Online Bewerbungen

●    11 kleine Tricks für eine erfolgreiche E-Mail-Bewerbung

●    Bewerben mit Online-Bewerbungsformularen

●    Bewerben mit einer Bewerbungshomepage

E-Mail Bewerbung


Mit einer klassischen Bewerbungsmappe aus Papier ist kaum mehr ein Personalverantwortlicher  hinter dem Ofen hervorzulocken. Zu unpraktisch, zu unhandlich und zu kostenintensiv ist die Verteilung und Verwaltung des Bewerbungsoldies. Nur auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitgebers sollte ein Bewerbungsschreiber auf die Papiervariante zurückgreifen.

„Online“ lautet das zeitgemäße Credo. Fast alle Bewerbungen werden aktuell per E-Mail, per Web-Formular, per Bewerbungspage oder über Social Networks  abgewickelt. Doch die Tücke liegt im Detail. Ein falscher Klick, und eine E-Mail-Bewerbung kann echt peinlich werden. Es lohnt in jedem Falle, sich mit den Besonderheiten einer Online-Bewerbung vertraut zu machen.


Online-Bewerbung

 

●   11 kleine Tricks für eine erfolgreiche E-Mail-Bewerbung

Die Bestandteile einer E-Mail-Bewerbung sind zwar identisch mit der Papierbewerbung. Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben gehören ebenso zu den notwendigen Inhalten, wie Zeugnisse, Arbeitszeugnisse und Referenzen. Aber hier lauert schon die erste Falle!

 

1. Das Anschreiben

Diese Frage wird immer wieder in Zusammenhang mit einer E-Mail-Bewerbung gestellt: Wird das Anschreiben schon direkt als E-Mail-Text verwendet? Oder wird das Anschreiben als pdf-Datei mit den übrigen Anlagen hinzugefügt? Oder sogar beides? Nein. Der Inhalt des Anschreibens gehört definitiv als Bestandteil einer vollständigen Bewerbung in den Anhang. Aus diesem Grund können auch nützliche Bewerbungsvorlagen verwendet werden.  Begründung: Auch die Optik spielt eine Rolle. Ausgedruckte E-Mails haben häufig grausige Zeilenumbrüche und können, wenn überhaupt, nur noch inhaltlich überzeugen.  Das ansprechende Design verabschiedet sich spätestens beim Ausdruck. Übrigens: Eine leere E-Mail, nur mit Betreff und Anhang, ist unhöflich.
Ein perfekter E-Mailtext könnte stattdessen so aussehen: „ Sehr geehrte Frau Gieselmann, als Anlage erhalten Sie meine vollständigen Bewerbungsunterlagen im pdf-Format. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen"

 

2. Die Absender E-Mail-Adresse

Seriosität ist Trumpf. Ergo – kein Platz für Spaß-E-Mail-Adressen. Alles andere wirkt zu privat. Eine bewerbungstaugliche E-Mail-Adresse enthält auf jeden Fall Vor- und Zunamen des Bewerbers. Wer keine passende E-Mail-Adresse besitzt, kommt nicht Drumherum, sich eine anzulegen. Eine Extra-E-Mail für den Bewerbungsprozess hat den Vorteil, dass eine eventuelle Antwort nicht im Spamordner oder zwischen weiterer Post untergeht. Und noch etwas: Bitte keine E-Mail-Adresse vom Ehepartner oder gemeinsame Adressen verwenden! Das kommt immer noch viel zu häufig vor und macht einen denkbar schlechten Eindruck.

Dos and don’ts bei Absender-E-Mail:

   eheleute.gieselmann(at).gmx.de

   alexander_glueck_auf_schalke(at)freenet.de

   ag.12051961435(at)aol.de

   bewerbung_bei_basf(at)hotmail.de

Haken blau    alexander.gieselmann61(at)web.de

 

3. Der wichtige Betreff

Die Betreffzeile einer E-Mail-Bewerbung ist in vielerlei Hinsicht wichtig! Eine sinnvolle Betreffzeile verringert die Wahrscheinlichkeit, ungewollt in einem Spamordner zu landen. Außerdem ist der Betreff unter Umständen hilfreich, beim richtigen Ansprechpartner zu landen. Vor allem in großen Unternehmen, wo parallel mehrere Stellenanzeigen laufen, ist ein informativer Betreff unerlässlich!

Dos and don’ts beim Betreff:

  Bewerbung

  An die Personalabteilung

Haken blau   Initiativbewerbung als Vertriebsassistentin

Haken blau   Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Haken blau   Bewerbung als Bilanzbuchhalter, Anzeige im Mannheimer Morgen
       vom 16.03.

