Der tabellarische Lebenslauf

Vorlage, Tipps, Beispiele und Musterformulierungen:
So bringen Sie Ihr Berufsleben in Form


Bild Lebenslauf schreiben
© Daniel Berkmann/Fotolia

Überzeugen Sie den Leser durch eine klare Struktur in Ihrem Lebenslauf. In kurzen, stichpunktartigen Aufzählungen sollen die wesentlichen Informationen sachlich und übersichtlich dargestellt werden.

Ein guter Lebenslauf soll schließlich als Appetizer für ein Vorstellungsgespräch dienen und die Neugier des Betrachters wecken.  Und geben Sie sich bitte keinen Illusionen hin: Lücken im Lebenslauf müssen spätestens im Vorstellungsgespräch erklärt werden. Schweigen ist die falsche Taktik. Der einzig mögliche Lösungsansatz ist eine geschickte Begründung.

Ziel muss es sein, dem Leser ohne viel Zeitaufwand alle wesentlichen Faktoren zu präsentieren. Eine grafisch ansprechende Darstellung kann hierbei durchaus hilfreich sein. Wer sich in einem Grafikprogramm nicht auskennt, kann auf fertig formatierte Bewerbungsvorlagen zurückgreifen.

„Zeit ist Geld“, denkt der Personaler und legt einen sechsseitigen Lebenslauf in ganzen Sätzen auf den Absagestapel, ohne auch nur einmal hineinzuschauen.


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Der Euro-Pass-Lebenslauf

Von der Geburt bis heute, wie soll das alles auf zwei Seiten passen? Der Trend geht zu immer kürzen Lebensläufen. Auf viele Angaben, die früher als Klassiker galten, kann man heute getrost verzichten.

Infos über Konfession, Familienstand, Kinder, Berufe der Eltern u.Ä. sind nur noch in Ausnahmefällen von Relevanz. Neue Maßstäbe setzt hierbei der EU-Ratsbeschluss vom Dezember 2004 mit dem Europass-Lebenslauf. Hier wurden Aufbau und Struktur für einen Euro-Lebenslauf festgelegt, der es ermöglicht, auch auf Europäischer Ebene und in verschiedenen Sprachen Bewerbungen zu vergleichen. Dies ist ein unerlässliches Unterfangen im Rahmen fortschreitender Globalisierung. Der Euro-Lebenslauf gilt heute auch als gute Orientierungshilfe für den aktuellen Standard-Lebenslauf, der in Deutschland üblich ist.


            So bitte   N I C H T !   Die häufigsten Fehler im Lebenslauf


           Zeitangaben im beruflichen Werdegang werden nicht mit Monaten
                  versehen! (Beispiel:  falsch  -> 2019   |    richtig - >  6/2019)

            Reihenfolge: Keine oder falsche Struktur im Aufbau!

            Die Arbeitszeugnisse werden nicht vollständig beigefügt!

            Der Lebenslauf enthält unsachliche Übertreibungen!

            Zu wenig konkrete Tätigkeitsbeschreibungen der
                   letzten Beschäftigung!

            Es gibt unerklärte Lücken im Lebenslauf!

            Der Lebenslauf wird mit unnötigen Informationen
                   aufgebauscht!

            Der Lebenslauf wird in ganzen Sätzen formuliert
                   (statt in Stichworten)!

            Unsaubere Arbeitsweise (keine sauberen Linien,
                   Flecke, Knitter)

            Es wird keine - oder eine unprofessionelle
                   E-Mail-Adresse angegeben

            Chronologischer Aufbau des Lebenslaufs, wenn
                   Berufserfahrung vorliegt


Rolle vorwärts oder rückwärts?

a. Der chronologische Lebenslauf: Von vorne bis hinten

Was meinen Sie? Macht es Sinn, den Lebenslauf in der chronologisch richtigen Reihenfolge aufzubauen und mit der Grundschule anzufangen? Ist die erste Schule für den Personaler eine wichtige Information? Wohl eher nicht?!Trotzdem hat der chronologische Lebenslauf noch seine Daseinsberechtigung. Für Berufsanfänger wie Studenten und Auszubildende oder Praktikanten, also alle, die noch nicht über viel Berufserfahrung verfügen, ist diese Darstellungsform noch relevant.


