„Mit freundlichen Grüßen“

Tipps zur Grußformel im Anschreiben einer Bewerbung



Die Grußformel rundet Ihr Anschreiben auch in der Bewerbung ab. Doch welche Formulierung ist beim Bewerbungsschreiben angebracht? Die Übliche, oder klingt diese zu einfallslos? Die Persönliche, oder ist das zu aufdringlich? Eine Ungewöhnliche, oder ist dies zu speziell?

  Das sollten Sie bei der Grußformelauswahl beachten:

  -  die Grußformel muss zur Branche passend gewählt werden.
     (Bei einer Versicherung oder Bank ist eine formelle Formulierung passender)

  -  Ist der Ansprechpartner noch unbekannt, sollte eher eine neutrale Formulierung
      gewählt werden.

  -  In einer Bewerbung sollten bei der Grußformel „originelle“ Formulierungen nicht
      verwendet werden.

  -  In jedem Fall sollte die Formulierung der Grußformel respektvoll
     (also nicht zu vertraut) gewählt werden.

  -  Die Grußformel muss zur eigenen Persönlichkeit passen


Abkürzungen haben in einer Bewerbung grundsätzlich nichts verloren.  Abkürzungen signalisieren „huschhusch, ich habe wenig Zeit und noch Wichtigeres zu tun“. Dies ist keine wünschenswerte Botschaft für eine Bewerbung. Und das gilt insbesondere für die Grußformel. Die gängigen Abkürzungen MfG oder LG mögen inzwischen für E-Mails salonfähig sein – für Bewerbungen aber sind Sie inakzeptabel.



Welche Option wählen?

In der Regel ist der der Adressat einer Bewerbung unbekannt. Im Klartext bedeutet das, nicht zu wissen, mit wem man es zu tun hat und kann nicht gezielt eine passende Grußformel auswählen.

Natürlich ist es ratsam, sich schon allein nach den Gepflogenheiten einer Branche auszurichten. Aber wie tickt der Bewerbungsleser persönlich? Mag er eher die üblichen  Musterformulierungen für Geschäftsbriefe und hasst es, wenn jemand aus der Reihe tanzt? Oder ist es ein offener Mensch, der es positiv zur Kenntnis nimmt, wenn sich ein Bewerber die Mühe macht, keine Standardformulierung zu wählen?

Mein Rat: Wer bisher noch keinen persönlichen Kontakt zum Bewerbungsadressaten hatte, sollte bei der klassischen Variante „Mit freundlichen Grüßen“ bleiben. Mit dieser Grußformel ist ein Bewerber freundlich, respektvoll und erfüllt alle üblichen Standards.

Hat bereits ein Erstkontakt und ein nettes persönlichen Gespräch oder Telefonat mit dem Personalverantwortlichen stattgefunden und lässt sich eine entsprechende Einschätzung der Charaktere vornehmen, kann selbstverständlich über eine alternative, aber passende Grußformel nachgedacht werden.

Wichtig ist, dass die Grußformel zeitgemäß daher kommt und nicht die angestaubte, früher übliche Unterwürfigkeit transportiert. Denn Arbeitgeber haben vor allem Interesse an Arbeitnehmern, die den Zeitgeist erfassen und selbstbewusst auftreten können.

Von einer zu lockeren oder zu vertrauten Grußformel, wie etwa „Liebe Grüße“ ist dringend abzuraten. Im schlimmsten Fall wird sie als respektlos angesehen und entwertet die gesamte Bewerbung. Eine unangemessene Ausdruckweise lässt den Rückschluss zu, dass der Bewerber keine sichere Einschätzung für die Sache hat. Darin wird auch ein fataler Nachteil für das kommende Arbeitsleben gesehen. Wer bei der Grußformel die üblichen und zugegeben etwas ausgetretenen Wege verlassen möchte, tut gut daran, nicht zu überreizen. Deshalb wird in Bewerbungsvorlagen immer eine neutrale Grußformel vorgegeben.



Ein Ende mit Schrecken: Die häufigsten Fehler bei der Grußformel

Es sind zwar häufig nur drei kleine Worte – und doch gibt’s hier viel Fehlerpotential! Die Grußformel steht unter dem letzten Satz im Anschreiben, der üblicherweise mit dem Wunsch nach einem persönlichen Gespräch endet. Der Abstand zwischen letztem Satz und der Grußformel beträgt zwei Leerzeilen. Darunter erfolgt lediglich noch die Unterschrift des Bewerbers.



Satzzeichen nach der Grußformel? Das ist schnell beantwortet: Keine!

   Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
  
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.


  Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
 
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.


  Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
 
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.


  Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
 
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.


Leider findet man immer häufiger Satzzeichen nach der Grußformel. Vermutlich, weil es im Englischen anders ist:  „With best regards, Mary“. Der Vielfalt der Fehler sind da keine Grenzen gesetzt. Doch weder ein Komma noch ein Punkt, weder ein Doppelpunkt und auch kein Ausrufezeichen sind von Nöten. Nachzulesen auch bei wikipedia.org .



„Mit“ oder „mit“? Groß- und Kleinschreibung beachten

Obwohl es sich nicht um einen Satz handelt, wird der erste Buchstabe einer Grußformel immer groß geschrieben. Das Wort „Grüße“ wird mit einem „ß“ geschrieben und nicht mit „ss“.

   Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
  
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.


Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.


 Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen, um Sie von
 
meinen kommunikativen Fähigkeiten zu überzeugen.



Grußformel in den letzten Satz einarbeiten

Bei der kurzen Grußformel handelt es sich nicht um einen vollständigen Satz. Daher wird auch kein Satzzeichen benötigt. Sollten allerdings die Grüße bereits im letzten vollständigen Satz mit eingebaut werden, so ist dieser selbstverständlich mit dem entsprechenden Satzzeichen zu versehen. Die klassische Grußformel aus drei oder mehr Worten kann dann entfallen. Diese Variante ist allerdings für Bewerbungen nicht zu empfehlen.

Autorin: Sabine Ratermann

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