Die Hitparade:  Floskeln in der Bewerbung

hiermit bewerebe ich mich

Kommt Ihnen das bekannt vor?


Haben Sie diese Formulierung auch schon mal gehört oder gelesen? Kein Wunder, denn sie ist der am häufigsten verwendete Einleitungssatz in Bewerbungsanschreiben!

Geschätzte Quote 1:15



Was glauben Sie?  Warum ist diese Formulierung eine schlechte Wahl?


Sie ist nichtssagend. Die Info, dass dies eine Bewerbung ist, steht im Betreff,
und muss daher nicht nochmals kommuniziert werden.

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Es handelt sich um eine allgemeine Floskel. Sie ist beliebig einsetzbar
und könnte von jedem Bewerber verwendet werden. 
                       Ein Satz wie heiße Luft – unpersönlich.

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Der Bezug, um welche Stellenanzeige es sich handelt sollte im Betreff
 des  Bewerbungsschreibens hergestellt werden.
                        Diese Information gehört nicht in den Einleitungssatz.

Ein Einleitungssatz im Anschreiben muss den Leser „neugierig
auf den Bewerber“
und „Lust auf mehr“ machen.
                       Ein Knaller muss her! Diese Formulierung knallt garantiert nicht, 
                       sondern fischt unter Durchschnitt.  
         

Was genau ist eine Bewerbungs-Floskel? 


     Floskeln in einem Bewerbungsschreiben sind typische,
                   wiederkehrende Redewendungen und Formulierungen,
                   die von vielen Bewerbern verwendet werden.

    Floskeln sind sehr allgemein gehaltene Füllwörter oder Füllsätze
                  und bieten daher wenig Informationsgehalt.            


Die Hitparade der Bewerbungsevergreens

Bewerbungsevergreens

 

Bewerbung Einleitungssatz


Floskeln schaden Ihrem Image!

Werbung in eigener Sache ist kein einfaches Ding. Die Erfahrung zeigt, hier kommen Bewerberinnen und Bewerber schnell an ihre Grenzen. Im Anschreiben nicht nur die richtigen Worte, sondern auch perfekten Tonfall zu finden, ist mühsam.  

Letztendlich geht es darum, sich gekonnt durch Worte von den Mitbewerbern abzuheben. Das funktioniert nur, wenn man es schafft, sich interessant zu machen. An sich kein leichtes Unterfangen – vor allem, weil alles auf nur eine Seite passen muss. Dabei gibt eine wirksame Methode, um das zu gewährleisten: Die eigene Persönlichkeit muss akribisch herausgearbeitet werden. Individualität ist hier gefragt.

Je konkreter und persönlicher der Bewerbungstext ausfällt und je relevanter die enthaltenen Informationen sind, desto erfolgversprechender ist das Resultat. Aber auch der Umkehrschluss ist zulässig. Allgemeine Floskeln mit wenig Aussagekraft im Anschreiben sind Platzverschwendung und schmälern die Erfolgsaussichten der Bewerbung deutlich.

 

Bewerbung Interesse

Selbsterklärendes weglassen

„Das habe mir schon gedacht“, denkt der Personaler grimmig, „sonst hättest Du ja keine Bewerbung abgeschickt“.  

Besser konkret werden: Persönliche Gründe aufzählen, warum die Stelle
                                                                                              interessant ist,  das überzeugt.



Floskeln - Mit Anlauf ins Fettnäpfchen

Warum werden immer wieder die gleichen, schädlichen Floskeln in den Bewerbungen verwendet? Der Verdacht liegt nahe, dass die Verwendung von gängigen Formulierungen aus Bequemlichkeit geschieht. Abkupfern erfordert schließlich weniger Eigeninitiative, weniger Zeitaufwand und Null Kreativität.  

Kein guter Plan, denn es geht um nicht weniger, als eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Tatsächlich wird auch aus Unsicherheit auf die gängigen Formulierungen und Vorlagen im Netz zurückgegriffen. Der Wunsch, Fehler zu vermeiden, steht im Vordergrund. Wenn auf neun von zehn Bewerberseiten die gleichen Formulierungsvorschläge stehen, dann muss das ja so funktionieren, lautet der Irrglaube. ABER NEIN! Genau das Gegenteil ist der Fall!
 

Floskeln - Individuell sein, erfordert Überwindung

„Für einen Personalberater ist es geradezu erschreckend, wie sehr sich viele Anschreiben in den Bewerbungsmappen ähneln“, sagt Personalberater Dirk Steinhäuser von people@venture.

Während seiner Zeit beim weltweit größten Personaldienstleister Adecco hat er sich oft gewundert, dass Jobsuchende sich lieber Floskeln bedienen und alles Konkrete im Anschreiben vermeiden. Es ist ein grober Fehler, sich eher wage und allgemein auszudrücken. „Eine Bewerbung ohne die üblichen Floskeln fällt auf jeden Fall sofort ins Auge und wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Floskeln sagen nichts über den Bewerber oder die Bewerberin aus. Umso entscheidender sind die harten Tatsachen über die persönliche Eignung eines Job-Aspiranten“, sagt Dirk Steinhäuser rät dringend dazu, in Bewerbungen Fakten, statt Floskeln zu verwenden.

 „Dazu gehört auch das wortgenaue Aufgreifen und Wiederkäuen der Stichworte aus der Stellenanzeige. Es ist einfach zu banal“, mahnt er an. „Wichtig für das Anschreiben ist, nicht einfach etwas zu behaupten, sondern es anhand von echten Beispielen zu erläutern. So wird das Anschreiben personalisiert. Floskeln können das nicht“, sagt der Experte mit Nachdruck.

