Das Bewerbungsfoto

Zeigen Sie sich von Ihrer Schokoseite

Bewerbungsfoto Tipps
© Olly/Fotolia
 

Das Rezept für ein gutes Bewerbungsfoto

Wenn beim ersten Blick auf Ihr Foto der Sympathiefunke überspringt, haben Sie bei Ihrer Bewerbung direkt einen dicken Pluspunkt in der Tasche. Doch ein sympathisches Bild von sich selbst, das authentisch herüberkommt, auf dem Sie perfekt aussehen und Ihr Lächeln ohne Wenn und Aber überzeugt, muss auch erst einmal im Kasten sein!


Hauptbasics für ein gelungenes Bewerbungsfoto


   Haut: Hautfarbe / Hautbild / nicht glänzend

  Haare: guter Schnitt / gepflegtes Aussehen

   Gesichtsausdruck: offenes Lächeln / Freundlichkeit

   Augen: Blick in die Kamera / selbstbewusst

  Hintergrund: hell / neutral

   Haltung: entspannt / nicht verkrampft

   Kleidung: etwas schicker / besser langärmlig / nicht zu eng


Dass sich ein Foto aus dem Bahnhofspassbildautomaten nicht gut macht, steht außer Frage. Auch ein mit Hilfe von Photoshop gestalteter Ausschnitt aus einem Urlaubsfoto ist denkbar ungeeignet. Und das tolle Foto aus der hintersten Schublade, auf dem Sie so perfekt aussehen, ist leider schon zehn Jahre alt und damit leider nicht mehr aktuell genug. Natürlich gibt es bei Fotos kein festgelegtes Verfallsdatum, aber so grob geschätzt sollte ein Bewerbungsbild nicht älter als ein Jahr sein. Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als ein neues, überzeugendes Bewerbungsfoto in Angriff zu nehmen.

Früher wurden Bewerbungsfotos immer in Passbildgröße oben rechts auf den Lebenslauf geklebt. In einer zeitgemäßen Bewerbung gibt ein Bewerbungsdeckblatt viel Platz für ein größeres Foto. Je größer das Bild, desto emotionaler ist Ihr Auftritt und desto größer ist Ihr Wiedererkennungswert im Bewerbungsstapel.

 

Trends

Wie überall, so gibt es auch bei Bewerbungsfotos immer wieder neue Trends - aber nicht alle bringen nur Vorteile - und man muss auch nicht unbedingt alles mitmachen.

Auf einem klassischen Bewerbungsfoto ist lediglich Ihr Kopf- und Schulterbereich zu sehen. Das hat den Vorteil, dass Sie sich keine Strategie ausdenken müssen, wie Sie Ihre Hände positionieren, ohne dass sie vom Gesicht ablenken. Das Wichtigste ist hier der Blick in Ihr Gesicht und ein offener, freundlicher Gesichtsausdruck. Von der Kleidung sieht man hier nur einen kleinen Ausschnitt im Hals- und Brustbereich. Auch das hat viele Vorteile, wenn Sie nicht ganz so modeaffin und stilsicher sind. Vor allem für Menschen, die mit Ihrer Figur nicht ganz im Reinen sind, ist das klassische Bewerbugnsfoto perfekt geeignet.

Halb- und Ganzkörperbilder gehörten früher definitiv nicht in eine Bewerbung. Heute geht der Trend aber in die andere Richtung. In modernen Bewerbungsdesigns mit stylisch gestalteten Deckblättern werden auch Halbportraits oder sogar Ganzkörperportraits verwendet. Klar ist, mit solchen Fotos geben Sie gleich mehr von sich preis. Das lohnt sich nur, wenn die Bilder auch vom guten Profi gemacht werden. Hier hilft eine Beratung, denn wenn der ganze Körper abgebildet wird, spielt auch die Körperhaltung eine nicht unerhebliche Rolle. Die Körpersprache muss stimmen.

