Das Bewerbungsfoto

Zeigen Sie sich von Ihrer Schokoseite



 

Das Rezept für ein gutes Bewerbungsfoto

Dass kein Foto aus dem Bahnhofspassbildautomaten in Frage kommt, muss erst gar nicht erwähnt werden. Auch ein mit Hilfe von Photoshop gestalteter Ausschnitt aus einem Urlaubsfoto verbietet sich von selbst. Außerdem sollte das Foto immer aktuell sein und nicht aus der Kollektion von vor fünf Jahren stammen.
 
Eine gute Größe für ein Bewerbungsfoto ist das Format 6 x 4 cm. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Bewerbungsfotos im Querformat durchgesetzt. Wer aber lieber hochformatige Fotos mag, kann diese auch verwenden. Von Passbildgröße ist eher abzuraten, da sie zu klein sind und auf dem  Deckblatt verloren wirken.
 
Auf dem Foto sollte lediglich der Kopf- und Schulterbereich zu sehen sein, Ganzkörperbilder gehören nicht in eine Bewerbung. Um auf einem Bewerbungsfoto positiv, sympathisch und korrekt zu wirken, muss man auf eine Menge Details achten:

 

Der Blick

Der Blick sollte direkt in die Kamera gerichtet und von einem natürlichen Lächeln abgerundet werden. Ein Lächeln, dass ein wenig die Zähne zeigt, wirkt in der Regel offener und freundlicher. Wenn der Fotograf mit dem Auslöser einen Moment länger braucht, verhindern Sie, dass Ihr Lächeln „einfriert". Dann sehen Sie maskenhaft aus. Entspannen Sie die Gesichtsmuskeln und lächeln Sie einfach nochmals von vorn.

Die Haut

Da auf dem Foto in erster Linie Ihr Gesicht zu sehen ist, ist das Hautbild ein ganz entscheidender Faktor. Auch Männer sollten die Haut zumindest abpudern, damit kein fettiger Glanz zu sehen ist. Frauen sehen mit einem leichten Makeup vorteilhafter aus, aber Achtung: Ein Abend-Makeup sollte man nur auflegen, wenn man sich im Nachtclub bewirbt. Extreme Sommerbräune auf dem Bewerbungsfoto wirkt deplatziert und sollte vermieden werden.


Die Haare

Ein Frisörbesuch für das Bewerbungsfoto und dem Vorstellungsgespräch tut Ihrem Haar und Ihrem Selbstbewusstsein gut. Wenn Sie allerdings mit einer professionellen Föhnwelle vom Frisör kommen, kann das auch sehr gestellt aussehen. Tragen Sie auf dem Foto die Haare so natürlich, wie Sie es immer tun. Dann sehen Sie authentisch aus. Lange Haare sollten auf dem Bewerbungsfoto möglichst hinter der Schulter liegen.

 

Die Kleidung

Grundsätzlich sollte die Kleidung seriös und gepflegt wirken. Ein eher konservatives Outfit in gedeckten Farben ist vorzuziehen. Schrille Neonfarben und große Muster solle man, ebenso wie ein zu tiefes Dekolleté oder ein offenes Hemd, unbedingt vermeiden. Wenn Schmuck getragen wird, dann sollte er dezent und unauffällig sein. Da Frauen oft eine Bluse und Herren ein Hemd mit Krawatte tragen, ist darauf zu achten, dass der Kragen sehr ordentlich und gerade gerichtet ist. Bei widerspenstigen Krägen kann man sich mit Sprühstärke behelfen. Der Krawattenknoten muss gut gebunden sein und in der Mitte des Kragens sitzen. Wer ein Bügeleisen besitzt, ist klar im Vorteil.

 

Der Hintergrund

Wie bei der Kleidung ist die die farbliche Wahl des Hintergrundes Geschmacksache. Die Profis nehmen überwiegend helle Hintergründe, oft auch changiert. Wichtig ist, dass der Hintergrund neutral ist und nicht Dinge aus der eigenen Privatsphäre zu sehen sind. Und der Hintergrund sollte einen Kontrast zur Kleidung darstellen. Da das Bewerbungsfoto üblicher weise in das Deckblatt integriert wird, wird es im optimalen Fall auch mit den Farben des Deckblattes abgestimmt, oder umgekehrt.

 

Die Ausleuchtung

Ein Bewerbungsfoto sieht besonders edel aus, wenn der Hintergrund richtig ausgeleuchtet wird. In der Regel werden hierfür mehrere Blitze synchronisiert und gleichzeitig ausgelöst. Außerdem wird mit entsprechenden Aufhellern gearbeitet, damit das Bild hell, lebendig und schön aussieht. Ein Profi-Fotograf hat das gelernt und kann Sie hervorragend in Szene setzen.