b. Der antichronologische Lebenslauf:  Alles rückwärts aufrollen

Es gilt als Faustregel:  Am interessantesten ist das, was Sie zuletzt gemacht haben. Und deshalb sollte die letzte Stelle mit Ihren Tätigkeitsmerkmalen ganz oben stehen! Für alle Bewerber mit Berufserfahrung ist grundsätzlich der antichronologische Lebenslauf die richtige Wahl. So sieht es auch der Euro-Pass vor. Der aktuellste Job rankt ganz oben und listet Wissen und Können auf, das Sie heute aktuell und sehr gut beherrschen. 

Nur das, was Sie jetzt draufhaben, kann einen potenziellen Arbeitgeber am Ende voll überzeugen! Was vor langer Zeit war, hat lediglich untergeordnete Bedeutung und trägt allenfalls zu einem Gesamteindruck bei. Schlecht für Sie, wenn sich ein Entscheidungsträger das Wichtigste erst am Ende des Lebenslaufs mühsam zusammensuchen muss.


Lebenslauf in der Bewerbung
© Daniel Berkmann/Fotolia

Wann war das gleich nochmal? Die äußere Form der Lebenslauftabelle

Ganz oben im Lebenslauf ist der richtige Platz für Ihren Namen und die Kontaktdaten. Es bleibt selbstverständlich Ihrem Geschmack überlassen, wie Sie die Daten anordnen.

Wichtig ist nur, dass sie vollständig und richtig sind. Wenn Sie kein Deckblatt verwenden möchten, muss neben den persönlichen Daten noch Platz für Ihr Bewerbungsfoto sein. In diesem Fall sollten Sie von einem Bewerbungsfoto im Querformat Abstand nehmen, da es an dieser Stelle viel zu wuchtig wirkt.

Unterhalb der persönlichen Daten wird im tabellarischen Lebenslauf in zwei Spalten gearbeitet. Die erste Spalte ist etwas schmaler und enthält ausschließlich Zeitangaben.

Parallel zu den Zeitangaben wird in der zweiten Spalte Ihr Werdegang in Stichpunkten erläutert. So ist mit einem Blick erkennbar, wie lange Sie wo gearbeitet haben und ob Sie die Karriereleiter rauf oder (hoffentlich nicht) runtergerutscht sind.

Die Gliederung: Was kommt in welches Töpfchen?

Um es dem Betrachter zu erleichtern, sich von Ihrer Persönlichkeit und Arbeitskraft ein aussagekräftiges Bild zu machen,  ist es sinnvoll, den Lebenslauf in die üblichen Kategorien zu untergliedern.

Das hilft dem Personalentscheider, sich gewohnt gut zwischen den Daten zurechtzufinden und erleichtert es, die zeitlichen Angaben mit den Arbeitszeugnissen zu überprüfen. Ein vollständiges Gliederungsschema gewährleistet auch, ähnlich wie bei guten Bewerbungsvorlagen, dass Sie selbst nichts Elementares vergessen.

Übrigens: Soft Skills, wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder andere Ihrer herausragenden persönlichen Eigenschaften, haben im Lebenslauf nichts verloren. Diese sollten Sie im Anschreiben, oder wenn dort der Platz nicht reicht, in einem Motivationsschreiben, der sogenannten Dritten Seite, aufführen.


Lebenslauf Persönliche Daten

 

Das Gliederungsschema:
Bloß nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen


1. Punkt: Persönliche Daten

Natürlich sollte grundsätzlich alles in einer Bewerbung fehlerfrei sein, da sind wir uns einig. Aber das gilt ganz besonders für Ihre persönlichen Daten.

Dass Sie Ihren Namen ohne Fehler hinbekommen, ist nicht das Problem. Doch schnell schleicht sich mal ein Zahlendreher in die Telefonnummer oder ein Punktfehler in die E-Mail-Adresse. Welch ein Fauxpas, wenn die Einladung zum Vorstellungsgespräch ins Leere läuft! In diesem Falle kein Pech, sondern Unvermögen.
 
Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei Ihren Kontaktdaten mit besonderer Sorgfalt ans Werk gehen.
 

   Das sollten Ihre persönlichen Daten hergeben


       Vor- und Nachnamen


       Anschrift

      Telefonnummer

       Mobiltelefonnummer (falls gewünscht)

       E-Mail-Adresse

       Geburtsdatum

       Geburtsort

Bild Lebenslauf Tipps und Muster 
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Nützliche Extra-Tipps zu den "Persönlichen Daten"

TIPP 1:
Der Geburtsname bei Frauen (oder Männern) braucht nicht angeführt werden, es sein denn, jemand aus der Familie, der diesen Namen trägt, arbeitet bereits dort. Hier kann die Angabe des Geburtsnamens leichte Vorteile bringen.

TIPP 2:
Ob Sie Ihre Mobiltelefonnummer angeben möchten, muss genau überlegt werden. Einerseits sind Sie so besser erreichbar, andererseits können peinliche Situationen entstehen, wenn Sie ein Bewerbungsanruf an Ihrer aktuellen Arbeitsstelle erreicht. Vor allem müssen Sie daran denken, dass Sie sich auch immer adäquat mit Namen melden und nicht nur „Jahhhh“ in den Hörer brüllen, wenn Sie mobil erreichbar sind.

TIPP 3:
Bitte vermeiden Sie Fun-E-Mail-Adressen! Damit ernten Sie nur Kopfschütteln. Kaum zu glauben, kommt aber immer noch vor: Legen Sie sich eine eigene E-Mail-Adresse an und verwenden Sie nicht eine Adresse von anderen Familien-Mitgliedern. Es kostet nichts und dauert nur ein paar Minuten. Diese Blöße sollten Sie sich auf keinen Fall geben. Aus gleichem Grund erfüllt es nicht mehr heutige Standards, wenn erst gar keine E-Mail-Adresse angegeben wird (schon gar nicht, wenn man sich auf einen Bürojob bewirbt). Vermeiden Sie solche Bewerbungskiller und präsentieren Sie sich auf der Höhe der Zeit.

TIPP 4:
Bei ausländisch klingenden Namen ist es hilfreich, wenn der Geburtsort oder die Staatsangehörigkeit angegeben wird. Bei Deutschen Bewerbungsschreibern ist die Angabe freiwillig und gibt lediglich einen Hinweis auf den Lokalkolorit.
Auch der Familienstand ist heute eine unnötige Angabe, es sei denn, die Angabe wäre arbeitsplatzbezogen wichtig.

TIPP 5:
Aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetzes kann die Information über die Religionszugehörigkeit entfallen. In Ausnahmefällen, etwa eine Bewerbung in Katholischen Kindergärten oder Krankenhäusern, ist die Konfession unter Umständen eine wichtige Angabe, um in der engeren Auswahl zu landen.

TIPP 6:
Auch wenn sie das wichtigste im Leben sind - die eigenen Kinder brauchen in Ihrem Lebenslauf nicht mehr aufgeführt zu werden. Leider haben manche Arbeitgeber immer noch Bedenken, dass Kinder häufig krank sind und gepflegt werden müssen. Es ist ausreichend, in einem Vorstellungsgespräch die Familiensituation anzusprechen. In bestimmten Situationen können Kinder natürlich auch Pluspunkte bringen, etwa bei einer Bewerbung bei einem Kinderarzt. Dann sollten Sie natürlich mit Ihren Kindern uneingeschränkt glänzen.

 Bild Fehler im Lebenslauf 
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2. Punkt: Beruflicher Werdegang

Ab hier wird im Lebenslauf in zwei Spalten gearbeitet. Achten Sie bitte darauf, die Zeilen bündig untereinander zu ordnen, sonst sieht der Lebenslauf schnell wie hingeschrubbt aus. Wer sich mit Tabulatoren und Schreibprogrammen nicht so gut auskennt, kann sich mit fertig formatierten Bewerbungsvorlagen viel Arbeit ersparen. Schauen Sie sich auf jeden Fall fertige Muster an.


