Der tabellarische Lebenslauf

Anleitung: So bringen Sie Ihr Berufsleben in Form


Lebenslauf Anleitung

Falls Sie es noch nicht wissen: Der Lebenslauf ist der absolute  Joker in Ihrer Bewerbungsmappe. Natürlich muss eine Bewerbung von A wie Ausbildung bis Z wie Zeugnisse perfekt  sein – aber der eigentliche Trumpf ist Ihr Lebenslauf.  Auch wenn das Anschreiben ganz oben liegt, der erste Blick gilt in der Regel Ihrem beruflichen Werdegang!

Warum ist das so? Entscheidend für die Besetzung einer Arbeitsstelle ist die Passgenauigkeit zwischen dem Stellenanforderungsprofil und Ihrer Qualifikation. Je besser  Sie als Bewerber zum Job passen, desto höher ist die zu erwartende Arbeitsqualität. Ob Bewerber und Stellenausschreibung tatsächlich gut zusammenpassen, steht nur im Lebenslauf.

Wenn Sie die Vorauswahl im Bewerbungsstapel ohne Federnlassen überstehen wollen, ist es empfehlenswert, sich mit Ihrem Lebenslauf an ein bewährtes Gliederungsschema zu halten. Es kommt immer wieder vor, dass sehr gute Bewerber scheitern, weil Sie nicht in der Lage sind, Ihre Vorzüge richtig zu strukturieren und den roten Faden im Lebenslauf herauszuarbeiten.

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Eine echte Herausforderung: Kurz aber vollständig

Die wichtigste Eigenschaft, die Ihr Lebenslauf aufweisen muss,  ist eine klare Struktur. In kurzen, stichpunktartigen Aufzählungen sollen die wesentlichen Informationen sachlich und übersichtlich dargestellt werden.

„Zeit ist Geld“, denkt der Personaler und legt einen sechsseitigen Lebenslauf in ganzen Sätzen auf den Absagestapel, ohne auch nur einmal hineinzuschauen.

Ziel muss es sein, dem Leser ohne viel Zeitaufwand alle wesentlichen Faktoren zu präsentieren. Eine grafisch ansprechende Darstellung kann hierbei durchaus hilfreich sein. Wer sich in einem Grafikprogramm nicht auskennt, kann auf fertig formatierte Bewerbungsvorlagen zurückgreifen.

Ein guter Lebenslauf soll schließlich als Appetizer für ein Vorstellungsgespräch dienen und die Neugier des Betrachters wecken.  Und geben Sie sich bitte keinen Illusionen hin: Lücken im Lebenslauf müssen erklärt werden. Schweigen ist die falsche Taktik. Der einzig mögliche Lösungsansatz ist eine geschickte Formulierung.

Lebenslauf Kündigung

Der Euro-Pass-Lebenslauf

Von der Geburt bis heute, wie soll das alles auf zwei Seiten passen? Der Trend geht zu immer kürzen Lebensläufen. Auf viele Angaben, die früher als Klassiker im Lebenslauf galten, kann man heute getrost verzichten.

Infos über Konfession, Familienstand, Kinder, Berufe der Eltern u.Ä. sind nur noch in Ausnahmefällen von Relevanz. Neue Maßstäbe setzt hierbei der EU-Ratsbeschluss vom Dezember 2004 mit dem Europass-Lebenslauf. Hier wurden Aufbau und Struktur für einen Euro-Lebenslauf festgelegt, der es ermöglicht, auch auf Europäischer Ebene und in verschiedenen Sprachen Bewerbungen zu vergleichen. Dies ist ein unerlässliches Unterfangen im Rahmen fortschreitender Globalisierung. Der Euro-Lebenslauf gilt heute auch als gute Orientierungshilfe für den aktuellen Standart-Lebenslauf, der in Deutschland üblich ist.

Lebenslauf in der Bewerbung

Rolle vorwärts oder rückwärts?

1. Der chronologische Lebenslauf: Von vorne bis hinten

Was meinen Sie? Macht es Sinn, den Lebenslauf in der chronologisch richtigen Reihenfolge aufzubauen und mit der Grundschule anzufangen? Ist die erste Schule für den Personaler eine wichtige Information? Wohl eher nicht?!
Trotzdem hat der chronologische Lebenslauf noch seine Daseinsberechtigung. Für Berufsanfänger wie Studenten und Auszubildende oder Praktikanten, also alle, die noch nicht über viel Berufserfahrung verfügen, ist diese Darstellungsform die geeignetere.

