Hobbys im Lebenslauf

Das Geheimnis der Imagepflege Ihrer Bewerbung

 


Nicht jedes Hobby kommt beim Arbeitgeber gut an

Salsa tanzen, Fernostreisen, Orchideen züchten, Geocaching oder Dirt Bike fahren – wie viel Privates soll Ihr künftiger Arbeitgeber über Sie wissen?

Vorsicht ist geboten beim Umgang mit privaten Informationen, denn die Freizeitaktivitäten eines Bewerbers lassen jede Menge Rückschlüsse auf die Person hinter dem Bewerbungsfoto zu. Schon deshalb dürfen die Hobbys nicht unbedacht im Lebenslaufs aufgereiht werden. Es ist ratsam, genauestens zu überlegen, welche privaten Informationen Sie auf den silbernen Präsentierteller legen.



Wer bin ich?

Das Wichtigste in einer Bewerbung sind Ihre Qualifikationen und Erfolgsfaktoren. Doch garantiert liest ein Arbeitgeber auch zwischen den Zeilen. Ziel ist es, ein möglichst komplettes Persönlichkeitsbild zu erhalten. Je stimmiger die vielen kleinen Details einer Bewerbung sind, desto klarer wird der Blick auf den Jobaspiranten. Das hilft bei der Abgrenzung zu Mitbewerbern und kann auch schon mal das Zünglein an der Waage ausmachen.

Wer es schafft, neben seinem Werdegang ein exaktes Persönlichkeitsbild von sich zu zeichnen, liegt mit Sicherheit im Bewerbungsstapel ganz oben – mit Aussicht auf maximale Jobchancen. Schon deshalb sollten Sie die Hobbys nicht ersatzlos aus Ihrem Lebenslauf streichen. Überlegen Sie stattdessen, ob das, was Sie von sich preisgeben, Ihnen beruflich eher schadet oder nützt.





Dinge, die jeder macht

Musik hören, ins Kino gehen, Bücher lesen und Spazieren gehen sind durchaus sinnvolle und angenehme Freizeitbeschäftigungen. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Aber sind sie auch geeignet, um eine professionelle Bewerbung zu puschen?

Wohl kaum. Solche Aufzählungen führen schnell dazu, sich selbst einen Stempel als Langweiler aufzudrücken. Das ist sicher nicht gewollt. Noch peinlicher ist die Aufzählung von banalen Beschäftigungen wie fernsehen, Computer spielen und Freunde treffen. Wer sich auf diese Art als Couchpotato outet, verpasst sich direkt ein Negativimage. In diesem Falle ist es besser, die Rubrik „Hobby“ bleibt im Lebenslauf leer.





Effektive Ergänzung

Stellt das Hobby eine sinnvolle Ergänzung zum Beruf dar, sieht die Sache schon anders aus. Da ist zum Beispiel der Koch, der in seiner Freizeit erfolgreich einen Rezeptblog schreibt. Es gibt kein schlechtes Bild ab, wenn auch nach Dienstschluss noch der Fokus eines Bewerbers auf beruflichen Themen liegt. Oder die Friseurin, die nach Feierabend die Laien-Theatergruppe regelmäßig schminkt und frisiert. Da wird klar, ihr Beruf ist für sie eine Herzensangelegenheit. Pluspunkt eingesammelt.


Stärken verdeutlichen

Aber auch berufsfremde Hobbys können in einer  Bewerbung durchaus Vorteile bringen.

Ein Projektmanager, der nebenbei einen Chor leitet, sollte das auch kommunizieren. Denn aus dem Hobby lässt sich ableiten, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit über Kommunikationsstärken und Führungsqualitäten verfügt.

Auch freiwilliges oder soziales Engagement peppt den Lebenslauf gewissermaßen auf. Wenn ein Bewerber Zeit aufgewendet, um eine sinnvolle Aufgabe für die Allgemeinheit zu übernehmen, ist das quasi ein Aushängeschild, das er auch heraushängen sollte.

Darunter fällt etwa Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr, beim THW oder in der Nachbarschaftshilfe. Hilfsbereitschaft und soziale Verantwortung zu übernehmen sind Eigenschaften, die auch am Arbeitsplatz gerne gesehen sind. Tue Gutes und rede darüber!

Vor allem in Bewerbungen ist der Hinweis auf ein Ehrenamt immer gerne gesehen. Das Ass „Ehrenamt“ also bitte immer aus dem Ärmel ziehen!





Fit für den Job

Wer sportbegeistert ist und sich regelmäßig und aktiv bewegt, kann das ebenfalls in der Bewerbung kundtun. Teamfähigkeit und körperliche Fitness sind Kriterien, die Arbeitgebern gut gefallen.
 
Alleine die passive Mitgliedschaft im Turnverein oder drei Schwimmbadbesuche im Sommer reichen für die Kategorie „Hobby“ nicht aus. Eine gewisse Regelmäßigkeit und Leistungsfähigkeit beim Sport sollte schon da sein, wenn sich ein Bewerber dazu bekennt.

Speziell bei sitzenden Bürotätigkeiten wird ein Ausgleichssport als sehr positiv empfunden.





Mithalten beim Fachsimplen!

Nicht selten dient das Hobby als sogenannter Eisbrecher im Vorstellungsgespräch. Hier ist es unerlässlich, dass etwa ein Jogger seine Rundenzeiten kennt, weiß, welche Laufschuhmarke er bevorzugt und warum. Wer aus Imagegründen geschummelt hat, fliegt spätestens jetzt auf, vor allem, wenn er plötzlich einem kompetenten Gesprächspartner gegenüber sitzt.

