Das Arbeitszeugnis

Vermeiden Sie Patzer in Ihrer Bewerbungsmappe

Arbeitszeugnis

Augen auf beim Arbeitszeugnis!

Ganz im Gegensatz zu einer Bewerbung ist das Arbeitszeugnis ein Dokument, dass uns das restliche Arbeitsleben mit Wohl oder Wehe begleitet. Denn zu einem Stellenwechsel gehört im günstigsten Fall ein lückenloser Lebenslauf ergänzt um die dazugehörigen Arbeitszeugnisse der bisherigen Laufbahn. Anders als bei den Zeugnissen der Schulzeit, die in der Regel ohne Diskussionen hinzunehmen waren, kann und sollte man bei Arbeitszeugnissen auf die Formulierung durchaus Einfluss nehmen. Ein gewisses Grundwissen zu diesem Thema ist hier allerdings Voraussetzung.


Bloß nicht locker lassen

Laut Gewerbeordnung ist jeder Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, auf Wunsch des Arbeitnehmers ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Jedoch empfinden viele Arbeitgeber es eher als lästige Pflicht, viel Zeit für ein gut gestaltetes Arbeitszeugnis aufzuwenden. Warum sollte man sich noch die Mühe machen für einen Arbeitnehmer, der das Unternehmen ohnehin in Kürze verlässt? Deshalb gehen viele Chefs mit Arbeitszeugnissen eher fahrlässig um. Oft gibt es im Unternehmen nur eine oder zwei Musterversionen, die husch husch in zwei, drei Punkten kurz angepasst werden.


Form UND Inhalt müssen stimmen

Dabei ist Aufbau und Inhalt eines Arbeitszeugnisses nicht das einzige, auf das der ausscheidende Arbeitnehmer unbedingt achten sollte. Denn neben den üblichen „Schulnoten“, wie „er/sie arbeitete stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ und den versteckten Geheimcodes, sollte man ganz besonders auch auf die äußere Form des wichtigen Dokuments achten.

Arbeitszeugnis Form und Inhalt


Erheblich aufgewertet wird das Arbeitszeugnis, wenn der Ausdruck auf etwas festerem, hochwertigem Qualitätspapier erfolgt. Schließlich handelt es sich nicht um einen Brief sondern um eine Urkunde, die unter Umständen noch viele Jahre Verwendung findet.

 

Nicht mit einer halben Seite abspeisen lassen 

Das Arbeitszeugnis wird standartmäßig in Din A4 Format ausgestellt. Die angemessene Länge des Textes liegt im Idealfall bei etwa bei ein bis zwei Seiten. Ist das Zeugnis zu kurz gefasst, wirkt es schnell negativ, auch wenn sich der Text insgesamt positiv liest. Denn in einem Arbeitszeugnis kann unter Umständen besonders viel zwischen den Zeilen stehen. Ist der Text zu kurz, dann liegt der Verdacht nahe, man konnte oder wollte über den Arbeitnehmer nicht viel oder nicht viel Gutes sagen. War der Arbeitnehmer jahrelang in der Firma beschäftigt, ist eine halbe Seite ein vernichtendes Urteil. Für einen Praktikanten wäre es dagegen ausreichend.

 

Schreibfehler bleiben an der eigenen Backe kleben

Wer glaubt, dass die im Arbeitszeugnis enthaltenen Rechtschreibfehler nur ein schlechtes Licht auf den Arbeitgeber werfen, der es verfasst hat, der irrt gewaltig. Denn sollte das Dokument tatsächlich Fehler hinsichtlich Grammatik, Rechtschreibung und Ausdruck enthalten, so wird der Makel immer am Arbeitnehmer hängen bleiben. Es wird allgemein vorausgesetzt, dass man die Fehler bei einem so wichtigen Dokument bemerkt und um Verbesserung bittet. Es empfiehlt  sich daher dringend, dass nach Erhalt des Zeugnisses mehrere Leute unabhängig von einander Korrektur lesen, um etwaige Fehler zu finden.

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Besonders auf Kleinigkeiten achten

Flecken, Eselsohren, offensichtliche Verbesserungen oder gar Durchstreichungen sind aus gleichem Grund nicht tolerierbar.  Ganz negativ fallen auch Sonderzeichen und bestimmte Satzzeichen auf. Ausrufezeichen und Fragezeichen gehören nicht in ein seriöses Arbeitszeugnis. Auch die Verwendung von Gedankenstrichen – etwa um einen Nebensatz besonders hervorzuheben – sind auf gar keinen Fall hinzunehmen, denn sie bieten einen Spielraum für negative Interpretationen. Gleiches gilt für „Anführungszeichen“, kursive Schrift, Wörter in Fettschrift oder Unterstreichungen.

Gut beraten ist auch, wer sich die Textdarstellung im Detail anschaut. Für ein ordentliches Arbeitszeugnis sollte nur eine einzige Schriftart in einheitlicher Schriftgröße verwendet werden. Ein Mix aus Schriftarten stellt wieder eine Abwertung dar. Die Schriftfarbe sollte Schwarz oder Dunkelgrau sein, andere Farben könnten fehlinterpretiert werden. Auch die Absatzstruktur sollte einheitlich ausgerichtet sein. Ein auffälliger Blocksatzfehler sieht nicht nur schlecht aus sondern entwertet das Zeugnis völlig.

Nicht austricksen lassen

Ein gängiges Zeugnis enthält den üblichen Firmenbriefkopf des Unternehmens. Dieser sollte immer genauestens betrachtet werden, denn ein Fehler im Briefkopf stellt die Höchststrafe dar. Auch Kleinigkeiten, wie etwa ein Leerzeichenfehler können ein verstecktes Indiz sein, dass eine negative Aussage getroffen werden sollte. Dadurch dass die Arbeitgeber verpflichtet sind, keine offensichtlich negativen Aussagen im Arbeitszeugnis zu treffen, wird hin und wieder zu solchen prophanen Mitteln gegriffen.


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Auf Nummer sicher gehen

Der Arbeitgeber ist zwar verpflichtet, das Arbeitszeugnis auszustellen, versenden muss er es aber nicht. Es besteht eine Abholpflicht für den Arbeitnehmer. Das klingt zunächst nach einem unangenehmen Gang zur alten Wirkungsstätte, kann sich aber durchaus lohnen. Denn erfahrungsgemäß neigen die Sekretariate dazu, leichtfertig mit dem wichtigen Dokument umzugehen, wenn es für die Versendung vorbereitet wird. Ein Arbeitszeugnis darf auf gar keinen Fall zusammengefaltet werden, damit es in einen kleineren Umschlag passt, um Porto zu sparen. Auch darf es nicht gelocht werden oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Oft ist es nett gemeint, wenn die erste und zweite Seite zusammengetackert werden. Dabei ist es unzweckmäßig, denn gerade das Zeugnis muss noch oft kopiert und eingescannt werden und sollte deshalb in einzelnen Blättern vorliegen. Eine Versendung im unverstärkten Din A4 Umschlag senkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Urkunde unbeschädigt bei Ihnen eintrifft, selbst wenn der Postbote die Einsicht hat, und den Umschlag nicht zusammengerollt in Ihren Briefkasten steckt. Selbstabholer sind also klar im Vorteil.

Autorin: Sabine Ratermann

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