstbewusster Schreibstil

Verfassen Sie Ihr Bewerbungsschreiben auf keinen Fall zu passiv, Arbeitgeber schwören lieber auf selbstbewusste Arbeitnehmer. Versuchen Sie, durch geschickte Wortwahl taff herüberzukommen und für sich überzeugend zu werben.

Ich „werde eingesetzt“ hört sich an, als wären Sie ferngesteuert. Formulierungen, wie „ich arbeite zurzeit“ oder „aktuell liegt mein Verantwortungsbereich“, klingt wesentlich selbstbestimmter und dynamischer. Machen Sie sich bloß nicht zu klein, denn Sie haben dem Unternehmen auch etwas zu bieten! Nämlich Ihre wertvolle Arbeitskraft.

zu 12. - Die Aufzählungen

Das Bewerbungsschreiben ist keine Presswurst. Es ist ein Irrglaube, zu denken, je mehr drinsteht, desto mehr Eindruck kann man schinden. Wichtig ist dagegen, dass im Anschreiben eine möglichst große Schnittmenge mit der Stellenanzeige herausgearbeitet wird. Dabei helfen ellenlange Aneinanderreihungen von persönlichen Erfolgen kaum weiter, wenn sie nicht belegt sind. Besser ist es, weniger Einzelheiten zu kommunizieren, dafür aber auch plausible Begründungen mitzuliefern: "Ich bin in der Lage, eigenverantwortlich zu arbeiten, als Teamleiter leite ich aktuell die Arbeitsgruppe für Qualitätsmanagement."


zu 13. - Die Wortwahl

Verbannen Sie unbedingt die Umgangssprache des Alltags aus Ihrem Bewerbungsschreiben. Aber machen Sie bitte nicht den Fehler und verwenden steifes, geschwollenes Beamtendeutsch. In diesen hochtrabenden Satzkonstruktionen wird aus jedem Verb ein Substantiv und man muss die Sätze dreimal lesen, um den Inhalt zu verstehen.

„Des Weiteren“ ist eine schwerfällige, umständliche Formulierung, die sich nicht gut liest. Durch einfache und gängige Worte wie z.B. „Darüber hinaus“, wirkt ein Text gleich viel gefälliger. Wenn Ihre Grundformulierung für das Bewerbungsanschreiben steht, sollten Sie im Rahmen eines Feinschliffs die Wortwahl im Einzelnen nochmals überdenken.

Manchmal hilft auch Google unter dem Stichwort „Des Weiteren Synonym“ ein passendes Wort gleichen Inhalts zu finden. Probieren Sie es aus. Durch eine ausgeklügelte Wortwahl krönen Sie Ihr Bewerbungsschreiben.

zu 14. - Die Soft Skills

Nutzen Sie das Bewerbungsschreiben, um Ihre persönlichen Eigenschaften (Soft Skills) zu präsentieren. Nicht selten werden bereits in den Stellenanzeigen die gewünschten Eigenschaften (z.B. teamfähig, zuverlässig, belastbar) aufgezählt, die eine Bewerberin oder ein Bewerber mitbringen sollte.

Jedoch die Wunscheigenschaften einfach in das Bewerbungsanschreiben zu übernehmen und lapidar aufzuzählen, wäre zu profan. Schließlich kann jeder einfach behaupten, dass er die verlangten Vorzüge besitzt. Deshalb sollten Sie Ihre guten Eigenschaften nicht nur aufzählen, sondern auch begründen.

Warum besitzen gerade Sie alle diese Qualitäten? (z.B. „Ich bin teamfähig, in den vergangenen Jahren war ich sehr erfolgreich in der Arbeitsgemeinschaft XY eingebunden“). Die von Ihnen im Bewerbungsanschreiben aufgeführten Soft Skills sollten übrigens auch in Ihren Arbeitszeugnissen zu finden sein, damit ein Schuh daraus wird.

zu 15. - Der Konjunktiv

Mit dem Konjunktiv, der Möglichkeitsform, sollten Sie in einem Bewerbungsschreiben, wenn überhaupt, sparsam umgehen. Wer, wenn nicht Sie selbst, wissen, dass Sie eine gute Verstärkung für die Firma „sind“ und nicht „wären“. Ihnen ist von Anfang an klar, dass Sie sich über eine Einladung zum  Vorstellungsgespräch aufrichtig „freuen“ und sich nicht „freuen würden“.