Schon bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollten Sie sich deshalb auf konkrete Rückfragen zum Hobby einstellen. Es wird richtig unangenehm, wenn beim angegebenen Hobby „Englische Literatur“ der letzte Buchtitel nicht ohne angestrengtes Gestammel über die Lippen kommt.

Oder es stellt sich beim Hobby „Reiten“ heraus, dass Sie das letzte Mal vor fünf Jahren auf dem Pferd gesessen haben. Solche Dialoge sind ein denkbar schlechter Einstieg in die angestrebte berufliche Zukunft.

Achtung: Keinesfalls dürfen Sie beim Fachsimpeln über Ihr Hobby mehr Leidenschaft an den Tag legen, als über den angestrebten Job. Hier gilt es, die Prioritäten geschickt und richtig zu setzen, sonst schießen Sie als Bewerberin oder Bewerber mit Anlauf ein Eigentor.


Vorsicht beim Wow-Faktor

Freeclimbing, Fallschirmspringen und Kickboxen sind spektakuläre Hobbys, mit denen Sie als Bewerber Aufmerksamkeit, Anerkennung und Respekt einheimsen können. Aber ist es wirklich ratsam, mit extremen Hobbys im Lebenslauf aufzuwarten?

Gerade bei Extremsportarten besteht immer ein gewisses Verletzungsrisiko, das bei Arbeitgebern nicht gerne gesehen wird. Verletzungsbedingte Arbeitsausfälle sind das Letzte, worauf sich Arbeitgeber gerne einlassen möchten.
Ein Textileinzelhandelsverkäufer mit dem Hobby „Boxen“ ist nicht unbedingt die Idealbesetzung, denn mit angeschlagener Nase oder einem Veilchen am Auge lassen sich die Kunden eher abschrecken als beraten. In diesem Beispiel ist es sicher sinnvoller, das Hobby nicht mit aufzuführen.





Mit den Augen des Betrachters

Auch zeitintensive Hobbys können unter Umständen ein Minuspunkt sein. Es ist nachvollziehbar, dass ein Arbeitgeber keine erschöpften oder übermüdeten Arbeitskräfte in seinem Unternehmen möchte. Hier gilt es, beim Bewerbungsschreiben das richtige Augenmaß zu bewahren. Versuchen Sie es mit einem Perspektivwechsel. Versetzen Sie sich in die Lage des Arbeitgebers und entscheiden Sie, wie Ihr Hobby ankommen könnte.


 

Richtige Dosierung

Darf es ein bisschen mehr sein? Nein. Ein bis drei Hobbys im Lebenslauf sind absolut ausreichend. Eine ellenlange Aufzählung von Hobbys verleiht ein eher durchschnittliches Image. Zu viele Hobbys können als eine zu große Ablenkung vom Beruf gesehen werden.

Seien Sie dafür lieber konkret. „Lesen“ als Hobby ist zu allgemein gefasst. Ein bisschen genauer sollte es schon sein, wenn die Aufzählung eine Aussagekraft bekommen soll. „Lesen von Biographien“ zeigt Interesse an besonderen Menschen und besonderen Lebensläufen. Aber natürlich nur, wenn das nicht geflunkert ist.


In der Erfolgsspur

Gut ist, wenn Sie als Bewerber bereits auch im Hobby Erfolge nachweisen können. Wenn Sie bereits auf anderen Gebieten erfolgreich waren, dann traut man Ihnen garantiert auf beruflicher Ebene noch weitere Erfolge zu. Haben Sie etwa sportliche nennenswerte Erfolge, wie Meisterschaften oder Titel errungen, können Sie damit glänzen. Hinter jedem Titel steckt Trainingsfleiß, Durchhaltevermögen und Erfolgswillen. Alles Eigenschaften, die auch beruflich auf die Ziellinie führen. Also rein damit, in den Lebenslauf.





Auf die Tuba drücken

Gleiches gilt für Bewerber, die in Ihrer Freizeit begabte Musiker sind und ein Instrument spielen können. Schließlich braucht es eine Menge Übung und Disziplin, um ein Instrument zu beherrschen. Das kommt gut an. Ein Orchestermitglied ist auch immer ein Teamplayer!


Schreibweise

Das Thema Hobbys im Lebenslauf ist also kein Einfaches. Sie können viel richtig, aber auch viel falsch machen. Das fängt schon bei der Schreibweise an. In vielen Lebensläufen steht leider die falsche Schreibweise des Plurals „Hobbies“. Im Deutschen wird aus der Einzahl Hobby in der Mehrzahl einfach ein „s“ drangehängt. „Hobbys“ ist also die korrekte Schreibweise.





Fazit:

Hobbys im Lebenslauf geben Ihrer Bewerbung eine private Note. So kann sich der künftige Arbeitgeber ein kompletteres Persönlichkeitsbild von Ihnen machen. Das hilft unter Umständen, sich besser von Mitbewerbern abzugrenzen. Mehr als zwei bis drei Hobbys sollten Sie nicht aufzählen, da Sie Ihren Fokus auf Ihre beruflichen Kompetenzen legen sollten. Ideal ist es, wenn Sie auch im Hobbybereich Erfolge vorweisen können. Das wertet auch Ihre Arbeitsweise auf. Hobbys, die Ihre berufliche Qualifikation ergänzen, sind besonders erwähnenswert. Formulieren Sie aber Hobbys nicht zu allgemein.

Autorin: Sabine Ratermann
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