Wie lese ich eine Stellenanzeige?

Eine kurze Anleitung



Passt die Stellenanzeige?

„Massenbewerbungen raushauen“ nach dem Gießkannenprinzip war bisher Ihre Strategie? Nun, Sie sollten diese Methode überdenken, denn nicht immer bringt viel auch viel. Häufig gehen dabei Individualität und „Passgenauigkeit“ zwischen der Stellenanzeige und Ihrer Bewerbung verloren. Das Resultat: Zeit vertan, Geld verschwendet und ständiger Absagenfrust! Sie sollten auf keinen Fall zu den Bewerbern gehören, die fix ihre Standartbewerbung aus der Schublade ziehen und nur die Unternehmensanschrift überschreiben, wenn Sie sich wieder bewerben wollen. "Bewerbung light" funktioniert eben nicht. 
Vielmehr sollten Sie sich viel Zeit nehmen, um die in Frage kommenden Stellenanzeigen genauestens zu studieren und mit Ihrem eigenen Leistungsprofil abgegleichen. Nur so sind Sie in der Lage, eine aussagekräftige Bewerbung zu formulieren, die überzeugt und bei potentiellen Arbeitgebern gute Chancen hat.


Die Mühe lohnt sich

Es ist mit viel Arbeit verbunden, den Lebenslauf und das Anschreiben beim Bewerbungsschreiben für alle Stellenanzeigen gesondert zu optimieren. Aber schließlich werden bei jedem Job andere Kriterien gefordert und genau da müssen Sie anknüpfen. Die Mühe lohnt sich schnell, denn die Erfolgsquote einer individuellen Bewerbung ist um ein Vielfaches höher.
Hierzu ist es hilfreich, den grundlegenden Aufbau und inhaltlichen Kontext einer Stellenanzeige nachzuvollziehen.




Einleitung, Hauptteil, Schluss? - Form versus Inhalt

Grundsätzlich sind alle Stellenanzeigen nach einem einheitlichen Schema aufgebaut. Kennt man eines, kennt man alle. Sie sind mehr oder minder kompakt und gliedern sich in etwa fünf inhaltliche Teile.


Das Unternehmen: Wer steckt dahinter?

Informationen über das Unternehmen: "Wir sind ein mittelständischer Handwerksbetrieb und bieten unseren Kunden im Bereich Heizung/Sanitär handwerkliche Qualität und zuverlässigen Service". Aufgrund dieser Angaben steht Ihnen die Entscheidung bevor: "Passe ich zu dem Unternehmen und würde ich dort gerne arbeiten?"


Die Aufgaben: Was ist Programm?

Der zweite Teil einer Stellenanzeige behandelt die Beschreibung der zu besetzenden Stelle. Hier können Sie bereits erfahren, welche Erwartungen an Sie als Bewerber gestellt werden. "Der Aufgabenbereich umfasst Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an Heizungs- und sanitärtechnischen Versorgungseinrichtungen bei unseren Kunden".  Einiges davon sollte sich auf jedem Fall in Ihrem Lebenslauf wiederfinden.

 

Die Kenntnisse: Was muss man draufhaben?

Doch entscheidend ist der dritte Teil. Denn hier werden alle fachlichen und persönlichen Anforderungen aufgeführt, die ein potenzieller Bewerber für die offene Stelle mitbringen muss. Unterscheiden Sie daher sehr genau zwischen Anforderungen, die zwingend gefordert werden und Qualifikationen, die das Profil idealerweise aufweisen sollte. "Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung in einem technischen Beruf, verfügen über mindestens ein Jahr Berufserfahrung, Reisebereitschaft wünschenswert."




Pflichtanforderungen müssen unbedingt auf K.-O.-Kriterien überprüft werden, dagegen bietet sich bei den wünschenswerten Eigenschaften ein inhaltlicher Spielraum. Das bedeutet im Klartext, dass eine Bewerbung keine Chance auf Erfolg hat, wenn Sie die geforderten Pflichtanforderungen nicht vorweisen kann.

Bei den wünschenswerten Qualifikationen dagegen bleibt Ihnen ein Spielraum, den Sie überlegt nutzen sollten. Hier können Sie durchaus auch mit eigenen persönlichen Vorzügen punkten, die Ihrer Ansicht nach gut zum Stellenprofil passen.


Die Vorteile: Was wird geboten?

Im Teil vier werden zumeist weiterführende Informationen geliefert. Hier wird auf die internen Besonderheiten eines Unternehmens Bezug genommen. Bietet der Arbeitgeber neben dem Job noch einen interessanten Mehrwert für den Bewerber? Gibt es die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung? Ist ein Jahresbonus möglich? Gibt es Aufstiegschancen? Welche Planungen stehen künftig an?

 

Der Kontakt: Wer ist zuständig?

Im fünften Teil sind alle wichtigen Kontaktdaten und die Ansprechpersonen aufgelistet, um das Bewerbungsschreiben direkt an die richtige Stelle zu leiten. Auch in welcher Form die Bewerbung abzugeben ist, wird hier mitgeteilt. E-Mail- oder Papierbewerbung? Mit oder ohne Gehaltsvorstellungen?
Werfen Sie also eine Stellenanzeige nach dem Absenden der Bewerbung nicht unbedingt weg. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Kurzzeitgedächtnis. Notieren Sie sich zumindest die wichtigsten Fakten, denn es ist durchaus möglich, dass Sie auch nach Wochen erst ein Feedback auf Ihre Bewerbung erhalten.




Ordnung ist das halbe Leben?

Auch wer aktuell auf der Suche nach einer passenden Stelle ist, hat Besseres zu tun, als haufenweise Bewerbungen zu schreiben. Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit, durch aufmerksames Lesen der Stellenanzeigen nicht nur das Anschreiben und den Lebenslauf zu optimieren. Eignen Sie sich eine Routine an, um schnell die Erfolgsaussichten einer Bewerbung beurteilen zu können. Sie sollten sich nur auf Stellenanzeigen bewerben, wenn Sie die dafür notwendigen Kenntnisse mitbringen.

Und verlieren Sie bloß nicht den Überblick, sondern halten Sie Ihr Ordnungssystem auf dem Laufenden. Sammeln Sie interessante Stellenanzeigen, gerne auch mit hanschriftlichen Notizen vervollständigt. Vielleicht zahlt es sich aus, wenn Sie bei Bedarf alles schnell greifbar haben. Einen guten Job zu bekommen ist kein Zufall!

Autorin: Sabine Ratermann

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