Lebenslauf Beruflicher Werdegang


Nützliche Extra-Tipps zum "Beruflicher Werdegang"

TIPP 1:
Die Zahlen in der Zeitspalte sind besser lesbar, wenn sie in „Fettschrift“ hervorgehoben werden.
Und ganz wichtig: Geben sie hier immer volle Monate und Jahreszahlen an. Die Tage bitte weglassen. Nur Jahreszahlen ohne Monatsangaben (2014 – 2019) sind der Super Gau und machen den Lebenslauf für den Leser völlig wertlos!

TIPP 2:
In der Textspalte wird zunächst Ihre Position, die Sie innehatten, aufgeführt. Dort sollte die korrekte, heute übliche Berufsbezeichnung (z.B. Kfz-Mechatroniker) stehen und nicht das, was man landläufig so sagt (Automechaniker).

TIPP 3:
Bei Führungskräften ist es sinnvoll, zur Position noch weitere Angaben zu machen. Hier kann dargestellt werden, ob Prokura vorlag, wie viele Mitarbeiter geführt  und welches Umsatzvolumen mit der geleiteten Abteilung erwirtschaftet wurde.

TIPP 4:
Darunter kommt die Firma, bei der Sie beschäftigt sind/waren und der Ort, wo dieses Unternehmen ansässig ist. Achten Sie unbedingt auf die richtige Schreibweise des Unternehmensnamens, besonders auch hinsichtlich der Rechtsform. Schreiben Sie nicht „Opel-Hans“, nur weil jeder das so auf den Lippen hat. Die richtige Rechtsform könnte lauten: „Opel-Werkstatt Otto Hans GmbH“.

TIPP 5:
Damit der tabellarische Lebenslauf gut gestaffelt wirkt, ist es für das Auge angenehm, wenn die Position und Firma in „Fettschrift“ abgesetzt werden.

TIPP 6:
Nun folgt die Auflistung der Tätigkeitsmerkmale. Hier das richtige Maß und die perfekten Inhalte zu finden, ist die Königsdisziplin beim Bewerbungsschreiben! Da keine ganzen Sätze verwendet werden, macht es Sinn, zu Beginn jedes Merkmal durch ein Aufzählungszeichen, ein kleiner Strich oder ein Punkt, abzuheben. Wer eine individuelle
Bewerbung schreiben möchte, ist gut beraten, die Kurzbeschreibungen der Tätigkeiten in Einklang mit den Anforderungen der Stellenanzeige zu bringen. Erfahrungsgemäß bringt das die größte Erfolgsquote.

TIPP 7:
Wer Wehr- und Zivildienst absolviert hat, kann diesen Zeitraum auch in der Kategorie „Beruflicher Werdegang“
mit aufführen.


Bild Lebenslauf gut darstellen 
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3. Punkt: Weiterbildung

Seminare, Fortbildungen, Auffrischungskurse und (Business-) Sprachen sind Glanzpunkte in einem Lebenslauf und Wohl dem, der hier etwas vorweisen kann. Vorausgesetzt natürlich, der berufliche Kontext ist gegeben. Der private Kochkurs gehört natürlich nicht dazu.


Lebenslauf Weiterbildung


Nützliche Extra-Tipps zur "Weiterbildung"

TIPP 1:
Auch wenn ein Kurs nur ein paar Tage gedauert hat, ein taggenaues Datum soll nicht angegeben werden. Monat und Jahr, ähnlich wie beim "Beruflichen Werdegang", ist richtig.  Nennen Sie den Lehrgang beim Namen, dahinter den Veranstalter und den erzielten Abschluss. Wenn es eine Prüfung gab, sollte auch der Erfolg erwähnt werden, wenn er positiv war. Das kann z.B. durch den Zusatz „mit Erfolg abgeschlossen“ dokumentiert werden.


TIPP 2:
Doch eines ist klar: Die Aufzählung der Fortbildungen ist nur nützlich, wenn sie durch Zertifikate und Teilnahmebestätigungen belegt werden können. Bitte fügen Sie daher für alle beschriebenen Kurse auch einen Nachweis bei.