 

Muss denn unbedingt ein Foto zur Bewerbung?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) besagt, dass eine ordentliche Bewerbung kein Bewerbungsfoto enthalten muss. Rein rechtlich darf das Äußere kein Kriterium für eine Stellenvergabe sein. Im Ausland sieht man das auch ganz locker.

Hier in Deutschland ist es allerdings absolut üblich, der Bewerbung ein Foto beizufügen und es sollte deshalb nicht weggelassen werden. Ein fehlendes oder ein schlecht gemachtes Foto fällt in jedem Falle negativ auf und kann eine Bewerbung dadurch massiv abwerten.

Wenn Sie also eine perfekte Bewerbung abgeben wollen, kommen Sie nicht Drumherum, einen Profi-Fotografen aufzusuchen. Je höherdotiert die Stelle ist, auf die Sie sich bewerben, desto wichtiger ist ein professionelles Foto.

 

Alles hat seinen Preis

Ein gutes Fotoshooting bei einem Fotografen mit Erfahrung bei Bewerbungsfotos dauert rund 1 bis 3 Stunden. Er wird Ihnen raten, 2–3 Outfits mitzubringen und Sie auch bei der Kleider– und Hintergrundfrage beraten. Die Preispanne hierfür beträgt zwischen 50,00 und 300,00 EUR. Mit einem guten Job durch eine gute Bewerbung haben Sie das Geld allemal wieder drin.

 

Welchen Stellenwert hat das Bewerbungsfoto?

Frau Kunstleben reibt sich mit den Fingerspitzen die Schläfen und zieht unter dem Schreibtisch die Pumps aus. Ein sehr anstrengender Arbeitstag liegt hinter ihr. Ihre Firma muss dringend die Position eines Personalreferenten/in besetzen. Deshalb hat sie heute die zehn aussichtsreichsten Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Am Ende des Tages stehen nur noch zwei Namen zur Auswahl auf Ihrem Zettel. Nun muss Sie eine Entscheidung treffen.

Die Bewerberinnen Frau Balzereit und Frau Thomas sind in etwa gleich alt und beide hervorragend qualifiziert.

Jetzt kommt es auf Kleinigkeiten an

Auch im Vorstellungsgespräch haben beide einen selbstsicheren Eindruck hinterlassen und können sich verbal gut ausdrücken. Wenn man es genau betrachtet, wären eigentlich beide Top-Besetzungen für den vakanten Posten. Frau Kunstleben legt nochmals beide Bewerbungsmappen vor sich auf den Tisch und betrachtet die Fotos. Frau Balzereit hat ihr Foto von einem professionellen Fotografen machen lassen, das sieht man sofort. Die Haare sitzen durch einen guten Haarschnitt und sind perfekt ausgeleuchtet. Der schicke dunkele Blazer steht in guten Kontrast zum hellen Bildhintergrund.

Frau Kunstlebens Augen schweifen hinüber zum Foto von Frau Thomas. Frau Thomas hat ihr Foto vermutlich im heimischen Wohnzimmer geschossen, denn als Hintergrund sieht man die Körnung der weißen Rauhfasertapete. Der helle, knubbelige Hintergrund lässt die Gesichtsfarbe von Frau Thomas eher ungesund aussehen, zumal die Haut noch unvorteilhaft glänzt. Der Kragen der hellbeigen Bluse liegt etwas schief um ihren Hals.




 Ein Bewerbungsfoto verrät oft mehr über einen Bewerber, als man denkt. Bereits die bildliche Darstellung der eigenen Person im Detail lässt Rückschlüsse auf die dahinterstehende Persönlichkeit zu und weckt bestimmte Emotionen beim Betrachter. Wie sorgfältig stelle ich mich dar, wie viel Zeit und Geld investiere ich in ein Bewerbungsfoto, wie sehr interessiere ich mich für die Stelle. Wie viel Wert lege ich auf mein Äußeres? 

Frau Kunstleben klappt die Bewerbungsmappen zu und löscht das Licht. Was glauben Sie, für wen hat sich Frau Kunstleben entschieden? Für wen hätten Sie sich entschieden?

Gut oder schlecht?

Wie kommen Sie an? Bei www.joboderflop.de können Sie Ihr Bewerbungsfoto bewerten lassen oder aus Fehlern anderer lernen.

 Autorin: Sabine Ratermann
Artikel bewerten:
4.4146341463415 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.41 (41 Votes)

Jetzt erfolgreicher bewerben!