Bewerbungsschreiben:

Deckblatt Bewerbung Pro und Contra



Optische Aufwertung oder unnötiger Schnickschnack?

Eines kann man vorweg mit Bestimmtheit sagen: Das Deckblatt ist für den Bewerbungsschreiber keine Pflicht sondern eine Kür. Aber gerade so eine Kür bietet eine gute Gelegenheit zu einem gekonnten und überzeugenden ersten Auftritt. Daher sollte über die Verwendung eines "gestalteten Covers" auf jeden Fall gut nachgedacht werden.

Aber Achtung: Bei einem mißglückten Deckblatt kann der Schuss auch schnell nach hinten losgehen. Wer keine fertigen  Bewerbungsvorlagen  verwenden möchte, muss gute Kenntnisse in einem Grafikprogramm aufweisen und Zeit mitbringen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Die Entscheidung für ein ansprechendes Design kann aber durchaus ein Glanzpunkt in einer Bewerbung sein.

Modisch oder altbacken?

Vor 20 Jahren war es üblich, das Bewerbungsfoto im Passbildformat oben rechts auf den Lebenslauf zu kleben und fertig. Dann kam zum Lebenslauf noch ein Anschreiben hinzu und die Bewerbung konnte in den Umschlag wandern. 
Aber auch das Bewerbungsschreiben unterliegt den Zeichen der Zeit. Was früher üblich und gut war, gilt heute unter Umständen bereits als Retro. Wer zeitgemäß daherkommen will, sollte sich unbedingt nach den neuesten Gepflogenheiten richten. Denn was modern und im Trend ist, wechselt turnusmäßig alle paar Jahre. Und wer sich bewerben möchte, sollte glasklar wissen, was heute erwartet wird. Die letzte Bewerbung von vor 15 Jahren als Vorlage zu verwenden, nur, weil sie damals erfolgreich war, wäre der falsche Denkansatz. Man kann auf jeden Fall nicht leugnen, dass sich das Deckblatt in den letzten Jahren etabliert hat.


   



Was genau ist ein Deckblatt?

Ein Deckblatt enthält zunächst einmal ganz profan Infodaten über den Bewerber und das Bewerbungsfoto. Aber gleichzeitig ist es auch eine Werbefläche für die eigene Person, denn eine Bewerbung ist unter dem Strich nichts anderes als die persönliche Selbstvermarkung auf dem Arbeitsmarkt. Je intensiver die Selbstdarstellung sein soll, desto mehr Zeit muss man in das Deckblatt investieren.
Eine ansprechende Darstellung des Deckblatts gibt dem Personalverantwortlichen einen ersten Eindruck über Geschmack und Kreativität des Bewerbungsschreibers und entscheidet nicht zuletzt über Sympathie. Im Gegensatz zum Lebenslauf, der nur nüchterne Fakten enthalten sollte, kann beim Deckblatt sowohl durch das Bewerbungsfoto als auch durch die grafische und farbliche Gestaltung eine emotionale Ebene geschaffen werden.  Beim ersten Vorsortieren des Bewerbungsstapels nimmt sich der Personaler erfahrungsgemäß nicht mehr als zwei Minuten Zeit für jede Bewerbung. Bei seiner Entscheidungsfindung spielen sich immer auch menschliche Prozesse im Unterbewusstsein ab. Ein professionelles Bewerbungsfoto in einer ansprechenden Größe, das umrahmt von einem schönen Design ist, begünstigt ohne Frage eine positive Entscheidung enorm.

 

Infoblatt mit hohem Wiedererkennungswert

Das Deckblatt bietet aber noch mehr Vorteile. Es dient als Infoblatt, um alle wichtigen Kontakt-Daten wie Vor- und Zunamen, Adresse und alle Kommunikationsdaten, wie Telefonnummern und E-Mail-Adresse, übersichtlich darzulegen. So stehen im Falle einer persönlichen Kontaktaufnahme für ein Kurzinterview oder Einladung zu einem Vorstellungsgespräch alle notwendigen Daten übersichtlich bereit. Die Stelle oder Position, auf die man sich bewirbt, sollte natürlich auch nicht auf dem Deckblatt fehlen, denn häufig bieten Firmen mehrere Jobs gleichzeitig an.
 
Daher sollte das Deckblatt auch sehr klar und übersichtlich gestaltet werden. Überflüssiger Schnickschnack, wie ein Inhaltsverzeichnis der Bewerbung, wirkt eher überladen und kann getrost weggelassen werden. Mehr hilft nicht immer mehr!
 

     



Stilsicherer Auftritt

Die Gestaltung des Deckblatts verrät eine Menge über den Bewerber. Die Wahl der Farben und des Designs lässt schon so manchen Rückschluss auf den Menschen zu, der dahinter steht. Auch die Präsenz auf dem Foto spricht oft Bände. Selbstbewusstsein, ein gepflegtes Äußeres und Mut zur Kreativität lassen sich hier bereits ablesen. Wer die richtige Formel findet, der weckt unter Umständen die Neugier des Betrachters und kann auf diese Weise viele Pluspunkte für sich verbuchen.
Die Anordnung der einzelnen Informationen auf dem Deckblatt kann je nach Design frei gewählt werden. Wichtig ist, dass das "Trio" Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf optisch gut harmoniert, denn nicht selten werden die Blätter beim Durchlesen nebeneinander gelegt.