4. Punkt: Auslandsaufenthalte
    (Kategorie hauptsächlich für Studenten)


Jeder ist ab und zu mal im Ausland – meist, um die schönsten Wochen im Jahr zu verbringen. Aber selbst ein längerer Urlaub ist nur Privatsache und hat in einem Lebenslauf nichts verloren. Unter der Sparte Auslandsaufenthalte sind Zeiten aufzulisten, die Sie entweder zu beruflichen oder zu Studienzwecken in andere Länder geführt hatten. Denn Joberfahrungen im Ausland oder Sprachreisen (mit Unterrichtsstunden) kommen bei potenziellen Arbeitgebern erfahrungsgemäß richtig gut an.


Lebenslauf Auslandsaufenthalt

 

Nützliche Extra-Tipps zum "Auslandsaufenthalt"

TIPP 1:
Achtung: Übertreiben und als weltmännischer Globetrotter auftreten, kann an dieser Stelle auch Nachteile bringen.

TIPP 2:
Auslandssemester können wahlweise auch unter der Kategorie „Studium“ aufgeführt werden, wenn sonst keine weiteren Auslandsaufenthalte vorliegen.

5. Punkt: Studium


Lebenslauf Studium


Nützliche Extra-Tipps zum "Studium"

TIPP 1:
Die notwendigen Angaben über Ihr Studium sind: Name der Uni oder FH, die genaue Bezeichnung des Studiengangs und die Studienschwerpunkte, die Bezeichnung des erworbenen Titels, das Thema der Abschlussarbeit und die Abschlussnote. Durch die Abschlussnote wird auch signalisiert, dass das Studium abgeschlossen wurde.
 
TIPP 2:
Studienabbrecher sollten den Vermerk „ohne Abschluss“, oder kurz "o.A.", anfügen. Spätestens bei Begutachtung der Zeugnisse kommt es ohnehin an den Tag, wenn Sie Ihren Studienabschluss nicht erreicht haben. Wer während seiner Studienzeit viele Praktika und Semesterjobs absolviert hat, kann dem Lebenslauf noch die Kategorie „Praktische Erfahrungen während des Studiums“ anfügen.

6. Punkt: Ausbildung


Lebenslauf Ausbildung


Nützliche Extra-Tipps zur "Ausbildung"

TIPP:
Die klassische „Lehre“ erhält im Lebenslauf eine eigene Kategorie. Hier werden der erzielte Abschluss und die Ausbildungsfirma aufgeführt. Wer mit einem guten Notendurchschnitt bestanden hat, sollte diesen auch in Klammern direkt dazuschreiben. Etwas Eigenwerbung ist immer erlaubt.


7. Punkt: Schulausbildung


Lebenslauf Schulausbildung

 

Nützliche Extra-Tipps zur "Schulausbildung"

TIPP 1:
Bei der Schuldausbildung ist es üblich, die Zeiträume ohne Monatsangaben darzustellen. Wie sich ein Schuljahr erstreckt, weiß ja jeder. Wichtig ist, dass ersichtlich ist, ob der Schulabschluss erreicht wurde.

TIPP 2:
Die besuchte Grundschule oder häufige Schulwechsel brauchen, außer vielleicht bei Auszubildenden, nicht aufgeführt zu werden. Entscheidend und wichtig ist der zuletzt erfolgreich erworbene Schulabschluss.

TIPP 3:
Azubis, die in der Bewerbungsphase noch keinen Schulabschluss haben, können den Zeitpunkt und den voraussichtlichen Schulabschluss im Anschreiben erwähnen.
Je älter der Bewerber ist, desto weniger wichtig wird die Kategorie „Schulausbildung“.


8. Punkt: Persönliche Kompetenzen


An dieser Stelle können Sie in Ihrem Lebenslauf noch den einen oder anderen Stich machen, denn hier schaut jeder Personaler gerne hin. Unter der Rubrik „Persönliche Kompetenzen“ listen Sie nochmals auf, was Sie neben dem fachspezifischen Wissen in Ihrem Beruf noch alles beherrschen.
 