 Machen Sie sich in Ihrem  Anschreiben nicht zu klein, denn die Arbeitswelt sucht keine Duckmäuser, sondern Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl. Hierbei das richtige Maß zu finden, erfordert allerdings ein gewisses Fingerspitzengefühl – dafür gibt es leider keine Faustregel. Aber die Erfahrung zeigt, mit jeder Bewerbung werden Sie besser!

zu 16. - Der Wechselgrund

Würden Sie als Chef in Ihrer Firma jemanden einstellen, nur weil dieser von einer anderen Firma unbedingt weg möchte? Nein! Sie möchten viel lieber einen neuen Mitarbeiter einstellen, der perfekt zur offenen Stelle passt, die Anforderungen erfüllt, hochmotiviert ist und regelrecht dafür brennt, bei Ihnen zu arbeiten.

Wie offen Sie als Bewerberin oder als Bewerber Ihre Wechselgründe in einer Bewerbung darlegen, muss deshalb gut überlegt werden. Dass Sie in Ihrer alten Firma kein Vorankommen sehen, mag der Wahrheit entsprechen. Trotzdem sollte es keinesfalls so in Ihr Bewerbungsschreiben übernommen werden, denn es könnte Ihnen negativ ausgelegt werden. Manch einer könnte denken, dass es auch an Ihnen liegt, wenn es mit den Aufstiegschancen nicht so richtig klappt.

Bevor Sie sich in diesem Punkt aufs Glatteis begeben, lassen Sie die Begründung besser ganz weg. Das oberste Gebot im Bewerbungsprozess lautet natürlich: Schreibe niemals etwas Schlechtes über den letzten Arbeitgeber, auch wenn es Situationen gibt, wo es schwerfallen mag. Am Ende schaden Sie sich damit nur selbst! Diplomatie ist auch in einem Bewerbungsschreiben sehr von Vorteil. Also: Wechselgründe gehören besser ins Vorstellungsgespräch und nicht in die Bewerbung.

zu 17. - Abgedroschene Phrasen

5 Euro für das Phrasenschwein. Da war doch mal was. Der Satz „Ich suche eine neue Herausforderung“ steht in jedem dritten Anschreiben. Wer täglich viele Bewerbungen sichtet, dem kommt diese Formulierung schon aus den Ohren. „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen“ steht in jeder fünften Bewerbung. Wer ein persönliches, individuelles Bewerbungsschreiben verfassen möchte, kommt nicht umhin, sich selbst eine gute Formulierung einfallen zu lassen. Meiden Sie die abgegessenen Phrasen, die verraten, dass Sie keine Lust hatten, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Je persönlicher das Bewerbungsschreiben formuliert ist, desto mehr ist ein Bewerber im positiven Fokus.


Bewerbungsschreiben Form
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zu 18. - Die Gehaltsvorstellung

Die goldene Regel zur Gehaltsvorstellung lautet: Wird im Stellenangebot explizit nach Ihrer Gehaltsvorstellung gefragt, dann müssen Sie im Anschreiben auch darauf eingehen. Die richtige Stelle dafür ist vor der Bitte um ein Vorstellungsgespräch. Richtig ist, wenn Sie hier Ihre Vorstellungen von einem Bruttojahresgehalt (bitte kein Monats- oder Stundenlohn) darlegen. Steht im Stellenangebot nichts, dann lassen Sie Ihre Geahltsvorstellungen einfach weg. Warum? Der bessere Platz, um übers Geld zu reden, ist immer noch das Vorstellungsgespräch.


zu 19. - Der letzte Satz

Den Konjunktiv im letzten Satz sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Die Bitte um ein Vorstellungsgespräch muss ohne hätte/wäre/könnte formuliert werden. Hier gilt, je höher die Position, um die Sie sich bewerben, desto wichtiger ist eine selbstsichere Formulierung im Schlusssatz des Bewerbungsanschreibens. Im Helferbereich, als Aushilfe, Azubi oder Praktikant schadet der Konjunktiv an dieser Stelle aber nicht.


zu 20. - Inhaltliche Fehler

Und noch ein Klassiker! Da hat sich wieder ein ganz peinlicher Fehler eingeschlichen! In der Adresse steht die "Struth Betriebstechnik GmbH" und im letzten Absatz des Anschreibens steht, dass Sie gerne bei der Firma "ABC Technik" arbeiten würden.  Na, wo denn nun?