 

4. Die Empfänger-E-Mail-Adresse


Die beste Bewerbung nützt nichts, wenn sie nicht an der richtigen Stelle ankommt! Allgemeine Firmen-E-Mail-Adressen aus dem Impressum oder anderen Kontaktfeldern sind daher nicht zu empfehlen. Es hat sich bewährt, die richtige Kontaktperson vorab telefonisch zu erfragen und so auf  Nummer sicher zu gehen.

Dos and don’ts bei Empfänger-Email:

 info(at)unternehmen.de

 kontakt(at)unternehmen.de

 filiale_frankfurt(at)unternehmen.de

 service(at)unternehmen.de

Haken blau  a.koerner(at)unternehmen.de

 

5. Die Signatur in der E-Mail

Natürlich hofft jeder Bewerber auf eine positive Rückmeldung seiner Bewerbung. Schon deshalb ist eine übersichtliche Darstellung der eigenen Kontaktdaten Pflicht. Schließlich soll eine Rückmeldung für den Bewerbungsleser möglichst komfortabel sein und wenig Mühe machen. Auch wenn alle Angaben zur Person schon in den Anlagen enthalten sind, idealerweise sind die eigenen Kontaktdaten wie Telefonnummer, Faxnummer, Mobiltelefon oder die E-Mail-Adresse direkt aus einer gut lesbaren Signatur der E-Mail ersichtlich. Die nächste Einladung zum Vorstellungsgespräch kommt bestimmt.

 

6. Der richtige Tonfall

Auch wenn es online grundsätzlich eher locker zugeht und viele „steife“ Regeln glatt ignoriert werden – für Online-Bewerbungen gilt das nicht! Emoticons und Abkürzungen sind absolut tabu. Das gilt auch für einen vertraulichen Unterton, der nicht gut ankommt. Auch bei einer Online-Bewerbung wird erwartet, dass ein Bewerber oder eine Bewerberin die Höflichkeitsregeln kennt und beachtet. Flapsigkeit gilt als uncool. Anspielungen und witzige Formulierungen sind absolut fehl am Platz. Das gilt auch für umgangssprachliche Ergüsse. Rechtschreibung dagegen hat, wen wundert‘s, einen hohen Stellenwert. Zu viele Rechtschreibfehler in einer Online-Bewerbung sind ein klares Auskriterium. Es gilt die Parole: Fehlerfrei überzeugen.

Dos and don’ts bei Tonfall

 Hallo,

 Huhu, hier kommt meine Bewerbung

 ;))

Herzliche Grüße bis bald

Haken blau  Sehr geehrte Frau Lenz, als Anlage …

 

7. Das geeignete E-Mail Format

Design in einer E-Mail-Bewerbung kann zum Problem werden. Immerhin ist es nicht abzusehen, welche Systemvoraussetzungen beim Leser vorhanden sind. HTML-Formatierungen sind dementsprechend ein Wagnis. Wenn’s schlecht läuft, werden schöne Schriften, Farben und Bilder nicht oder nur in unschöner Form angezeigt. Damit ist alles verhunzt. Kein guter Einstieg bei einem zukünftigen Arbeitgeber. Besser kein Risiko eingehen und HTML meiden.

 

8. Die Dateigröße der E-Mail

Grundsätzlich gilt: Je kleiner der E-Mail-Anhang, desto besser. Kurze Übermittlungszeiten und schnelle Ladezeiten sollten gewährleistet sein. Jedoch gerade bei großen Dateivolumen kommen so manche Rechner an ihre Grenzen. In diesem Punkt ist eine altmodische Bewerbungsmappe ausnahmsweise klar im Vorteil. Nicht einfach zu entscheiden: kleine Datei und mit Qualitätsverlusten oder große Datei und qualitativ hochwertig? Fakt ist, die Größe der Anhänge muss gut im Auge behalten werden. Das Maximum liegt etwa bei fünf Megabytes je E-Mail. Ablesen kann man die Dateiengröße in den Ordnern.

 

9. Anhang und Benennung der Dokumente

Bei einer Bewerbung kommen schon allerlei Einzeldokumente zusammen. Alle einzeln an eine E-Mail gehängt, kann das schon ganz schön unübersichtlich für den Leser werden. Ärgerlich, wenn erst die einzelnen Dateien mühsam nacheinander geöffnet werden müssen, um an die wesentliche Informationen zu kommen. Nicht jeder Personaler hat Lust und Geduld auf so ein Puzzlespiel. Verständlich. Dabei kann man ganz einfach Abhilfe schaffen, indem alle Dateien zu einer einzigen zusammengefasst werden. Das geht ganz leicht mit einem pdf-Maker.

