Bewerbungskosten 2016 absetzen

Was können Sie beim Finanzamt geltend machen?


Bewerbungskosten in der Steuererklärung

Wenn Sie sich beruflich verändern wollen, dann steht Ihr Finanzamt ausnahmsweise einmal voll hinter Ihnen! Denn alle Kosten Ihrer Bewerbung sind ohne Beschränkung abzugsfähig.

Sollten Sie allerdings keine weiteren Werbungskosten im Gepäck haben, dann wirken sich Ihre Bewerbungskosten erst ab dem 1.001. Euro aus. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber jedem Steuerpflichtigen auch ohne Nachweis einen Pausbetrag in Höhe von 1.000 EUR zubilligt. Sind die Bewerbungskosten aber höher als 1.000 EUR im Veranlagungsjahr, dann müssen bereits ab dem ersten Euro alle Kosten nachgewiesen werden. Oft läppert sich mehr zusammen, als gedacht. Vor allem die Fahrtkosten stellen häufig einen nicht unerheblichen Posten dar.

Wichtig ist: Wenn Sie sich in einer Bewerbungsphase befinden, sammeln Sie von Anfang an konsequent alle Belege. Denn Sie müssen dem Finanzbeamten im Zweifel die Bewerbungskosten nachweisen.

Bei den folgenden Kosten ist das Finanzamt an Ihrer Seite

Papier, Umschläge, Bewerbungsmappen, Porto, Telefon- und Internetkosten, Beglaubigungen, Fotokopien und Übersetzungskosten, etc.

Aus Vereinfachungsgründen können die  oben aufgezählten Kosten auch geschätzt werden. Ein realistischer Wert liegt in etwa zwischen 2,50 EUR und 15,00 EUR pro versendeter Bewerbung. Die Einstufung richtet sich danach, wie aufwendig die Bewerbung gestaltet wurde. Bei Bewerbungen, die Sie per E-Mail versendet haben, liegt der realistische Wert bei ca. 2,50 EUR.

Einen Anspruch auf diese Vereinfachungsregel hat man als Steuerpflichtiger allerdings nicht. Die Vereinfachung liegt im Ermessen des jeweiligen Finanzbeamten. Wenn die geschätzten Werte jedoch plausibel erscheinen, ist der Finanzbeamte in der Regel froh, dass er sich nicht durch einen Wust von Belegen kämpfen muss.

Fahrtkosten (mit 0,30 EUR/km für den Hin- und Rückweg, Parkgebühren, Fahrtkosten
   für öffentliche Verkehrsmittel) zu Vorstellungsgesprächen, zu Seminaren,
   zur Agentur für Arbeit (Jobcenter), Fahrtkosten zur Beschaffung der Arbeitsmittel

Verpflegungspauschalen 2016 und 2017 ( gilt seit 2014  bei 8 Std. bis 24 Std. Abwesenheit von zuhause 12,00 EUR, bei über 24 Std. Abwesenheit von zuhause 24,00 EUR)

 Übernachtungskosten, falls das Vorstellungsgespräch weiter entfernt ist.

 Kosten für Stellenanzeigen in Zeitungen oder Jobbörsen

 Fachliteratur für Bewerbungen, Teilnehmergebühren für Bewerbertrainings

 Unfallkosten auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch

 Arbeitsmittel (Computer, Drucker, Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Lampe etc.)
   Der Computer geht nur anteilig, da man ihn auch zwangsläufig privat nutzt.
   Maximal sind hier 50% anzusetzen, ein höherer Prozentsatz ist glaubhaft zu machen.
   Wenn der Computer über 410,00 netto EUR kostet, dann müssen die Kosten über
   3 Jahre verteilt werden.

 

Wie funktioniert das jetzt genau mit den Werbungskosten?

Machen Sie eine Aufstellung, was Ihnen an Kosten für Ihre Bewerbung, bzw. Ihr Bewerbungsschreiben 2016 entstanden ist. Diese Aufstellung fügen Sie Ihrer Steuererklärung bei. Wichtig: Kostenerstattungen von den Firmen oder der Agentur für Arbeit müssen von Ihren errechneten Kosten unbedingt abgezogen werden. Die von Ihnen in der Aufstellung ermittelte Endsumme tragen Sie in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein. Die richtige Stelle ist auf Seite 2 der Anlage N in den Zeilen 45 - 48 unter der Rubrik weitere Werbungskosten. Hier können Sie das Stichwort Bewerbungskosten eintragen.

Was ist noch zu beachten?

Auch wenn Sie sich für die oben erwähnte Vereinfachungsregel entscheiden, ist es ratsam, dem Finanzamt den Schriftverkehr (Zu- bzw. Absagen der Firmen) als Nachweis der Bewerbungskosten beizufügen.

Alle weiteren Kosten sind durch Belege nachzuweisen. Die Entfernungsberechnungen für die Fahrtkosten können im Internet recherchiert und in die Aufstellung integriert werden.

Wenn Sie Verpflegungspauschalen ansetzen wollen, dann schreiben Sie die Uhrzeiten Ihrer Abwesenheit von Zuhause dazu.
So ersparen Sie sich lästige Nachfragen vom Finanzamt.

Thermobelege sollten Sie kopieren, da die Tinte schnell verblasst und bereits nach einigen Monaten nicht mehr gut lesbar ist.

Die Fahrtkosten zur Agentur für Arbeit um Arbeitslosengeld zu beantragen, sind nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Das liegt daran, dass das Arbeitslosengeld steuerfrei ist. Kosten sind nur als Werbungskosten abziehbar, wenn sie in Zusammenhang mit zu versteuerten Einnahmen stehen. Die Fahrtkosten zur Agentur für Arbeit, die sich rein um die Jobsuche drehen, sind dagegen in der Steuererklärung abziehbar. Kosten für Kleidung und Frisör können nicht angesetzt werden. Auch Benzinquittungen sind nicht absetzbar. Die Fahrtkosten sind mit 0,30 EUR/km abgegolten.

Übrigens: Die Kosten für unsere Bewerbungs-Pakete können Sie auch als Bewerbungskosten absetzen.
 

Autorin: Sabine Ratermann

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