Um auf einem Bewerbungsfoto positiv, sympathisch und korrekt zu wirken, müssen Sie auf eine Menge Details achten:


Gängige Größen für das Bewerbungsfoto


     4,5 x 6,0 cm ≙ 531 x 709 Pixel (Passbild)

     6,5 x 9,0 cm ≙ 768 x 1063 Pixel (Breite x Höhe)

     9,0 x 6,5 cm ≙ 1063 x 768 Pixel (Höhe x Breite)

     6,5 x 6,5 cm ≙ 768 x 768 Pixel (quadratisch)

    9,0 x 9,0 cm ≙ 1063 x 1063 Pixel (quadratisch)



Der Blick

Der Blick sollte direkt in die Kamera gerichtet und mit einem natürlichen Lächeln abgerundet werden. Ein Lächeln, dass ein wenig die Zähne sichtbar zeigt, wirkt in der Regel offener und freundlicher, als ein geschlossener Mund. Wenn der Fotograf mit dem Auslöser einen Moment länger braucht, verhindern Sie, dass Ihr Lächeln „einfriert". Dann sehen Sie maskenhaft aus. Entspannen Sie die Gesichtsmuskeln und lächeln Sie einfach nochmals von vorn.

Die Haut

Da auf dem Foto in erster Linie Ihr Gesicht zu sehen ist, ist das Hautbild ein ganz entscheidender Faktor. Auch Männer sollten die Haut zumindest abpudern, damit kein fettiger Glanz zu sehen ist. Frauen sehen mit einem leichten Makeup vorteilhafter aus, aber Achtung: Ein Abend-Makeup sollten Sie nur auflegen, wenn Sie sich im Nachtclub bewerben. Eine extreme Sommerbräune auf dem Bewerbungsbild wirkt deplatziert und sollte vermieden werden.


Die Haare

Ein Frisörbesuch für das Bewerbungsfoto und dem Vorstellungsgespräch tut Ihrem Haar und Ihrem Selbstbewusstsein gut. Wenn Sie allerdings mit einer professionellen Föhnwelle vom Frisör kommen, kann das auch sehr gestellt aussehen. Tragen Sie auf dem Foto die Haare so natürlich, wie Sie es immer tun. Dann sehen Sie authentisch aus. Frauen (und Männer) mit langen Haaren sollten die Haare auf dem Bewerbungsfoto möglichst hinter die Schultern legen.

 

Die Kleidung

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihre Kleidung seriös und gepflegt wirkt. Ein eher konservatives Outfit in gedeckten Farben ist vorzuziehen. Schrille Neonfarben und große Muster sind ebenso ungeeignet, wie ein zu tiefes Dekolleté oder ein zu weit aufgeknöpftes Hemd - das wirkt offenkundig zu billig. Wenn Sie Schmuck tragen, dann sollte er dezent und unauffällig sein. Da Frauen häufig fürs Bewerbungsfoto zu einer Bluse und Herren ein Hemd mit Krawatte greifen, ist darauf zu achten, dass der Kragen sehr ordentlich und gerade gerichtet ist. Bei widerspenstigen Krägen kann man sich mit Sprühstärke behelfen. Der Krawattenknoten muss ordentlich gebunden sein und in der Mitte des Kragens sitzen. Wer ein Bügeleisen besitzt, ist natürlich klar im Vorteil.

 

Der Hintergrund

Wie bei der Kleidung ist die die farbliche Wahl des Hintergrundes Geschmacksache. Die Profis nehmen überwiegend helle Hintergründe, oft auch changiert. Wichtig ist, dass der Hintergrund neutral ist und nicht Dinge aus der eigenen Privatsphäre zu sehen sind. Und der Hintergrund sollte einen Kontrast zur Kleidung darstellen. Da das Bewerbungsfoto üblicherweise in das Deckblatt integriert wird, wird es im optimalen Fall auch mit den Farben des Deckblattes abgestimmt, oder umgekehrt.

 

Die Ausleuchtung

Ein Bewerbungsfoto sieht besonders edel aus, wenn der Hintergrund richtig ausgeleuchtet wird. In der Regel werden hierfür mehrere Blitze synchronisiert und gleichzeitig ausgelöst. Außerdem wird mit entsprechenden Aufhellern gearbeitet, damit das Bild hell, lebendig und schön aussieht. Ein Profi-Fotograf hat das gelernt und kann Sie hervorragend in Szene setzen.


 Bewerbungsfoto Vergleich
       ©
Claudiad/iStock                                                                                          © DDRockstar/Fotolia


Muss denn unbedingt ein Foto zur Bewerbung?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) besagt, dass eine ordentliche Bewerbung kein Bewerbungsfoto enthalten muss. Rein rechtlich darf das Äußere kein Kriterium für eine Stellenvergabe sein. Im Ausland sieht man das auch ganz locker.

