Körpersprache im Vorstellungsgespräch:

Mit der richtigen Gesetik und Mimik zum Erfolg


Körpersprache Vorstellungsgespräch 
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Dem gesprochenen Wort geben wir ganz bewusst eine Aussagekraft mit. Unserer Körpersprache schenken wir im Alltag dagegen eher wenig Beachtung. Dabei zeigt schon unsere Körperhaltung viel über unseren Gemütszustand aus. Auch ohne, dass wir sprechen, kann unser Gegenüber an der Körperhaltung und Mimik erkennen, wie wir uns fühlen.

Wenn Sie grundsätzlich souverän und selbstbewusst auftreten, brauchen Sie sich über Ihre Körpersprache im Vorstellungsgespräch keine Gedanken zu machen. Aber falls Sie eher schüchtern und unsicher sind, macht es Sinn, sich vor dem Bewerbungsgespräch mit Ihrer Gestik auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, dass Sie nicht nur beim Bewerbungsschreiben sondern auch im Vorstellungsgespräch die richtigen Signale senden.

Verlassen Sie sich dabei in einem Bewerbungsgespräch nicht ausschließlich auf Ihre Qualifikationen. Wissenschaftliche Studien haben nämlich gezeigt, dass bei einem ersten Kontakt visuelle Eindrücke und unterbewusste Signale eine wichtigere Rolle spielen, als alle sachlichen Fakten und Argumente zusammen. Wer Körpersprache und Gestik geschickt einsetzten kann, ist am Ende überzeugender und mischt ohne Zweifel vorne mit.


Nervosität in den Griff bekommen

Jeder hat Verständnis dafür, wenn Sie im Vorstellungsgespräch ein gewisses Maß an Nervosität mitbringen. Das ist völlig normal, schließlich geht es für Sie um viel – um nicht weniger als Ihre neue berufliche Zukunft! Spätestens nach den ersten belanglosen Sätzen sollten Sie versuchen, sich so halbwegs zu fangen und ab sofort positive Signale zu setzen. Tipp: Lernen Sie die einzelnen Stationen Ihres Lebenslaufs mit Jahreszahlel auswendig, das gibt Ihnen Sicherheit, wenn Sie dazu befragt werden!

Körperhaltung Vorstellungsgespräch© gstockstudio/123rf.com
 


   So setzen Sie die falschen Signale

Versteinertes Gesicht
   ohne offenes Lächeln kann der Sympathiefunke nicht
        überspringen


Blickkontakt meiden
  ein leerer Blick vermittelt Unsicherheit, so kann kein
       Vertrauen aufgebaut werden


Eingefallene Schultern
  eine aufrechte Haltung demonstriert Selbstbewusstsein


Auf der Stuhlkante sitzen
  wirkt nervös und angespannt


Auf dem Stuhl herumlümmeln
  wirkt respektlos und überheblich


Wilde Gesten
  wirken aufdringlich und übertrieben


Verschränkte Arme
  wirken unnahbar und verschlossen


An der Kleidung zupfen
  wirkt unsouverän und unausgeglichen


Auf den Boden schauen
  wirkt, als ob Sie kein großes Interesse hätten

 
Die Jobeignung hängt also nicht nur von den richtigen Antworten auf die Fragen im Vorstellungsgespräch ab, sondern auch von den nonverbalen Signalen, die Sie von sich geben. Dabei sind die ersten Minuten schon von besonderer Bedeutung, denn in der Regel dauert es nur ein, zwei Minuten, um sich einen ersten Eindruck von der Kandidatin oder des Kandidaten zu verschaffen.

Nicht selten ist das erste Urteil über Sympathie und Ausstrahlung irrreversibel und beeinflusst entsprechend den weiteren Gesprächsverlauf. Seinen ersten Eindrücken kann sich ein Personalentscheider kaum entziehen, denn auch bei ihm spielen sich die meisten Emotionen im Unterbewusstsein ab.

