Kostenlose Bewerbungsvorlagen

Pro Contra: Was steckt wirklich dahinter?


Kostenlose Bewerbungsvorlagen Pro Contra

Warum stellt jemand kostenlose Vorlagen ins Netz?

Bewerbung schreiben? Das scheint ja heutzutage kinderleicht zu sein! Offensichtlich gibt es lauter kostenlose Muster und Bewerbungsvorlagen im Internet, die man gratis nutzen kann. Warum denn dafür bezahlen?  Das ist doch echt klasse, dass sich jemand völlig uneigennützig die Mühe macht,  solche Vorlagen zu erstellen. Schließlich macht es richtig viel Arbeit, Bewerbungsvorlagen, die aus Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben bestehen, grafisch zu gestalten und die ganzen Mustertexte zu formulieren. Das muss ja ein netter Zeitgenosse sein!

Aber ist das wirklich so? Oder wo genau liegt hier sein Benefit beim  Bewerbung schreiben? Irgendeinen Grund muss es doch geben, dass sich jemand für andere so viel Mühe gibt?! Was genau steckt dahinter?

Wer sich im Internet tummelt und etwas anbietet, hat in der Regel nur eine Motivation: Geld verdienen. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Dienstleistungen gegen Bezahlung anzubieten ist absolut legitim. Aber wie funktioniert das, wenn die Dienstleistung kostenlos ist?

Werbesache Bewerbungsschreiben

Eine Antwort liefert ein Blick auf die entsprechenden Websites. Werbung! Wer kennt es nicht? In Ruhe einen Artikel lesen ist im Netz nicht selbstverständlich. Ständig kommt ein Popup-Fenster in die Quere und schreit: „Beachte mich!!“ Viele Internetseiten dienen hauptsächlich als Marktplatz für Werbung und ersetzen eine Litfaßsäule. Werbefenster reihen sich aneinander und fordern die Aufmerksamkeit des Nutzers. Sogar mitten im Text tauchen Anzeigen auf, die so ähnlich gestaltet sind, wie der Rest des Textes. So wird der Leser mit allen Mitteln verleitet, mit der Maus darauf zu klicken. Das ist toll, denn mit jedem Klick verdient der Seitenbetreiber bares Geld. Trotzdem kann er ja ein netter Zeitgenosse sein. Das sei ihm nicht abgesprochen.

Doch welche Bewandtnis hat es mit den kostenlosen Bewerbungsvorlagen? Vermutlich sollen auch sie in erster Linie die Nutzer auf die Seite ziehen. Denn: Je mehr Nutzer auf der Seite herumspringen, desto teurer können die Werbeplätze verkauft werden. Und das Argument „kostenlos“ zieht immer!!

Kostenlose Bewerbungsvorlagen enthalten Fehler

Glücksache Bewerbungsschreiben

Bleibt die Frage, welche Qualität haben kostenlose Vorlagen überhaupt? Immer wieder ist zu lesen: „Über 100 kostenlose Vorlagen zum Bewerbung schreiben für alle Berufsgruppen…“ Beim genauen Hinsehen sind alle Vorlagen nach dem gleichen Strickmuster gestrickt. „ Mit großem Interesse“ steht dort direkt im ersten Satz des Anschreibens. Mit solchen Floskeln hat ein Bewerber auf dem Arbeitsmarkt höchstens noch im Helferbereich eine Chance.

Auch die Plattitüde wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ sind in Geschäftsbriefen durchaus üblich. Jedoch in einem Bewerbungsanschreiben beweist ein Bewerber damit nur Zweitklassigkeit. Hier wird erwartet, dass der richtige Ansprechpartner im Vorhinein erfragt wird. Mit einigen der kostenlosen Mustertexte hätte man hier die nächste Bauchlandung hingelegt.

Kostenlos  besser hinterfragen

Aber es geht noch schlimmer: „Sehr geehrte Damen und Herren, Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als Bürokauffrau..“ Ganz ehrlich, auch in kostenlosen Vorlagen sollte die deutsche Rechtschreibung nicht derart missachtet werden. Nach dem Komma schreibt man klein weiter, es sei denn, es handelt sich um ein Substantiv oder die Höflichkeitsform. Beides trifft auf das Wörtchen „hiermit“ leider nicht zu. Das klassische Aus bereits nach 3 Sekunden! Nach so einem dilettantischen Fehler bereits in der ersten Zeile liest kein Personaler Ihre Bewerbung bis zum Ende. Knock out noch vor der ersten Runde im Bewerbungsring.

„Ich bin engagiert, teamfähig, hilfsbereit, kann mich aber auch durchsetzen“ , ein toller Rat, sich in einer Aufzählung so auszudrücken. Diese Vorzüge kann ja jeder von sich behaupten, ohne dass sie stimmen. Entscheidend wäre bei so einer Formulierung die Begründung: „Ich bin als Frisörin sehr engagiert, denn ich habe bereits mit großem Erfolg an zwei regionalen Frisurenwettbewerben teilgenommen und jeweils den zweiten Platz belegt. Ok, damit ist etwas anzufangen!