„Letztendlich muss das Anschreiben als Mittel genutzt werden, um die Konkurrenzbewerbungen auszustechen. Meist reichen mir schon zwei Minuten, um zu erkennen, ob der Bewerber passt“, weiß Steinhäuser aus Erfahrung. „Da das Anschreiben nur begrenzt Platz bietet, sollte dieser wirklich sinnvoll genutzt werden. Es nützt keinem, wenn alle Anschreiben nahezu identisch sind.“

 

   So bitte nicht: Die gänigsten Floskeln im Bewerbungsschreiben

     

        ... hiermit bewerbe ich mich als …
       ... bezugnehmend auf Ihre Anzeige
       ... ich suche eine neue Herausforderung
        ... wann darf ich mich vorstellen?
        ... ich bin ein Teamplayer und arbeite gerne mit anderen Menschen
        ... ich verfüge über umfangreiche Erfahrungen
       ... ich bin sehr motiviert und arbeite mich schnell ein
        ... ich lerne schnell dazu
       ... ich bin hochmotiviert
       ... ich arbeite ergebnisorientiert
       ... mit mir gewinnt Ihr Unternehmen einen erfahrenen Mitarbeiter
       ... ich habe eine proaktive Arbeitsweise
       ... ich bin in jeder Situation belastbar und lösungsorientiert
       ... ich bin der klassische Problemlöser
       ... ich verfüge über analytische Fähigkeiten
       ... ich stehe für Mehrwert
       ... mit mir gewinnt Ihr Unternehmen einen Querdenker
        ... ich bin ein Profi
       ... ich bin ein Schnelllerner
       ... ich arbeite selbstständig und eigenverantwortlich
       ... meine Arbeitsweise ist effektiv und ergebnisorientiert
       ... Effizienz ist mir besonders wichtig
       ... ich bin innovativ und aufgeschlossen

 

Häufige Fragen: FAQ zu Floskeln in der Bewerbung

Was sind Floskeln in der Bewerbung?
Floskeln sind Worthülsen, die jeder verwendet. Beispiel: „Ich bin hochmotiviert und lerne schnell“. Floskeln sind inhaltlich sehr allgemein gehalten und sind wenig informativ. Solche Aussagen kann jeder von sich treffen – einfach nur, weil es gut klingt. Floskeln sagen nicht viel aus. Und genau das ist auch der Haken. Eine Bewerbung soll individuell sein (und nicht das enthalten, was alle schreiben). Eine Bewerbung muss informativ sein (also Fakten bieten, die speziell auf die einzelne Person zutreffen). Je weniger allgemeine Floskeln in einer Bewerbung verwendet werden, desto größer sind die Erfolgschancen.

Wie vermeidet man Bewerbungsfloskeln?

Im Grunde ist es nicht schwer, ein Bewerbungsschreiben ohne allgemeine Floskeln zu verfassen. Werden Sie gleich zu Beginn möglichst konkret. „Aktuell arbeite ich als .. bei der Firma .. und habe gerade meine Weiterbildung .. erfolgreich abgeschlossen.“ Dieser Satz ist individuell und trifft nur auf Sie zu. Aus der Phrase „ich bin hochmotiviert“ wird schnell ein individueller Satz, wenn Sie eine individuelle Begründung anhängen: „Ich bin hochmotiviert, aufgrund meiner Umstrukturierungsmaßnahmen konnte das Unternehmen die Rückläufer um 5% senken“. Bleiben Sie beim Bewerbungsschreiben einfach bei Ihren persönlichen Erfolgen – und schon läuft es rund.

Warum darf man keine Floskeln im Bewerbungsschreiben verwenden?
Ein Bewerbungsschreiben hat nur gute Chancen, wenn es individuell formuliert wird. Allgemeine Sätze, die in jede Bewerbung passen, wie „ich bin ein Teamplayer und arbeite gerne mit Menschen“ helfen einem Bewerbungsleser nicht weiter. Solche Aussagen treffen beinah auf jeden zu. Ein Bewerbungsanschreiben muss sehr konkrete Daten und Fakten über die berufliche Vita enthalten, die ein reales Bild über das Leistungsvermögen des Bewerbers abgeben. Aussagen, wie „ich bin Teil die Arbeitsgruppe „Einsparungen im Vertrieb“, zeigen auch die Teamfähigkeit auf – aber konkreter. Bewerbungstexte, die nur oberflächlich und allgemein bleiben, sind nicht erfolgversprechend. Leider wird dieser Fehler in fast jeder zweiten Bewerbung gemacht.

Was sind häufige Bewerbungsfloskeln?
1. Hiermit bewerbe ich mich auf Ihr Stellenangebot auf Ihrer Webseite. 2.: Mit großem Interesse habe ich Ihr Stellenangebot gelesen und sende Ihnen nun meine Bewerbung. 3.: Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit runden mein Profil ab. 4.: Ich suche eine neue berufliche Herausforderung. 5.: Mit mir gewinnt Ihr Unternehmen einen erfahrenen Mitarbeiter. 6.: Ich bin der, den Sie suchen! 7.: Sie sind ein global führendes Unternehmen. 8.: Mein Traum ist es, für den internationalen Marktführer zu arbeiten. 9.: Ich bin innovativ und brenne für die Sache. 10.: Die ausgeschriebene Stelle empfinde ich als spannende Herausforderung.

 


Bewerbungshilfe und Bewerbungsservice von peopleatventure.de

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Sabine Ratermann