2. Der antichronologische Lebenslauf:  Alles rückwärts aufrollen

Es gilt als Faustregel:  Am interessantesten ist das, was Sie zuletzt gemacht haben. Und deshalb sollte die letzte Stelle mit Ihren Tätigkeitsmerkmalen  ganz oben stehen! Für alle Bewerber mit Berufserfahrung ist grundsätzlich der antichronologische Lebenslauf die richtige Wahl.  So sieht es auch der Euro-Pass vor. Der aktuellste Job rankt ganz oben und listet Wissen und Können auf, das Sie heute sehr gut beherrschen. 

Nur das, was Sie jetzt drauf haben, kann einen potenziellen Arbeitgeber am Ende voll überzeugen! Was vor langer Zeit war, hat lediglich untergeordnete Bedeutung und trägt allenfalls zu einem Gesamteindruck bei. Schlecht für Sie, wenn sich ein Entscheidungsträger das Wichtigste erst am Ende des Lebenslaufs mühsam zusammensuchen muss.

Lebenslauf schreiben ohne Fehler

Wann war das gleich nochmal? Die äußere Form der Lebenslauftabelle

Ganz oben im Lebenslauf ist der richtige Platz für Ihren Namen und die Kontaktdaten. Es bleibt selbstverständlich Ihrem Geschmack überlassen, wie Sie die Daten anordnen.

Wichtig ist nur, dass sie vollständig und richtig sind. Wenn Sie kein Deckblatt verwenden möchten, muss neben den persönlichen Daten noch Platz für Ihr Bewerbungsfoto sein. In diesem Fall sollten Sie von einem Bewerbungsfoto im Querformat Abstand nehmen, da es an dieser Stelle viel zu wuchtig wirkt.

Unterhalb der persönlichen Daten wird im  tabellarischen Lebenslauf in zwei Spalten gearbeitet. Die erste Spalte ist etwas schmaler und enthält ausschließlich Zeitangaben.

Parallel zu den Zeitangaben wird in der zweiten Spalte Ihr Werdegang in Stichpunkten erläutert. So ist mit einem Blick erkennbar, wie lange Sie wo gearbeitet haben und ob Sie die Karriereleiter rauf oder (hoffentlich nicht) runter gerutscht sind.

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Die Gliederung: Was kommt in welches Töpfchen?

Um es dem Betrachter zu erleichtern, sich von Ihrer Persönlichkeit und Arbeitskraft ein aussagekräftiges Bild zu machen,  ist es sinnvoll, den Lebenslauf in die üblichen Kategorien zu untergliedern.

Das hilft dem Personalentscheider, sich gewohnt gut zwischen den Daten zurechtzufinden und erleichtert es, die zeitlichen Angaben mit den Arbeitszeugnissen zu überprüfen. Ein vollständiges Gliederungsschema gewährleistet auch, ähnlich wie bei guten Bewerbungsvorlagen, dass Sie selbst nichts Elementares vergessen.

Übrigens: Soft Skills, wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder andere Ihrer herausragenden persönlichen Eigenschaften, haben im Lebenslauf nichts verloren. Diese sollten Sie im Anschreiben, oder wenn dort der Platz nicht reicht, in einem Motivationsschreiben, der sogenannten Dritten Seite, aufführen.

 

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Das Gliederungsschema: Bloß nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen

1. Punkt: Persönliche Daten

Natürlich sollte grundsätzlich alles in einer Bewerbung fehlerfrei sein, da sind wir uns einig. Aber das gilt ganz besonders für Ihre persönlichen Daten.

Dass Sie Ihren Namen ohne Fehler hinbekommen, ist nicht das Problem. Doch schnell schleicht sich mal ein Zahlendreher in die Telefonnummer oder ein Punktfehler in die E-Mail-Adresse. Welch ein Faultpas, wenn die Einladung zum Vorstellungsgespräch ins Leere läuft! In dem Falle kein Pech sondern Unvermögen.
 
Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei Ihren Kontaktdaten  mit besonderer Sorgfalt ans Werk gehen.