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Ein Postskriptum im Anschreiben einer kostenlosen Vorlage? Ist das wirklich zu empfehlen? Und soll man tatsächlich in einem Anschreiben die Initiative ergreifen, und dem Personalverantwortlichen selbst einen Terminvorschlag für ein Vorstellungsgespräch machen („Passt Ihnen der nächste Mittwoch um 14.00 Uhr?“)? Macht das den erhofften guten Eindruck? Oder fühlt sich dann ein potentieller Arbeitgeber direkt mal an die Wand genagelt? Vermutlich schwant ihm, dass er dann künftig in seiner eigenen Firma nicht mehr viel zu sagen hat, wenn er sich für diesen Bewerber entscheidet.

Das Kernstück jeder Bewerbung ist der Lebenslauf. Erfahrungsgemäß steigt hier ein Personaler thematisch zuerst in die Beurteilung einer Bewerbung ein. Deshalb müssen in einem Lebenslauf gebündelt alle wichtigen Informationen übersichtlich dargelegt werden. Kostenlose Lebenslaufvorlagen sind oft viel zu knapp formuliert und damit wertlos. Da kann man nur sagen: Zwar Geld gespart, aber Chance vertan!

Vorsicht vor veralteten Gepflogenheiten

Von der Grundschule bis heute, der Lauf der Dinge schreitet unaufhörlich voran, ein Tag folgt auf den anderen. Aber nicht bei einem modernen Lebenslauf! Der wird nämlich in der Regel „antichronologisch“ verfasst. Das heißt, der letzte bzw. aktuelle Job steht ganz oben und die Grundschule wird (außer bei Auszubildenden) weggelassen. Das macht doch Sinn, schließlich soll der Arbeitgeber sofort erkennen, auf welchem Stand der Bewerbungsschreiber heute ist.  Leider hat sich das im Reigen der kostenlosen Vorlagen noch nicht vollständig durchgesetzt. Wer hier unwissentlich aufs falsche Pferd setzt, wird niemals Galopper des Jahres!

Temperamentsache Bewerbungsschreiben

Am Ende bleibt noch eine Frage offen, die sich jeder selbst beantworten sollte: Wie seriös ist eine Bewerbungsvorlage von solchen Seiten, wenn im Vordergrund die Werbeeinblendungen stehen? Ist 100% kostenlos auch immer 100% Leistung?

 

Welche der folgenden Meinungen vertreten Sie? Wo ordnen Sie sich ein?

1.       Ich glaube an das Gute im Menschen. Weshalb sollten
           kostenlose Bewerbungsvorlagen schlecht sein?
2.       Ich glaube, dass Dienstleitungen, die sich ausschließlich auf die fachlichen
           Kompetenzen schränken, glaubwürdiger sind.
3.       Geiz ist geil, ich versuche es erst einmal mit dem kostenlosen Zeug, ich habe
           nichts zu verschenken.
4.       Ich gehe kein Risiko ein, ich gehe auf Nummer sicher und gebe für gute Vorlagen
           auch Geld aus.
5.       Mir ist alles egal, ich nehme das Erstbeste!
6.       Ich bin preisbewusst! Es muss nicht kostenlos sein, aber bei über 20,00 € hört
           der Spaß auf!
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Informationssache Bewerbungsschreiben

Wie kann man sich vor falschen Informationen zum Thema Bewerbung und  schlecht gemachen Bewerbungsvorlagen im Internet schützen? Antwort: Gar nicht! Man muss einen gewissen Blick für seriöse Seiten entwickeln und sich auf sein Bauchgefühl verlassen.

Wenn viel Werbung und Popups auf einer Seite sind, sollte man auf jeden Fall auf der Hut sein. Oft werden kostenlose Dienstleitungen nur angeboten, um auf eine Seite mit kostenpflichtigen Leistungen weiterzuleiten. Ist das Layout der Seite unprofessionell gemacht, ist eine gewisse Grundskepsis hilfreich.  Das gilt vor allem für die Qualität der Texte. Häufige Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler sollten nachdenklich machen.

Impressum unter die Lupe nehmen

Es empfiehlt sich auch ein Blick ins Impressum zu werfen. Nach der Dienstleitungs-Informationspflichten-Verordnung aus dem Jahr 2010 ist bei Online-Veröffentlichungen ein Impressum zu führen. Kein oder nur ein unvollständiges Impressum gibt daher kein gutes Bild ab. Die Angaben einer erreichbaren Telefonnummer, am besten im Inland, eine postalische Adresse (keine Postfachadresse) und eine E-Mailadresse, die der URL der Web-Site entspricht (keine E-Mailadresse eines gängigen E-Mail-Providers), geben schon mal einen ersten Hinweis.

Internetseiten mit sehr viel Werbung sind nicht nur nervig für den Betrachter, sondern bergen auch versteckte Kostenfallen.

Fazit:

Es lohnt sich, auch Internetseiten ohne Werbung in Augenschein zu nehmen, sie bieten oft mehr Glaubwürdigkeit und Transparenz. Auch wenn die Bewerbungsvorlagen hier kostenpflichtig sind, sollte das Angebot auf jeden Fall geprüft werden. Die Relation zwischen Preis und Leistung muss aber trotzdem stimmen! Sich für die richtigen Bewerbungsvorlagen und Ratgeber zu entscheiden ist offensichtlich der erste Schritt für eine  perfekte Bewerbung am Arbeitsmarkt.

Hier gehts zu den Bewerbungsvorlagen von people@venture.

Autorin: Sabine Ratermann

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