Würden Sie denn einen Arbeitnehmer einstellen, der nicht in der Lage ist, ein Bewerbungsschreiben auf eine einzige Firma zu beziehen? Entweder, Sie arbeiten schlampig und könnten es aber besser, oder Sie geben sich bereits alle erdenkliche Mühe und schaffen es nicht. Was sonst sollte ein Personalverantwortlicher über so ein Bewerbungsschreiben denken? Fazit: Hirn einschalten beim Korrekturlesen und nicht nur auf die Rechtschreibung achten, sondern auch auf inhaltliche Fehler

zu 21. - Eigeninitiative

Sich selbst zum Vorstellungsgespräch einzuladen mit dem Satz: „Wie wäre es am Mittwoch um zehn Uhr?“ ist schlicht eine Unverschämtheit. Das ist fast so, als würden Sie sich bei Ihrem künftigen Chef einfach zum Kaffee einladen.

Ob eine solche Maßnahme wirklich gelingt, ist mehr als fraglich. Wenn Sie mit einem guten Bewerbungsschreiben und guten Zeugnissen ins Rennen gehen, kommt eine ehrliche und ernstgemeinte Einladung zum Vorstellungsgespräch von ganz allein. Ist wohl eher unwahrscheinlich, dass sich ein Personaler auf diese Weise das Heft aus der Hand nehmen lässt.

zu 22. - Der Schlussgruß

Der Schlussgruß rundet Ihr Bewerbungsschreiben ab. Für Eigenwilligkeit und Extravaganzen ist hier allerdings kaum Spielraum. Standard ist hier sogar die beste Lösung. Mit der Formulierung „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Freundliche Grüße“ können Sie nichts verkehrt machen. „Beste Grüße“ scheint schon fast ein wenig zu vertraut. Wer ganz viel Respekt ausdrücken möchte, zeigt mit „Hochachtungsvoll“, dass er im Zeitgeschehen etwas hinterherhinkt. Also bleiben Sie lieber bei der einfachen Variante.


zu 23. - Die Unterschrift

Das Bewerbungsschreiben ist nur komplett, wenn es mit Ihrer Unterschrift versehen wird. Sie werden lachen, auch das ist schon vergessen worden. Es macht einen guten Eindruck, wenn das Anschreiben mit ausgeschriebenem Vornamen und Nachnamen unterzeichnet wird. Wer eine unleserliche Handschrift hat, kann unter der handschriftlichen Unterschrift auch nochmal seinen Namen mit dem Computer schreiben - nötig ist das aber nicht.

Besonders hochwertig sieht der Namenszug aus, wenn er mit dem Füller geschrieben wird. Empfohlen wird eine handschriftliche Unterschrift in blauer Farbe. Bei E-Mail- und Online-Bewerbungen kann die handschriftliche Unterschrift zur Not auch entfallen. Ihr mit der Tastatur getippter Name ist dann ausreichend. Wenn Sie es trotzdem schaffen, Ihren handschriftlichen Namenszug einzuscannen und am Rechner einzufügen, ist das natürlich spitze!

zu 24. - Das Wörtchen "Anlagen"

Da mit Ihrem Bewerbungsschreiben noch Deckblatt, Lebenslauf, Zeugnisse und Arbeitszeugnisse verschickt werden, ist es ratsam, am linken, unteren Rand Ihres Bewerbungsschreibens das Wort „Anlagen“ zu schreiben. Dies ist ein guter Hinweis für den Leser, dass das Kuvert noch weitere Unterlagen enthalten soll. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Anlagen versehentlich nicht mit in den Umschlag gewandert sind (oder die Anlagen nicht an die E-Mail angehängt wurden). Eine Aufzählung, welche Unterlagen im Einzelnen beigefügt wurden, ist an dieser Stelle nicht nötig. Schon aus Platzgründen sollte das Bewerbungsschreiben auf eine Seite beschränkt werden.

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Sabine Ratermann