Letzten Endes geht es darum, Gesagtes und Ausdruck auf einen Nenner zu bekommen. Denn die aufrichtigsten Aussagen und schlüssigsten Argumente wirken fraglich, wenn gesprochenes Wort und nonverbale Kommunikation sich widersprechen.


Generalprobe machen?

Je nachdem, zu welchem Typ Sie gehören, sollten Sie sich überlegen, wie Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Wenn Sie sich zutrauen, spontan die richtigen Reaktionen im Bewerbungsgespräch zu zeigen, ist es besser, Sie lassen die Generalproben zuhause ausfallen und überzeugen mit Ihrer Natürlichkeit.

Falls Sie aber große Angst vor dem Termin haben und sich sehr unsicher fühlen, ist es ratsam, in der Familie oder im Freundeskreis die Abläufe im Vorstellungsgespräch zu proben und an einer überzeugenden Körpersprache zu feilen. Mit etwas Übung können Sie im Vorstellungsgespräch erstaunliche Erfolge erzielen - und landen garantiert nicht auf dem Absagestapel.

Bitten Sie Freunde und Familie um eine Rückmeldung, ob Sie so beim Sprechen aufgeschlossen und selbstbewusst wirken. Üben Sie einige Sätze und konzentrieren Sie sich auf Ihre Mimik. Kontrollieren Sie sich dabei selbst vor einem Spiegel oder mithilfe einer Kamera. Untermauern Sie Ihre Worte mit kleinen, nachdrücklichen Gesten. Überlegen Sie sich, wie Ihre Körpersprache zu dem passt, was Sie zu sagen haben.


Üben Sie nur Kleinigkeiten

Wenn Sie Ihre Körpersprache optimieren wollen, dann sollten Sie auf jeden Fall nur Kleinigkeiten angehen und nicht versuchen, sich komplett von A bis Z umzukrempeln! Analysieren Sie mithilfe Ihres Umfeldes, welche Gesten oder Mimik Sie verbessern möchten und konzentrieren Sie sich nur auf diese Punkte. Wenn Sie im Vorstellungsgespräch 80% Ihrer Aufmerksamkeit auf Ihre Körpersprache richten, kommen die eigentlichen Schwerpunkte garantiert zu kurz. Aber selbst verbesserte Kleinigkeiten können schon eine große Wirkung haben.

Gestik und Mimik im Vorstellungsgespräch© gstockstudio/123rf.com

 

    Der Ablauf eines typischen Vorstellungsgesprächs

    Begrüßung
Wichtig: Geben Sie einen kurzen, aber festen Händedruck. Achten Sie
auf die Etikette: Warten Sie, bis man Ihnen die Hand reicht – nicht
umgekehrt!

    Allgemeiner Smalltalk als "Eisbrecher"
Wichtig: Beim Hinsetzten nutzen Sie die volle Stuhlfläche, nicht nur die Kante. Lächeln Sie und sammeln Sie hier die Sympathiepunkte ein, die Ihnen auch während des restlichen Gesprächsverlaufs helfen.

   Unternehmen stellt sich vor
Wichtig: Hören Sie aufmerksam zu und zeigen Sie Ihr ungeteiltes
Interesse. Ihr Körper ist dabei aufrecht und leicht vorgelehnt. Nicken Sie ab und zu, das unterstreicht Ihre Aufmerksamkeit.

   Bewerber stellt sich vor
Wichtig: Sprechen Sie ruhig und untermauern Sie Ihre Worte durch Ihre
natürlichen Gesten. Vermeiden Sie verkrampft dazusitzen und nervös
an etwas herumzuzupfen.

   Fragen im Vorstellungsgespräch an den Bewerber
Wichtig: Hören Sie aufmerksam zu und suchen Sie Blickkontakt, wenn Sie die Fragen beantworten. Das zeigt, Sie antworten aufrichtig und haben nichts zu verbergen. Sitzen Sie gerade und nicht zurückgelehnt.