Hier in Deutschland ist es  allerdings absolut üblich, der Bewerbung ein Foto beizufügen und es sollte deshalb nicht weggelassen werden. Ein fehlendes oder ein schlecht gemachtes Foto fällt in jedem Falle negativ auf und kann eine Bewerbung dadurch massiv abwerten.

Wenn Sie also eine perfekte Bewerbung abgeben wollen, kommen Sie nicht drumherum, einen Profi-Fotografen aufzusuchen. Je höherdotiert die Stelle ist, auf die Sie sich bewerben, desto wichtiger ist ein professionelles Foto.

 

Alles hat seinen Preis

Ein gutes Fotoshooting bei einem Fotografen mit Erfahrung bei Bewerbungsfotos dauert rund 1 bis 3 Stunden. Er wird Ihnen raten, 2–3 Outfits mitzubringen und Sie auch bei der Kleider– und Hintergrundfrage beraten. Die Preispanne hierfür beträgt zwischen 60,00 EUR und 300,00 EUR. Mit einem guten Job durch eine gute Bewerbung haben Sie das Geld allemal wieder drin.

 

Welchen Stellenwert hat das Bewerbungsfoto?

Frau Kunstleben reibt sich mit den Fingerspitzen die Schläfen und zieht unter dem Schreibtisch die Pumps aus. Ein sehr anstrengender Arbeitstag liegt hinter ihr. Ihre Firma muss dringend die Position eines Personalreferenten/in besetzen. Deshalb hat sie heute die zehn aussichtsreichsten Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Am Ende des Tages stehen nur noch zwei Namen zur Auswahl auf Ihrem Zettel. Nun muss Sie eine Entscheidung treffen.

Die Bewerberinnen Frau Balzereit und Frau Thomas sind in etwa gleich alt und beide hervorragend qualifiziert.

Jetzt kommt es auf Kleinigkeiten an

Auch im Vorstellungsgespräch haben beide einen selbstsicheren Eindruck hinterlassen und können sich verbal gut ausdrücken. Wenn man es genau betrachtet, wären eigentlich beide Top-Besetzungen für den vakanten Posten. Frau Kunstleben legt nochmals beide Bewerbungsmappen vor sich auf den Tisch und betrachtet die Fotos. Frau Balzereit hat ihr Foto von einem professionellen Fotografen machen lassen, das sieht man sofort. Die Haare sitzen durch einen guten Haarschnitt und sind perfekt ausgeleuchtet. Der schicke dunkele Blazer steht in guten Kontrast zum hellen Bildhintergrund.

Frau Kunstlebens Augen schweifen hinüber zum Foto von Frau Thomas. Frau Thomas hat ihr Foto vermutlich im heimischen Wohnzimmer geschossen, denn als Hintergrund sieht man die Körnung der weißen Rauhfasertapete. Der helle, knubbelige Hintergrund lässt die Gesichtsfarbe von Frau Thomas eher ungesund aussehen, zumal die Haut noch unvorteilhaft glänzt. Der Kragen der hellbeigen Bluse liegt etwas schief um ihren Hals.


© Christian Jung/Fotolia


Ein Bewerbungsfoto verrät oft mehr über einen Bewerber, als man denkt. Bereits die bildliche Darstellung der eigenen Person im Detail lässt Rückschlüsse auf die dahinterstehende Persönlichkeit zu und weckt bestimmte Emotionen beim Betrachter. Wie sorgfältig stelle ich mich dar, wie viel Zeit und Geld investiere ich in ein Bewerbungsfoto, wie sehr interessiere ich mich für die Stelle.  Wie viel Wert lege ich auf mein Äußeres? 

Frau Kunstleben klappt die Bewerbungsmappen zu und löscht das Licht. Was glauben Sie, für wen hat sich Frau Kunstleben entschieden? Für wen hätten Sie sich entschieden?


© Minerva Studio/Fotolia

 

Gut oder schlecht?

Wie kommen Sie an? Bei www.joboderflop.de können Sie Ihr Bewerbungsfoto bewerten lassen oder aus Fehlern anderer lernen.

 

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Sabine Ratermann