Die persönlichen Daten sollten enthalten:

Vor- und Nachnamen
Anschrift
Telefonnummer und falls gewünscht, Mobiltelefonnummer
E-Mail-Adresse
Geburtsdatum
Geburtsort

Was muss in den Lebenslauf

Hinweise:

Der Geburtsname bei Frauen (oder Männern) braucht nicht angeführt werden, es sein denn, jemand aus der Familie, der diesen Namen trägt,  arbeitet bereits dort. Hier kann die Angabe des Geburtsnamens leichte Vorteile bringen.
Ob Sie Ihre Mobiltelefonnummer angeben möchten, muss genau überlegt werden. Einerseits sind Sie so besser erreichbar, andererseits können peinliche Situationen entstehen, wenn Sie ein Bewerbungsanruf an Ihrer aktuellen Arbeitsstelle erreicht. Vor allem müssen Sie daran denken, dass Sie sich auch immer adäquat mit Namen melden und nicht nur „Jahhhh“ in den Hörer brüllen, wenn Sie mobil erreichbar sind.

Bitte vermeiden Sie Fun-E-Mail-Adressen! Damit ernten Sie nur Kopfschütteln. Kaum zu glauben, kommt aber immer noch vor: Legen Sie sich eine eigene E-Mail-Adresse an und verwenden Sie nicht eine Adresse von anderen Familien-Mitgliedern. Es kostet nichts und dauert nur ein paar Minuten. Diese Blöße sollten Sie sich auf keinen Fall geben. Aus gleichem Grund erfüllt es nicht mehr heutige Standards, wenn erst gar keine E-Mail-Adresse angegeben wird (schon gar nicht, wenn man sich auf einen Bürojob bewirbt). Vermeiden Sie solche Bewerbungskiller und präsentieren Sie sich auf der Höhe der Zeit.

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Bei ausländisch klingenden Namen ist es hilfreich, wenn der Geburtsort oder die Staatsangehörigkeit angegeben wird. Bei Deutschen Bewerbungsschreibern ist die Angabe freiwillig und gibt lediglich einen Hinweis auf den Lokalkolorit.

Auch der Familienstand ist heute eine unnötige Angabe, es sei denn, die Angabe wäre arbeitsplatzbezogen wichtig.

Aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetzes kann die Information über die Religionszugehörigkeit entfallen. In Ausnahmefällen, etwa eine Bewerbung  in Katholischen Kindergärten oder Krankenhäusern, ist die Konfession unter Umständen eine wichtige Angabe, um in der engeren Auswahl zu landen.

Auch wenn sie das wichtigste im Leben sind, die eigenen Kinder brauchen in Ihrem Lebenslauf nicht mehr aufgeführt zu werden. Leider haben manche Arbeitgeber immer noch Bedenken, dass Kinder immer krank sind und gepflegt werden müssen. Es ist ausreichend, in einem Vorstellungsgespräch die Familiensituation anzusprechen. In bestimmten Situationen können Kinder natürlich auch Pluspunkte bringen, etwa bei einer Bewerbung bei einem Kinderarzt. Dann sollten Sie natürlich mit Ihren Kindern uneingeschränkt glänzen.

Tabellarische Lebenslauf

2. Punkt: Beruflicher Werdegang

Ab hier wird im Lebenslauf  in zwei Spalten gearbeitet. Achten Sie bitte darauf, die Zeilen bündig untereinander zu ordnen, sonst sieht der Lebenslauf schnell wie hingeschlampt aus. Wer sich mit Tabulatoren und Schreibprogrammen nicht so gut auskennt, kann sich mit fertig formatierten Bewerbungsvorlagen viel Arbeit ersparen. Schauen Sie sich auf jeden Fall fertige Muster an.

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Die Zahlen in der Zeitspalte sind besser lesbar, wenn sie in „Fettschrift“ hervorgehoben werden.Und ganz wichtig: Geben sie hier immer volle Monate und Jahreszahlen an. Die Tage bitte weglassen. Nur Jahreszahlen ohne Monatsangaben (2010 – 2014) sind der Super Gau und machen den Lebenslauf für den Leser völlig wertlos!

In der Textspalte wird zunächst Ihre Position, die Sie innehatten, aufgeführt. Dort sollte die korrekte, heute übliche Berufsbezeichnung (z.B. Kfz-Mechatroniker) stehen  und nicht das,  was man landläufig so sagt (Automechaniker). Bei Führungskräften ist es sinnvoll, zur Position noch weitere Angaben zu machen. Hier kann dargestellt werden, ob Prokura vorlag, wie viele Mitarbeiter geführt  und welches Umsatzvolumen mit der geleiteten Abteilung erwirtschaftet wurde.