Die "Persönlichen Kompetenzen" runden das Bild von Ihrer Persönlichkeit ab. Die Kompetenzen werden in fünf Bereiche eingeteilt, wobei die drei Kategorien "Sprache", "Computer- und Softwarekenntnisse" und "Mobilität" zwingend in jedem Lebenslauf erläutert werden sollten. Die beiden weiteren Kategorien "Ehrenamtliche Tätigkeiten" und "Hobbys" sind optional.


Lebenslauf Persönliche Kompetenzen

Nützliche Extra-Tipps zu den "Persönlichen Kompetenzen"

a. Sprachen:

TIPP 1:
Im Zeichen der Globalisierung werden Sprachkenntnisse im Job immer wichtiger. Häufig werden Meetings oder Telefonate bereits in Englisch abgehalten.


TIPP 2:
Bei ausländischen Bewerbern sollte im Lebenslauf auf jeden Fall die Muttersprache ersichtlich sein und die vorhandenen Deutschkenntnisse angesprochen werden.  Bei allen Fremdsprachen ist es ratsam, hinzuzufügen, wie gut die Sprachkompetenz ist. Die Begriffe „fließend in Wort und Schrift“ oder „verhandlungssicher“ geben einen gehobenen Standard wieder. „Grundkenntnisse“, „ausbaufähig“ oder „Schulenglisch“ lassen Spielraum nach unten zu. Wer hier als Angeber auftritt, muss spätestens im Vorstellungsgespräch mit einem Sprachtest rechnen. Deshalb sollten Sie bei diesen Angaben ehrlich bleiben.


TIPP 3:
Es gibt einen gemeinsamen internationalen Sprachreferenzrahmen, der angibt, auf welchem Niveau die Sprache beherrscht wird. Die Kategorien gehen von A1 bis C2 und können, falls von einer Sprachschule bescheinigt, auch im Lebenslauf angegeben werden.
Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen bei Wikipedia


b. Computerkenntnisse:

TIPP 1:
Ohne Computer läuft nichts mehr im Arbeitsalltag, deshalb steigen die Chancen auf einen Arbeitsplatz, wenn allgemeine und fachspezifische PC-Kenntnisse vorhanden sind. Hier kann und sollte ein Bewerber ruhig ins Detail gehen und nicht nur die Programme, mit denen er zu tun hat, aufzählen, sondern auch darlegen, wie gut er im Einzelnen ist. Dies kann mit dem Hinweis „gute Kenntnisse“ oder „Grundkenntnisse“ erfolgen. Auch hier gilt es, realistisch zu bleiben. Wer von sich sagt, dass er sehr gute Word-Kenntnisse besitzt, darf beim Serienbrief nicht ins Schwitzen kommen.

TIPP 2:
Gehen Sie auch bei der Bezeichnung der Software ruhig ins Detail: Schreiben Sie besser "Microsoft Office 2016" (statt "Microsoft Office").



c. Mobilität:

TIPP 1:
Arbeitgeber sehen es gerne, wenn ihre Mitarbeiter mobil sind. Wenn Sie einen Führerschein besitzen, gehört das in Ihren Lebenslauf hinein. Gleiches gilt für Ihren Pkw. Das gilt übrigens für jeden Beruf und nicht nur für Arbeitnehmer, deren Tätigkeiten auf Fahrtätigkeiten ausgerichtet sind. Deshalb schreiben Sie unbedingt z.B: "Führerschein Klasse B und Pkw vorhanden" in Ihren Lebenslauf. Das gilt natürlich nur für Führerscheine, die für einen Arbeitgeber relevant sind. Ihren Motorrad- oder Bootsführerschein ist damit nicht gemeint!

TIPP 2:
In vielen Berufen ist die Reisebereitschaft ein wichtiges Kriterium, vor allem im Handwerk oder Vertrieb. Mit dem Zusatz „Reisebereitschaft vorhanden“ erhöhen sich die Chancen auf dem Job unter Umständen enorm.



d. Hobbys:

Mit den Hobbys im Lebenslauf ist das so eine Sache. Hier gehen die Meinungen stark auseinander. Soll man sich überhaupt von seiner privaten Seite zeigen? Und wenn ja, was schreibt man da genau?