Wichtig ist hierbei, eine sinnvolle Reihenfolge einzuhalten. Anschreiben, Deckblatt mit Lichtbild, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse können anschließend einfach mit der Mouse durchgescrollt werden. Die Zeugnisse werden chronologisch sortiert, die aktuellsten sind vorne. Das Bewerbungsfoto wird ins Deckblatt integriert und nicht einzeln als Datei angehängt. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, sollte die Datei auch sinnvoll beschriftet sein. Je mehr Dateien angehängt werden, desto wichtiger ist eine nachvollziehbare Beschriftung. Und auch für den Ausdruck ist eine zusammengefasste Datei sehr komfortabel.

Dos and don’ts bei Dateinamen:

 01_doc.pdf

 2016_03_01.pdf

 bewerbung_basf.pdf

 arb_zeu_fa_ksp.pdf

Haken blau  frank_schulze_bewerbung.pdf

 

10. Das Absenden der E-Mail

Die Bewerbung ist endlich fertig – also raus das Ding! Klick und weg! Stopp! Schnelligkeit birgt durchaus eine große Gefahr! Gerade hierzu sollte sich niemand verleiten lassen – geht es doch um viel, nämlich die erfolgreiche neue Zukunft. Auch wenn die Zeit drängt – zum Korrekturlesen muss viel Zeit eingeplant werden, um die Online-Bewerbung akribisch durchzuchecken. Also erst einige Male durchklicken und dann erst absenden.

Es hat sich bewährt, einen Testlauf einzulegen. Die einfache Variante ist eine Testmail an die eigene E-Mail-Adresse. Mal spitzeln, wie die Bewerbung so im Posteingang aussieht. Noch besser ist der Testversand an eine Person Ihres Vertrauens auf einem anderen Rechner. Wetten? Es gibt immer noch etwas zu verbessern, auch wenn es oft nur Kleinigkeiten sind. Die Anforderung einer Empfangsbestätigung macht Sinn, denn so besteht Gewissheit, dass die Online-Bewerbung auch den richtigen Empfänger erreicht hat. Dafür hat der Leser ganz sicher Verständnis.

 

11. Spamfilter Checken

Täglich die E-Mails nach einer Bewerbungs-Rückmeldung abrufen, ist klar. Das ist wie auf glühenden Kohlen sitzen. Aber hoffentlich kommt eine etwaige Antwort auch im Postfach an? Um sicherzugehen, dass die Automatismen des Spamfilters eine wichtige Rückmeldung des potenziellen Arbeitgebers nicht verschluckt haben, sollte auch täglich der Spamfilter gecheckt werden. Sonst war das mühsame Bewerbungsschreiben am Ende ganz umsonst.

Bewerbung verschicken 

●   Bewerbung mit Online-Bewerbungsformularen

Großkonzerne möchten Bewerbungen inzwischen häufig  nur noch als Online-Formular. Das bedeutet, dass vom klassischen Aufbau mit den Bestandteilen Deckblatt, Lebenslauf  und Anschreiben Abstand genommen wird.

Stattdessen gibt es auf den firmeneigenen Websites die Möglichkeit, vorgegebene Bewerbungsformulare in den entsprechend dargebotenen Kästchen auszufüllen. Vorteil für den Bewerber oder der Bewerberin: alle für den Arbeitgeber relevanten Informationen werden abgefragt – nichts wird vergessen.

Nachteil: Es bleibt wenig Platz für Individualität und Besonderheiten. Und: Die Auswertungen der Formular-Bewerbungen geht elektronisch. Per Software werden die Bewerber verglichen und aussortiert. Unpersönliche Komponenten, wie etwa ein überdurchschnittlicher  Notendurchschnitt, rücken in den Vordergrund. Dabei hat jedes Unternehmen seine eigenen Standards, die sich nicht verallgemeinern lassen.

 

●   Bewerben mit einer Bewerbungshomepages

Der Gedanke liegt auf der Hand. Warum nicht als Jobsuchender Werbung in eigener Sache mit einer eigens dafür angelegten Homepage machen? Schließlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass eine gut gestaltete Homepage die eigene Person ins Rampenlicht rücken kann. Zumindest gilt eine Bewerbungshomepage noch als ungewöhnlich und ist ein probates Mittel, um Mitbewerber auszustechen. Voraussetzung ist, die Homepage ist tipptopp und kommt richtig professionell daher.

Da trifft es sich gut, dass immer mehr Firmen Baukastensätze anbieten, um eine eigene Bewerbungshomepage zu basteln. Aber wie alles im Leben, ist hier auch Geschmacksache, was gefällt und „trendy“ ist. Keine einfache Aufgabe also. In der Regel bleibt die Bewerbungshomepage vor allem den Mitarbeitern der IT-Branche oder anderen Kreativen vorbehalten. Gerade in der Multimedia-Landschaft  wird damit gut gepunktet. Die Frage bleibt im Raum, in wie weit sich dagegen konservative Arbeitgeber mit dieser neuartigen Bewerbung ins Boot holen lassen. Ein Versuch kann nicht schaden.

Autorin: Sabine Ratermann

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