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Darunter kommt die Firma, bei der Sie beschäftigt sind/waren und der Ort, wo dieses Unternehmen ansässig ist. Achten Sie unbedingt auf die richtige Schreibweise der Firma, auch hinsichtlich der Rechtsform. Schreiben Sie nicht „Opel-Hans“, nur weil jeder das so auf den Lippen hat. Die richtige Rechtsform könnte lauten: „Opel-Werkstatt Otto Hans GmbH“. Bei Führungskräften kann es hilfreich sein, wenn neben den üblichen Angaben zum Unternehmen auch die Zahl der Gesamtmitarbeiter und  des Gesamtumsatzes mit aufgeführt wird. Das erleichtert es dem Personaler, sich eine Vorstellung Ihres letzten Wirkungskreises zu machen.

Damit der tabellarische Lebenslauf gut gestaffelt wirkt, ist es für das Auge angenehm, wenn die Position und Firma in „Fettschrift“ abgesetzt werden.

Die persönliche To-Do-Liste

Nun folgt die Auflistung der Tätigkeitsmerkmale. Hier das richtige Maß und die perfekten Inhalte zu finden, ist die Königsdisziplin beim Bewerbungsschreiben! Da keine ganzen Sätze verwendet werden, macht es Sinn, zu Beginn jedes Merkmal durch ein Aufzählungszeichen, ein kleiner Strich oder ein Punkt, abzuheben. Wer eine individuelle Bewerbung schreiben möchte, ist gut beraten, die Kurzbeschreibungen der Tätigkeiten in Einklang mit den Anforderungen der Stellenanzeige zu bringen. Erfahrungsgemäß bringt das die größte Erfolgsquote.

Wer Wehr- und Zivildienst absolviert hat, kann diesen Zeitraum auch ich der Kategorie „Beruflicher Werdegang“ mit Aufführen.

Lebenslauf CV

3. Punkt: Weiterbildung

Seminare, Fortbildungen, Auffrischungskurse und (Business) Sprachen sind Glanzpunkte in einem Lebenslauf und wohl dem, der hier etwas vorweisen kann. Vorausgesetzt natürlich, der berufliche Kontext ist gegeben.

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Auch wenn der Kurs nur ein paar Tage gedauert hat, ein taggenaues Datum soll nicht angegeben werden. Monat und Jahr wie beim Beruflichen Werdegang ist  besser.  Nennen Sie den Lehrgang beim Namen, dahinter den Veranstalter und den erzielten Abschluss. Wenn es eine Prüfung gab, sollte auch der Erfolg erwähnt werden, wenn er positiv war. Das kann z.B. durch den Zusatz „mit Erfolg abgeschlossen“ dokumentiert werden.

Doch eines ist  klar: Die Aufzählung der Fortbildungen ist nur nützlich, wenn sie durch Zertifikate und Teilnahmebestätigungen belegt werden kann. Bitte fügen Sie daher für alle beschriebenen Kurse auch einen Beleg bei.

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4. Punkt: Auslandsaufenthalte (Kategorie hauptsächlich für Studenten)

ist ab und zu mal im Ausland – meist, um die schönsten Wochen im Jahr zu verbringen. Aber selbst ein längerer Urlaub ist nur Privatsache und hat in einem Lebenslauf nichts verloren.

Lebenslauf_Auslandsaufenthalt

Unter der Sparte Auslandsaufenthalte sind Zeiten aufzulisten, die Sie entweder zu beruflichen oder zu Studienzwecken in andere Länder geführt hatten. Denn Joberfahrungen im Ausland oder Sprachreisen (mit Unterrichtsstunden) kommen bei potentiellen Arbeitgebern erfahrungsgemäß richtig gut an.

Übertreiben und als weltmännischer Globetrotter auftreten kann an dieser Stelle auch Nachteile bringen.

Auslandssemester  können wahlweise auch unter der Kategorie „Studium“ aufgeführt werden, wenn sonst keine weiteren Auslandsaufenthalte vorliegen.

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5. Punkt: Studium

Lebenslauf - Studium
Die notwendigen Angaben über Ihr Studium sind: Name der Uni oder FH, die genaue Bezeichnung des Studiengangs und die Studienschwerpunkte, die Bezeichnung des erworbenen Titels, das Thema der Abschlussarbeit und die Abschlussnote. Durch die Abschlussnote wird auch signalisiert, dass das Studium abgeschlossen wurde.
 