TIPP 1:
Freizeitbeschäftigungen wie Lesen, Wandern und Klassische Musik hören sind Aussagen, die häufig in Lebensläufen zu finden sind. Diese "sogenannten" Hobbys sind sehr allgemein gehalten, dass sie nicht viel zu einem Persönlichkeitsbild beitragen. Kritiker tönen, solche Dinge sollten daher besser entfallen. Schreiben Sie dagegen selbst Bücher oder züchten seltene Orchideen, können Sie damit schon eher positiv auf sich aufmerksam machen.


TIPP 2:
Wer ein Musikinstrument spielt oder Sport betreibt, erntet häufig vom Arbeitgeber Beifall, denn eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist gerne gesehen. Bewerber mit Risikosportarten können sich an dieser Stelle aber einen Bärendienst erweisen, denn nicht alle Chefs mögen es, wenn sich Arbeitnehmer in ihrer Freizeit in Gefahr begeben. Hobbys wie aktiver Vereinsfußball oder Skifahren sind nicht immer oben auf der Beliebtheitsskala.

TIPP 3:
Um vom allgemeinen Blabla wegzukommen, gehen Sie etwas mehr ins Detail, z.B. anstatt "Lesen" besser "Lesen von englischer Kriminalliteratur" oder anstatt "Reisen" besser "Städtereisen in Europa".


TIPP 4:
Machen Sie sich Gedanken, was Sie unter dem Stichwort Hobby oder Freizeit von sich preisgeben. Im Zweifel lieber etwas weniger, denn Sie wissen nichts über die Person, die Ihren Lebenslauf beurteilt. Die Hobbys ganz wegzulassen ist auch nicht ideal, es outet Sie als Langweiler!



e. Ehrenamt:

TIPP 1:
Tue Gutes und rede darüber! Auch im Lebenslauf. Engagement, und dazu noch unentgeltlich, peppt jedes Image auf. Ob als Kassenwart im Verein oder als Jungendtrainer, ein Ehrenamt gehört immer in den Lebenslauf - natürlich nur - soweit vorhanden.

TIPP 2:
Schreiben Sie auch dazu, seit wann Sie das Ehrenamt betreiben, das erhöht den Informationsgehalt und macht die Aussage glaubhafter. z.B.: "Leiter des Kinderchors Goldkehlchen seit 2011"

Zeugnisse

Arbeitszeugnisse und Lebenslauf gehen immer Hand in Hand. Schließlich sind die Arbeitszeugnisse ein Beleg dafür, dass das, was in Ihrem Lebenslauf steht, auch stimmt. Jeder Personaler überprüft, ob die Daten und Fakten des Lebenslaufs mit den Arbeitszeugnissen übereinstimmen, denn zu häufig findet man noch Abweichungen. Deshalb sollten Sie beim Korrekturlesen die Daten des Lebenslaufs selbst akribisch mit denen der Arbeitszeugnisse überprüfen. Hier ist eine große Fehlerquelle, die durch Sorgfalt vermieden werden kann! Achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitszeugnisse lückenlos sind. Fehlende Arbeitszeugnisse werden wie ein schlechtes Zeugnis gewertet und sind ein sicheres Auskriterium.


Datum und Unterschrift

Für die Richtigkeit Ihres Lebenslaufs bürgen Sie neben dem aktuellen Datum mit Ihrer Unterschrift. Daher sollte die Unterschrift auch handschriftlich erfolgen. Bei Online- und E-Mailbewerbungen genügt der mit Tastatur geschriebene Name. Wer es hinbekommt, kann die eigene Unterschrift auch einscannen - das ist noch besser.

Das Datum unterm Lebenslauf sollte identisch sein mit dem Datum im Anschreiben. Eigentlich eine einfache Sache, so ein Datum immer aktuell anzupassen. Man soll nicht glauben, wie häufig hier noch ganz alte (manchmal mehrere Jahre alte) Datumangaben stehen. Schwierig, sich für so eine Bewerbung noch zu begeistern.


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Sabine Ratermann