 

Ein gutes Bild abgeben

Zeigen Sie sich auf dem Bewerbungsfoto von Ihrer Schokoladenseite! Wer am Bewerbungsfoto spart, tut das am falschen Ende. Um einen Fototermin beim Fotografen kommt ein Bewerbungsschreiber nicht herum. Wer perfekt aussehen möchte, sollte in Erwägung ziehen, sich vorher beim Friseur einen Termin geben zu lassen. Das hilft nicht nur dem Foto und sondern auch dem Selbstbewusstsein.

Auch am Bewerbungsfoto ist der Zeitgeist nicht spurlos vorübergegangen. War es früher üblich, ein Foto in Passbildgröße zu verwenden, so nimmt man heute lieber ein größeres Fotoformat. Das hat den Vorteil, dass der Wiedererkennungswert des Bewerbers wesentlich höher ist. Dies ist ein nicht unerheblicher Faktor im Bewerbungsprozess. Im Gegensatz zum Lebenslauf bietet ein Deckblatt genug Spielraum für ein größeres Foto. Aktuell geht der Trend zu querformatigen Bewerbungsfotos. Eine gängige Größe ist zum Beispiel 6 x 4cm.

Im Idealfall passt der Hintergrund des Fotos farblich auch zur Garderobe und zum gewählten Design. Das sieht edel aus, zeigt Stil und guten Geschmack.

 
      

 

Fleiß, Kreativität und Sorgfalt als Kriterium

Der Mannheimer Bewerbungscoach und Personalberater Dirk Steinhäuser hat selbst täglich viele Bewerbungen zur Beurteilung auf seinem Schreibtisch. „Je höher die angestrebte Position des Bewerbers, desto wichtiger wird jedes einzelne Detail der Bewerbung. In kreativen Berufen hat die Gestaltung eines Deckblattes natürlich einen viel höheren Stellenwert als bei einem Buchhalter. Aber für alle gilt gleichermaßen: Wer sich viel Mühe mit der Gestaltung der Bewerbung und insbesondere des Deckblatts gibt, zeigt, dass er den Job um jeden Preis möchte. Das Hauptaugenmerk legen Personaler natürlich weiterhin auf den Lebenslauf und die Zeugnisse.  Bei Bewerbern mit einer in etwa gleichwertigen Qualifikation kann eine ansprechende Gestaltung durchaus das Zünglein an der Waage sein.“

 

Das Deckblatt als unnötige Luftblase

Die Meinungen über die Verwendung eines Deckblatts gehen stark auseinander. Es gibt nach wie vor vehemente Kritiker. Sie halten es für unnötig, das eigene Foto auf dem Deckblatt in Scene zu setzen, da die Verwendung eines Bewerbungsfotos in einer Bewerbung kein Pflichtbestandteil ist. Ein kleines Foto oben rechts auf dem Lebenslauf erscheint den Cortra-Verfechtern als ausreichend. Ein weiterer Kritikpunkt: Wer seine Bewerbung online verschickt, hat durch die Verwendung eines Deckblatts eine größere Datenmenge auf den Weg zu bringen.
 Auch die Meinung, dass es eher schadet, wenn Personaler eine unnötige Seite mehr umblättern müssen, um zum entscheidenden Lebenslauf zu kommen, hält sich hartnäckig. Wer gerne rationell arbeitet, findet es unter Umständen lästig, dass er seine persönlichen Daten sowohl auf dem Lebenslauf als auch auf dem Deckblatt eintragen muss. Gleiches gilt für den Zeitaufwand, den die grafische Gestaltung des Deckblatts erfordert.


        

 

Was man nicht machen sollte:

Doppelt gemoppelt ist nicht immer gut. Keinesfalls sollte man das Bewerbungsfoto sowohl auf das Deckblatt als auch auf den Lebenslauf kleben. Das ist völlig übertrieben und unüblich.

Wer sein Lebenslauf und Anschreiben ganz ohne Foto versenden mag, läßt das Deckblatt besser weg. Allerdings hat eine Bewerbung ohne Bild in Deutschland weit weniger Chancen auf Erfolg.


Sorgfalt ist Pflicht

Auch ein schnuddelig gestaltetes Deckblatt mit Fehlern und ungleichen Rändern wirkt sich eher nachteilig aus. Wer also keine große Lust hat, sich mit Sorgfalt an die Gestaltung eines Deckblatts zu setzen, sollte lieber die Variante "ohne Deckblatt" wählen. Eine gute Alternative ist es, fertig formatierte Bewerbungsvorlagen zu verwenden. Hier gibt es eine Auswahl verschiedener Designs und die persönlichen Daten und das Foto können leicht eingefügt werden. Bewerbungsvorlagen sparen Zeit und vermeiden Fehler.

Das Deckblatt farblich und gestalterisch am Corporate Design der Firma auszurichten, bei der man sich bewirbt, scheint äußert fragwürdig. Denn schließlich soll das Bewerbungsschreiben etwas über den Stil des Bewerbers aussagen. Durch eine eigene Darstellung aufzufallen, ist hier der bessere Weg, als sich anzubiedern.
 

Fazit: Es ist eine sehr individuelle Entscheidung, ob ein Deckblatt in einer Bewerbung verwendet werden soll. Wer sich dafür entscheidet, sollte mit viel Genauigkeit herangehen, da sich ein schlecht gemachtes Deckblatt schnell negativ auswirken kann. Die Verwendung von Bewerbungsvorlagen kann hier sehr hilfreich sein. Was das Deckblatt angeht, gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Jeder Bewerbungsschreiber muss sein eigenes Credo finden und voll hinter seinem Entschluss stehen!

Autorin: Sabine Ratermann 

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