   Gezielte Gegenfragen des Bewerbers
Wichtig: Schauen Sie die Person an, der Sie die Frage stellen. Signalisieren
Sie, dass Sie die Antwort verstanden haben, indem Sie freundlich nicken
oder zustimmen.

   Verabschiedung
Wichtig: Verabschieden Sie sich mit einem verbindlichen Händedruck und
einem Lächeln.

 

Wohin mit den Händen

Gerade die Handhaltung verrät Ihrem Gesprächspartner viel über Ihre gegenwärtige Gefühlslage. Deshalb sollte speziell auf die Hände bewusst geachtet werden. Schnell lässt sich Unsicherheit, Nervosität und Ablehnung aus der Körperhaltung der Hände ableiten. Deshalb fühlen sich viele Menschen sicherer und wohler, wenn Sie etwas in den Händen halten – und wenn es nur zum Spielen ist. Durch viele der üblichen Gesten wird eine allgemeingültige Botschaft vermittelt, die Sie kennen sollten, wenn Sie souverän auftreten möchten.

    Interpretationen von Handgesten

Verschränkte Arme  
signalisiert Aufbau und Distanz bis hin zu
Unsicherheit und Ablehnung (Mauerbildung)
Versteckte Hände   werden immer als negativ empfunden
(Hosentasche, hinter dem Rücken)
Mit dem Finger auf andere
zeigen
  kann u.U. als Aggressivität ausgelegt werden

Mit den Fingern trommeln   wirkt nervös und ungeduldig und kann als
Provokation empfunden werden
Hände falten mit Daumen nach oben
  demonstriert Überlegenheit
Hände falten mit versteckten
Daumen
  demonstriert Unsicherheit und negative
Stimmung
Herumspielen mit den Fingern     zeigt Langeweile und Desinteresse
Sich mit dem Finger ins Gesicht fassen
    demonstriert Irritation und Nachdenklichkeit  - irgendetwas stimmt nicht
Kopf auf die Hände stützen
    Sie wirken kraftlos und müde
Im Gespräch auf die Uhr schauen
    Sie signalisieren Zeitvergeudung
Gegenstände vor den Körper halten
    Sie signalisieren, dass Sie sich nicht wohl fühlen
(Schutzfunktion hinter Tasche, Ordner, Mappe)
Sich an den Hals fassen
    Sie zeigen Zweifel und Unsicherheit
Fingergelenke knacken lassen
    gilt als rücksichtslose Geste
Am Kopf kratzen
    Sie demonstrieren Ratlosigkeit
Hand vor den Mund halten
    Sie wissen nicht, was Sie sagen sollen oder
möchten; Gesagtes gerne zurücknehmen
Händerreiben
    unsympathische Geste, gilt als eingebildet und selbstzufrieden
Merkelraute
    Selbstsicher und Abwehr gegen Kritik
( = Spitzdach der Hände)
 


Lesen Sie auch die Körpersprache Ihres Gegenübers

Wenden Sie Ihr Wissen über die Körpersprache auch bei Ihrem Gegenüber an. Gerade im Vorstellungsgespräch gibt auch Ihr künftiger Chef eine Menge über sich preis. Gesten und Mimik geben Ihnen interessante Hinweise, die Sie sofort für sich positiv nutzen können.

Fazit

Visuelle Eindrücke und unbewusste Signale spielen im Vorstellungsgespräch eine erhebliche Rolle. Das erste Urteil prägt maßgeblich den restlichen Gesprächsverlauf. Schwierig wird das Vorstellungsgespräch, wenn das gesprochene Wort und die nonverbale Kommunikation sich widersprechen. Wer sich unsicher ist, kann positive Signale im Gesprächsverlauf proben. Vor allem die Hände verraten viel über Ihre Gemütsverfassung.

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Sabine Ratermann