Studienabbrecher sollten den Vermerk „ohne Abschluss“, oder kurz "o.A.", anfügen. Spätestens bei Begutachtung der Zeugnisse kommt es ohnehin an der Tag, wenn Sie Ihren Studienabschluss nicht erreicht haben. Wer während seiner Studienzeit viele Praktika und Semesterjobs absolviert hat, kann dem Lebenslauf noch die Kategorie „Praktische Erfahrung während des Studiums“ anfügen.

6. Punkt: Ausbildung

Lebenslauf_Ausbildung

Die klassische „Lehre“ erhält im Lebenslauf eine eigene Kategorie. Hier werden der erzielte Abschluss und die Ausbildungsfirma aufgeführt. Wer mit einem guten Notendurchschnitt bestanden hat, sollte diesen auch in Klammern direkt dazuschreiben. Etwas Eigenwerbung ist immer erlaubt.

7. Punkt: Schulausbildung

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Bei der Schuldausbildung ist es üblich, die Zeiträume ohne Monatsangaben darzustellen. Wie sich ein Schuljahr erstreckt, weiß ja jeder. Wichtig ist, dass ersichtlich ist, ob der Schulabschluss erreicht wurde.

Die besuchte Grundschule oder häufige Schulwechsel  brauchen, außer vielleicht bei Auszubildenden, nicht aufgeführt zu werden. Entscheidend und wichtig ist der zuletzt erfolgreich erworbene Schulabschluss. Azubis, die in der Bewerbungsphase noch keinen Schulabschluss haben, können den Zeitpunkt und den voraussichtlichen Schulabschluss im Anschreiben erwähnen.

Je älter der Bewerber ist, desto weniger wichtig wird die Kategorie „Schulausbildung“.

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8. Punkt: Persönliche Kompetenzen

An dieser Stelle können Sie in Ihrem Lebenslauf noch den einen oder anderen Stich machen, denn hier schaut jeder Personaler gerne hin. Unter der Rubrik „Persönliche Kompetenzen“ listen Sie nochmals auf, was Sie neben dem fachspezifischen Wissen in Ihrem Beruf noch alles beherrschen.
 
Die Persönlichen Kompetenzen runden das Bild von Ihrer Persönlichkeit ab. Die Kompetenzen werden in fünf Bereiche eingeteilt, wobei die drei Kategorien "Sprache", "Computer- und Softwarekenntnisse" und "Mobilität" zwingend in jedem Lebenslauf erläutert werden sollten. Die beiden weiteren Kategorien "Ehrenamtliche Tätigkeiten" und "Hobbys" sind optional.


Lebenslauf_persoenliche_Kompetenzen

1. Sprachen:

Im Zeichen der Globalisierung werden Sprachkenntnisse im Job immer wichtiger. Häufig werden Meetings oder Telefonate bereits in Englisch abgehalten.

Bei ausländischen Bewerbern sollte im Lebenslauf auf jeden Fall die Muttersprache ersichtlich sein und die vorhandenen Deutschkenntnisse angesprochen werden.  Bei allen Fremdsprachen ist es ratsam, hinzuzufügen, wie gut die Sprachkompetenz ist. Die Begriffe „fließend in Wort und Schrift“ oder „verhandlungssicher“ geben einen gehobenen Standard wieder. „Grundkenntnisse“, „ausbaufähig“ oder „Schulenglisch“ lassen Spielraum nach unten zu. Wer hier als Angeber auftritt, muss spätestens im Vorstellungsgespräch mit einem Sprachtest rechnen. Deshalb sollten Sie bei diesen Angaben ehrlich bleiben.

Es gibt einen gemeinsamen internationalen Sprachreferenzrahmen, der angibt, auf welchem Niveau die Sprache beherrscht wird. Die Kategorien gehen von A1 bis C2 und können, falls von einer Sprachschule bescheinigt, auch im Lebenslauf angegeben werden.

Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen bei Wikipedia

2. Computerkenntnisse:

Ohne Computer läuft nichts mehr im Arbeitsalltag, deshalb steigen die Chancen auf einen Arbeitsplatz, wenn allgemeine und fachspezifische PC-Kenntnisse vorhanden sind. Hier kann und sollte ein Bewerber ruhig ins Detail gehen und nicht nur die Programme, mit denen er zu tun hat, aufzählen, sondern auch darlegen, wie gut er im Einzelnen ist. Dies kann mit dem Hinweis „gute Kenntnisse“ oder „Grundkenntnisse“ erfolgen. Auch hier gilt, realistisch zu bleiben. Wer von sich sagt, dass er sehr gute Word-Kenntnisse besitzt, darf beim Serienbrief nicht ins Schwitzen kommen.

Viele Jobs sind ohne Führerschein und Pkw nicht mehr zu schaffen. Wer mobil ist, hat ein weiteres Plus zum Aufführen. In vielen Berufen ist die Reisebereitschaft ein wichtiges Kriterium, vor allem im Handwerk oder Vertrieb. Mit dem Zusatz „Reisebereitschaft vorhanden“ erhöhen sich die Chancen auf dem Job unter Umständen enorm.

4. Hobbys:

Mit den Hobbys im Lebenslauf ist das so eine Sache. Hier gehen die Meinungen stark auseinander. Soll man sich überhaupt von seiner privaten Seite zeigen? Und wenn ja, was schreibt man im Detail?

Freizeitbeschäftigungen wie Lesen, Wandern und Klassische Musik hören sind Aussagen, die man häufig in Lebensläufen findet. Diese sogenannten Hobbys sind so allgemein formuliert, dass sie nicht viel zu einem Persönlichkeitsbild beitragen. Kritiker tönen, solche Dinge sollten daher  weggelassen werden. Schreiben Sie dagegen selbst Bücher oder klettern in den Hochalpen, können Sie damit schon eher Aufmerksamkeit erregen.

Wer ein Musikinstrument spielt oder Sport betreibt, erntet auch vom Arbeitgeber  Beifall, denn eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist gerne gesehen. Bewerber mit Risikosportarten können sich an dieser Stelle aber einen Bärendienst erweisen, denn nicht alle Chefs mögen es, wenn sich Arbeitnehmer in ihrer Freizeit in Gefahr begeben. Hobbys wie aktiver Vereinsfußball oder Skifahren sind nicht immer oben in der Beliebtheitsskala.

Machen Sie sich Gedanken, was Sie unter dem Stichwort Hobby oder Freizeit von sich preisgeben. Im Zweifel lieber etwas weniger, denn Sie wissen nichts über die Person, die Ihren Lebenslauf beurteilt.

5. Ehrenamt:

Tue Gutes und rede darüber! Auch im Lebenslauf. Engagement, und dazu noch unentgeltlich, peppt jedes Leben auf. Ob als Kassenwart im Verein oder als Jungendtrainer, ein Ehrenamt gehört immer in den Lebenslauf.

Zeugnisse:

Arbeitszeugnisse und Lebenslauf gehen immer Hand in Hand. Schließlich sind die Arbeitszeugnisse ein Beleg dafür, dass das, was in Ihrem Lebenslauf steht, auch stimmt.

Jeder Personaler überprüft, ob die Daten und Fakten des Lebenslaufs mit den Arbeitszeugnissen übereinstimmen, denn zu häufig findet man noch Abweichungen. Deshalb sollten Sie  beim Korrekturlesen die Daten des Lebenslaufs selbst akribisch mit denen der Arbeitszeugnisse überprüfen. Hier ist eine große Fehlerquelle, die durch Sorgfalt vermieden werden kann!

Achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitszeugnisse lückenlos sind. Fehlende Arbeitszeugnisse werden wie ein schlechtes Zeugnis gewertet und sind ein sicheres Auskriterium.

Datum und Unterschrift:

Für die Richtigkeit Ihres Lebenslaufs bürgen Sie neben dem aktuellen Datum mit Ihrer Unterschrift. Daher sollte die Unterschrift auch handschriftlich erfolgen. Bei Online- und E-Mailbewerbungen genügt der mit Tastatur geschriebene Name.

Das Datum unterm Lebenslauf sollte identisch sein mit dem Datum im Anschreiben. Eigentlich eine einfache Sache, so ein Datum immer aktuell anzupassen. Man soll nicht glauben, wie häufig hier noch ganz alte (manchmal mehrere Jahre alte) Datumsangaben stehen. Schwierig, sich für so eine Bewerbung noch zu begeistern.


Autorin: Sabine Ratermann

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